Punggye-ri Nordkorea macht Atomtestgelände unbrauchbar

Kim Jong Un hält Wort: Nordkorea hat mehreren Medienberichten zufolge sein Atomtestgelände in Punggye-ri zerstört. Bereits zuvor hatten US-Analysten Abbaumaßnahmen beobachtet.

Punggye-ri
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Punggye-ri


Das Regime in Nordkorea hat die Zerstörung seines weitläufigen Atomtestgeländes in Punggye-ri im Nordosten des Landes lange angekündigt - und nun im Beisein von ausländischen Journalisten offenbar umgesetzt.

Das berichten der Sender Sky News, die Nachrichtenagentur AP und der US-Sender CBS. Ein Korrespondent sei vor Ort Zeuge mehrerer Explosionen geworden, teilte unter anderem CBS mit.

Einigen Experten zufolge handelt es sich dabei um einen wichtigen symbolischen Schritt, mit dem Pjöngjang seine Absicht zur atomaren Abrüstung demonstrieren will. Skeptiker meinen indes, das Gelände habe mit den dort vollzogenen Atomtests ohnehin bereits das Ende seiner Lebensdauer erreicht.

US-Präsident Donald Trump und Machthaber Kim Jong Un hatten eigentlich geplant, sich am 12. Juni in Singapur zu treffen. Der Gipfel wurde dann aber immer wieder öffentlich infrage gestellt. Mittlerweile hat Trump das Treffen abgesagt.

Atomwaffenprogramm als Mittel zur Machtabsicherung

Die Vereinigten Staaten bestehen auf einem kompletten Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms. Die nordkoreanische Führung betrachtet ihr Atomprogramm auch als Mittel zur Absicherung ihrer Macht.

In Punggye-ri hatte Nordkorea seine sechs Atomtests durchgeführt, den bisher letzten im September 2017. Der Uno-Sicherheitsrat hatte daraufhin der Führung in Pjöngjang einen erneuten Verstoß gegen Resolutionen des Gremiums vorgeworfen und die Sanktionen gegen das Land verschärft.

Bereits in der vergangenen Woche hatten US-Experten berichtet, Nordkorea habe damit begonnen, sein Atomtestgelände abzubauen. Einige wichtige Einrichtungen an den Eingängen zu Punggye-ri seien abgerissen worden. Außerdem seien Gleise zu den Tunneln beseitigt worden, berichteten die Experten der auf Nordkorea spezialisierten Nachrichtenseite "38 North" des US-Korea-Instituts.

Im Video: Nordkorea - Reise in ein abgeschottetes Land

dbate.de

dop/AFP/AP/Reuters/dpa

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