Streit über Atomprogramm Nordkorea nennt Uno-Sanktionen "boshaft"

Nordkorea will trotz der von der Uno beschlossenen neuen Sanktionen weiter an seinem Atomprogramm arbeiten. Das Regime um Machthaber Kim Jong Un droht den USA mit heftigen Gegenmaßnahmen.

Nordkoreanische Armee (Archivaufnahme)
AFP

Nordkoreanische Armee (Archivaufnahme)


Nordkorea hat die jüngstenSanktionen des Uno-Sicherheitsrates als "boshaft" verurteilt. Gleichzeitig drohte das Regime in Pjöngjang den USA mit Rache. "Die bevorstehenden Maßnahmen" würden den USA "das größte jemals erlebte Leid ihrer Geschichte zufügen", kündigte der nordkoreanische Uno-Botschafter Han Tae Song vor der Genfer Abrüstungskonferenz der Vereinten Nationen an.

Der Sicherheitsrat hatte zuvor einstimmig weitere Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang als Reaktion auf Nordkoreas jüngsten Atomwaffentest verhängt. Beschlossen wurden unter anderem ein Verbot von Textilimporten aus Nordkorea, ein Gasembargo sowie Beschränkungen bei Öllieferungen. Die Resolution war von den USA eingebracht worden, die zunächst aber deutlich härtere Maßnahmen verlangt hatten.

Trotz der verschärften Sanktionen werde Nordkorea nicht von seinem Atomprogramm abrücken, sagte Kim Hyong Jun, Pjöngjangs Botschafter in Russland. Der Diplomat kündigte der Agentur Interfax zufolge ebenfalls Gegenmaßnahmen an: "Wenn die feindlichen Kräfte darauf zählen, dass wir unter solchen Sanktionen schwankend werden und unsere Position ändern, ist das eine große Illusion", sagte Kim den Angaben zufolge.

USA droht China mit Sanktionen

"Wirtschaftskrieg funktioniert", sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin zu den beschlossenen Strafmaßnahmen: Die Sanktionen gegen Nordkorea würden so lange erhöht, bis die Regierung in Pjöngjang ihr Verhalten ändere. Sollte China die neuen Strafmaßnahmen nicht mittragen, würden die USA gegen die Regierung in Peking Strafmaßnahmen erlassen.

Nordkorea hatte Anfang September seinen sechsten und bisher stärksten Atomwaffentest vorgenommen. Nach eigenen Angaben testete das Land eine Wasserstoffbombe. Nach Einschätzung Japans hatte diese eine Sprengkraft von 160 Kilotonnen - mehr als zehnmal so viel wie die US-Atombombe über Hiroshima.

als/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 18 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
schwerpunkt 12.09.2017
1.
"Die bevorstehenden Maßnahmen" würden den USA "das größte jemals erlebte Leid ihrer Geschichte zufügen" Weshalb nur gegen die USA? Den Beschluss trägt Russland und China mit.
permissiveactionlink 12.09.2017
2. Erstaunlich,
wie sich die Angaben zur Sprengkraft von Kims angeblicher H-Bombe unterscheiden : Japan hält 160 kT für möglich, Südkorea schätzt die Detonation eher auf 60 kT. Ganz so verlässlich scheinen die seismischen Daten für eine Schätzung der Energie von Kims Bombe nicht zu sein. Nach Sichtung der seismischen Daten der ersten amerikanischen Wasserstoffbombenexplosion ("Ivy Mike", Sprengkraft : 800 Hiroshimabomben, 10,4 MT) am 1.Nov. 1952 soll Edward Teller begeistert ausgerufen haben " Es ist ein Junge !". Bei Kims "Bömbchen" besteht dazu wirklich kein Anlass, da es sich allenfalls um ein lebensfähiges Frühchen handelt !
Sissy.Voss 12.09.2017
3. Sie haben es sicher mitbekommen...
Zitat von schwerpunkt"Die bevorstehenden Maßnahmen" würden den USA "das größte jemals erlebte Leid ihrer Geschichte zufügen" Weshalb nur gegen die USA? Den Beschluss trägt Russland und China mit.
Sie haben es sicher mitbekommen, dass Nordkorea Amerika als Feind betrachtet. Russland und China haben die von Trump geforderten Sanktionen wesentlich abgemildert, wollen aber ebenfalls die Einstellung der Atom- und Raketenversuche erreichen. Allerdings mahnt China die USA zu Gesprächen mit Nordkorea an. Denken Sie etwa, dass Nordkorea China oder Russland mit atomaren Angriffen droht? Dann wäre Südkorea als Inselstaat im Chinesischen Meer übrig.
klaus591 12.09.2017
4. Spielzeug lassen
Och, lasst doch dem Kim sein Spielzeug, die anderen haben es doch auch und einer hats ja sogar schon mal ausprobiert. Wenn es alle großen Jungs haben, dann gibt es keinen Streit und keine Zankerei! Weil, wenn Einer mal nen Streichholz ans Bömbchen hält, sind alle im siebten Himmel!Und weil das alle wissen, ist halt Ruhe.
PeterPetroleum 12.09.2017
5. Drei dinge sind klar:
Der Hund interpretiert das Schwanzwedeln der Katze völlig falsch. Im Zweifel ist der Mensch Triebgesteuert und holt sich was er kriegen kann. Es gibt keine Gewähr das aktuell stabile Staaten auch in 10 Jahren stabil sind.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.