Atomkonflikt: Moskau sieht nur wenig Hoffnung für Verhandlungen mit Pjöngjang

Parade in Nampo, Nordkorea: Resolutionen des Weltsicherheitsrats werden ignoriert Zur Großansicht
REUTERS/ KCNA

Parade in Nampo, Nordkorea: Resolutionen des Weltsicherheitsrats werden ignoriert

Es ist ein düsteres Bild, das die russische Regierung im Atomkonflikt von Nordkorea zeichnet. Das Regime in Pjöngjang ignoriere immer wieder Resolutionen des Weltsicherheitsrats. Es "zerstöre" damit Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der festgefahrenen Sechs-Parteien-Gespräche.

Moskau/Pjöngjang/Seoul - Die Situation in der koreanischen Krisenregion spitzt sich von Tag zu Tag zu: Die Drohungen aus Nordkorea werden immer heftiger. Die russische Regierung sieht kaum noch Spielraum für Verhandlungen im Atomkonflikt mit dem Regime von Kim Jong Un.

Pjöngjang ignoriere im internationalen Streit über das nordkoreanische Atomprogramm immer wieder Resolutionen des Uno-Weltsicherheitsrats, sagte ein Außenamtssprecher am Donnerstag in Moskau. Es "zerstöre" damit Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der festgefahrenen Sechs-Parteien-Gespräche, die "radikal verkompliziert, wenn nicht gar faktisch ausgeschlossen" werden. Das Verhalten Nordkoreas sei inakzeptabel.

Zudem sei die "dauerhafte Missachtung" des Atomwaffensperrvertrags durch Nordkorea für Russland "absolut unannehmbar", sagte der Sprecher. Moskau sieht das Atomprogramm als Verstoß gegen Uno-Resolutionen und unterstützt Sanktionen gegen Pjöngjang. Pjöngjang hatte Mitte Februar trotz massiver internationaler Warnungen erneut einen Atomtest durchgeführt. Die Uno verschärfte daraufhin im März ihre Maßnahmen gegen das Regime in Pjöngjang.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich zuletzt erheblich verschärft. Nordkorea hat damit immer tiefer in die Isolation manövriert, da auch der Verbündete China immer weiter auf Distanz geht.

Das Regime kündigte in dieser Woche unter anderem an, seine Atomanlage in Yongbyon wieder in Betrieb zu nehmen. Außerdem hatte das Militär des Landes nach eigenen Angaben grünes Licht für einen Angriff gegen die USA gegeben, der auch den Einsatz von Atomwaffen einschließt.Das südkoreanische Verteidigungsministerium teilte mit, Nordkorea habe eine Mittelstreckenrakete an die Ostküste verlegt.

Allerdings hat die vom nordkoreanischen Regime an die Ostküste verlegte Rakete nach Angaben von Südkorea keine interkontinentale Reichweite. Ein Beschuss der USA sei mit der Mittelstreckenrakete ausgeschlossen, sagte Südkoreas Verteidigungsminister Kim Kwan Jin am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap. Der Minister widersprach bei einer Sitzung des Verteidigungsausschusses im Parlament Berichten, wonach es sich um eine Rakete vom Typ KN-08 mit einer Reichweite von 10.000 Kilometern handele.

Experten meinen ohnehin, dass Pjöngjang auf Jahre hinaus nicht in der Lage sein wird, das US-Festland mit einer Atomrakete zu treffen.

heb/Reuters/dpa/AFP

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insgesamt 18 Beiträge
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1. Wenn Moskau sagt,
auweia 04.04.2013
Zitat von sysopEs ist ein düsteres Bild, das die russische Regierung im Atomkonflikt von Nordkorea zeichnet. Das Regime in Pjöngjang ignoriere immer wieder Resolutionen des Weltsicherheitsrates. Es "zerstöre" damit Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der festgefahrenen Sechs-Parteien-Gespräche. Nordkorea: Moskau sieht nur wenig Hoffnung für Atomverhandlungen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-moskau-sieht-nur-wenig-hoffnung-fuer-atomverhandlungen-a-892570.html)
das Verhalten Nordkoreas wäre "inakzeptabel" und "nicht tolerierbar", was folgt dann daraus? Eine Koalition der Willigen mit Südkorea und den USA?
2. Gefährliches Spielzeug
dunnhaupt 04.04.2013
Der dicke Moppel spielt Krieg wie ein Kind, guckt ganz ernsthaft durch Ferngläser, betrachtet Generalstabskarten, und lässt sich dabei fotografieren. Dabei droht er mit Raketen und Bomben, womit er sein hungerndes Volk (aber wohl kaum seine Generäle) zu beeindrucken sucht. Wie die Pekinger Zeitschrift "Global Times" heute schreibt, ist ausgerechnet sein letzter Freund China absurderweise das einzige Land, das ernstlich durch seine Machenschaften bedroht ist.
3. Alles nur, weil niemand mit Kim Jong-il im Sandkasten spielen wollte
Isix 04.04.2013
Hätten die anderen Kinder Kim Jong-il nicht im Sandkasten ausgegrenzt, dann wäre er heute bestimmt nicht so engstirnig und agressiv. Auch gabs damals, als er aufgwuchs, noch kein Retalin.
4.
Ghanima22 04.04.2013
Zitat von auweiadas Verhalten Nordkoreas wäre "inakzeptabel" und "nicht tolerierbar", was folgt dann daraus? Eine Koalition der Willigen mit Südkorea und den USA?
Gar nichts. Die Russen haben den Amis gerade diplomatische mitgeteilt, das Washington jetzt am Zuge ist. Nur machen kann Washington nichts, das weiss man auch in Moskau und Beijing.
5. Achse Schweiz-Pakistan-Iran-Nordkorea
ralphitschik 04.04.2013
Wer kennt die Brüder Tinner aus dem St. Galler Rheintal (Schweizer Bürger)? Dank denen bekam Pakistan die A-Nuke. Über den Iran wird wohl Nordkorea bedient worden sein. Swiss knowhow nennt sich dies. Oder auch "Achse Tinner(CH)-Pakistan-Iran-Nordkorea". Die Amerikaner übrigens erst - liessen alle Akten löschen. Die Schweiz sei ein zu grosser Player, was Geldgeschäfte und Rohstoffhändel beträfe. Also nix mit Schurkenstaatliste...!
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Fotostrecke
Industriepark Kaesong in Nordkorea: Lange geöffnet, jetzt geschlossen

Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 24,346 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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