Geplanter Raketenstart USA drohen Nordkorea mit "echten Konsequenzen"

Nordkorea ist es mit seinem Raketenstart offenbar ernst: Die kommunistische Diktatur hat den geplanten Abschuss bei der Uno angemeldet. Nordkoreas Nachbarn und die USA verlangen, den Start abzublasen.

Ingenieure am Fuß der "Milchstraße 3"-Rakete (2012): Vor vier Jahren glückte Nordkorea der erste Weltraumraketenstart
REUTERS

Ingenieure am Fuß der "Milchstraße 3"-Rakete (2012): Vor vier Jahren glückte Nordkorea der erste Weltraumraketenstart


Der geplante Start einer nordkoreanischen Weltraumrakete beunruhigt die Anrainerstaaten der kommunistischen Diktatur sowie die USA.

Scharfe Kritik an den Vorbereitungen eines Raketenstarts kam aus Japan. Nordkorea missachte damit nicht nur Uno-Resolutionen, die Abschusspläne seien auch für Japans Sicherheit ein "schwerwiegender Akt der Provokation", sagte Ministerpräsident Shinzo Abe. Der rechtskonservative Regierungschef verlangte vom Regime in Pjöngjang, mit dem Japan keine diplomatischen Beziehungen unterhält, seine Pläne aufzugeben.

Nach einem weltweit kritisierten Atomtest im Januar, bei dem Nordkorea behauptete, eine Wasserstoffbombe gezündet zu haben, will das Land noch im Februar eine Weltraumrakete mit einem Satelliten starten. Das Land habe drei Uno-Organisationen über die Startpläne informiert, sagte ein Sprecher der Vereinten Nationen am Dienstag. Die Rakete solle zwischen dem 8. und 25. Februar einen "Erdbeobachtungssatelliten" ins All bringen. Bereits seit Januar sind auf Satellitenbildern des Startgelände im nordkoreanischen Sohae Vorbereitungen zu beobachten. Seitdem ist auch die japanische Raketenabwehr in erhöhter Alarmbereitschaft.

Japan will zusammen mit den USA und Südkorea darauf hinwirken, dass Nordkorea seinen Plan aufgibt. Der für Südostasien zuständige US-Spitzendiplomat Daniel Russel sagte, ein Raketenstart wäre "ein Schlag ins Gesicht jener, die argumentieren, dass es mit Nordkorea nur Geduld und Dialog anstelle von Sanktionen braucht". Russel drohte mit "echten Konsequenzen" und drohte mit zusätzlichen Sanktionen, wenn Nordkorea mit dem Start ernstmache. Zuvor hatte bereits Südkorea den nördlichen Nachbarn gewarnt.

Der bislang einzige erfolgreiche Start einer Weltraumrakete in Nordkorea Ende 2012 hatte damals scharfe Kritik ausgelöst. Aus Sicht der USA sowie Südkoreas erprobt Nordkorea unter dem Deckmantel eines Satellitenprogramms die Technologie für eine militärische Langstreckenrakete. Eine solche Rakete könnte unter Umständen auch die Westküste der USA erreichen. Wegen mehrerer Atomtests wird im Uno-Sicherheitsrat derzeit über neue Sanktionen gegen das kommunistische Regime Nordkoreas diskutiert.

cht/dpa/AP

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