Besuch in Pjöngjang Pompeo beharrt auf nuklearer Abrüstung Nordkoreas

Zuletzt kamen neue Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Abrüstungsbeteuerungen Nordkoreas auf. US-Außenminister Pompeo führte nun "klärende Gespräche" in dem Land. Dabei soll es Fortschritte gegeben haben.

Mike Pompeo (r.) und Kim Yong Chol
REUTERS

Mike Pompeo (r.) und Kim Yong Chol


US-Außenminister Mike Pompeo hat bei seinem Besuch in Nordkorea US-Angaben zufolge Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung des Landes erzielt. Einzelheiten wurden nicht genannt. Die Rede war von Arbeitsgruppen, die man eingesetzt habe und die die Details etwa zur Überprüfung der Schritte zur Denuklearisierung ausarbeiten sollten.

Pompeo habe bei seinen Gesprächen auf einer nuklearen Abrüstung beharrt. Die Arbeit sei entscheidend für die Zukunft des Landes, sagte der Außenminister seiner Sprecherin zufolge nach einem Treffen mit dem ehemaligen Geheimdienstchef Kim Yong Chol.

Beide betonten, sie hätten "etwas klarzustellen". Details nannte sie nicht. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums sagte, Pompeo sei bei den Punkten hart geblieben, auf die sich US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei ihrem Gipfeltreffen in Singapur geeinigt hätten: Komplette Denuklearisierung, Sicherheitsgarantien und die Rückführung der im Korea-Krieg 1950-53 gefallenen amerikanischen Soldaten in die USA.

In den USA kamen zuletzt neue Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Abrüstungsbeteuerungen Pjöngjangs auf. In den Vereinigten Staaten waren Geheimdienstinformationen bekanntgeworden, wonach Nordkorea an neuen Aktivitäten zur Urananreicherung arbeite. Hoch angereichertes Uran kann zur Atomwaffenproduktion verwendet werden.

USA sehen Position nicht abgeschwächt

Kim hatte sich bei dem Gipfel grundsätzlich dazu bekannt, an "einer kompletten Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu arbeiten", dabei aber offengelassen, wie und wann das Atomwaffenprogramm abgewickelt werden soll. Trump hatte Nordkorea als Gegenleistung Sicherheitsgarantien angeboten. Die USA sagten zudem gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea ab.

Pompeo hatte am Freitag mehrere Stunden lang mit Kim Yong Chol gesprochen, mit dem er auch das Gipfeltreffen eingefädelt hatte. Am Samstag reiste er zu Gesprächen nach Tokio weiter. Dort sollen die US-Verbündeten Japan und Südkorea über die Unterredungen mit der nordkoreanischen Führung informiert werden.

Die Sprecherin verwahrte sich dagegen, die USA hätten ihre Position zur Denuklearisierung abgeschwächt. Sie wollte aber nicht erläutern, warum ihr Ministerium als Ziel nur noch von einer "kompletten Denuklearisierung" spricht und nicht mehr die zuvor verwendete Formulierung "komplette, nachprüfbare, unumkehrbare Denuklearisierung" benutzt.

Mitarbeiter des Außen-, des Verteidigungsministeriums und von US-Geheimdiensten hatten sich besorgt gezeigt, Trump könnte die Ergebnisse des Singapur-Gipfels wohl übertrieben haben. Nordkorea müsse in den Gesprächen auf Arbeitsebene noch den Beweis erbringen, dass es die Gipfel-Zusagen ernst meine, hieß es in Geheimdienstkreisen.

brt/Reuters/dpa

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frankfurtbeat 07.07.2018
1. dieser ...
dieser Pompeo ist wie so ziemlich alle die sich um Donald scharen ... auf dicke Hose machen und die Backen aufblähen sowie drohen ... denke mal das weiß Kim und er wird den best case für sich wählen zumal er Partner wie China und Russland hat. Die großlippiige USA hat definitiv Angst irgendein Problem mit Russland oder China oder heiden zugleich zu bekommen ... die möchtegernSupermacht hat ja bisher keinen einzigen Feldzug erfolgreich beendet sondern leidlich tote Soldaten zurück geflogen und verbrannte Erde hinterlassen.
vrdeutschland 07.07.2018
2. Zeitrahmen unbekannt
Bis wann soll das denn alles geschehen? Hat man sich darüber auch schon geeinigt? Die Zeit spielt ja eher Nordkorea in die Hände. Trump und seine Gefolgsleute sind nur eine Episode bis zum nächsten Wahlkampf, Nordkoreas Führer haben da deutlich mehr Zeit. Und auf amerikanische Sicherheitsgarantien würde ich schon mal gar nichts mehr geben.
freddygrant 07.07.2018
3. Und die gánze ...
... Welt wartet auch die nukleare Abrüstung der USA. Dies möglichst gestern und nicht erst heute!
telos 07.07.2018
4. Wasser predigen und selbst Wein trinken
Die amerikanische Administration verlangt von Nordkorea die völlige Denuklearisierung (wobei die Beseitigung der Sprengköpfe und Trägersysteme nicht gleichzeitig die Verbannung des Wissens um die Herstellung dieser bedeutet) und modernisiert selbst sein eigenes Abschreckungsarsenal. Frage mich, ob ein derartiges Vorgehen vertrauensbildend ist.
t.malinowski 07.07.2018
5. Apfel/Birne
Zitat von telosDie amerikanische Administration verlangt von Nordkorea die völlige Denuklearisierung (wobei die Beseitigung der Sprengköpfe und Trägersysteme nicht gleichzeitig die Verbannung des Wissens um die Herstellung dieser bedeutet) und modernisiert selbst sein eigenes Abschreckungsarsenal. Frage mich, ob ein derartiges Vorgehen vertrauensbildend ist.
Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Ist NoKo so einflußreich daß, wenn NoKo erst mal keine Atomwaffen mehr besitzt, gleichzeitig auch Pakistan, Indien, China, Rußland, GB, Israel und Frankreich keine Atomwaffen mehr haben und in Stand halten? Zu diesem Thema, Abrüstung, habe ich einen Artikel der NYT gefunden, 1984. Empfehle Allen, aber vor allem den Journalisten die noch objektiv seinen wollen, diesen Artikel zu lesen um ihr Bild von Trump zu erweitern. https://www.nytimes.com/1984/04/08/magazine/the-expanding-empire-of-donald-trump.html?pagewanted=all
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