Pjöngjang Nordkorea nimmt australischen Missionar fest

Die Behörden in Pjöngjang haben einen Australier festgenommen. Er soll versucht haben, Nordkoreaner zum Christentum zu bekehren. Die Regierung in Canberra reagierte besorgt: "Das ist ein schwieriger Fall."

Kim-Statuen in Pjöngjang: Christliche Missionare werden in Nordkorea nicht geduldet
AP/dpa

Kim-Statuen in Pjöngjang: Christliche Missionare werden in Nordkorea nicht geduldet


Pjöngjang/Canberra - John Short ist 75 Jahre alt, kommt aus Australien und will Nordkoreaner zum Christentum bekehren. Das ist ihm nun zum Verhängnis geworden. Am Sonntag ist der Mann nach Angaben seiner Ehefrau Karen Short in Pjöngjang festgenommen worden.

Der Rentner, der in Hongkong lebt, war zum zweiten Mal in Nordkorea unterwegs. Aus seinen Plänen habe er kein Geheimnis gemacht, er soll religiöse Schriften in koreanischer Sprache bei sich geführt haben.

Short ist der zweite ausländische Missionar, der in Nordkorea festgehalten wird. Seit mehr als einem Jahr sitzt der US-Amerikaner Kenneth Bae in einem Straflager ein. Er ist zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Die Regierung in Washington hat sich bislang vergeblich um seine Freilassung bemüht.

Karen Short gibt sich zuversichtlich, was das Schicksal ihres Mannes in Nordkorea betrifft: "Er wird sich von den Kommunisten nicht einschüchtern lassen", sagte sie der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir sind christliche Missionare und haben gewaltige Unterstützung bei allem, was wir tun."

Die australische Regierung, die keine diplomatischen Beziehungen zum Regime von Kim Jong Un unterhält, versuche über ihr Konsulat in Südkoreas Hauptstadt Seoul sowie die schwedische Botschaft in Pjöngjang, die Freilassung ihres Staatsbürgers zu erreichen. Das Außenministerium in Canberra habe Karen Short mitgeteilt: "Das ist ein schwieriger Fall. Unsere Einflussmöglichkeiten sind sehr begrenzt."

syd/Reuters



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 15 Beiträge
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freakshow1015 19.02.2014
1.
Wer sind jetzt die Verrückten?Die Führung in Nordkorea oder das australische Pärchen??
ArnoNym 19.02.2014
2. Sch..ß Missionierungsversuche
Zitat von freakshow1015Wer sind jetzt die Verrückten?Die Führung in Nordkorea oder das australische Pärchen??
Ich würde sagen beide! Ich versteh's wirklich nicht, warum bestimmte Religionen die Leute nicht in Ruhe lassen sondern meinen, aggressiv missionieren zu müssen. Das sind genau die gleichen Methoden, wie sie Scientology nutzt: Man nutzt irgendwas, was die Leute interessiert, um seine spinnerten Ideen zu verbreiten. In Thailand kenne ich einen Fall, wo man offiziell englische Sprachkurse anbietet, aber bei jeder Gelegenheit natürlich für die Sekte wirbt. Ekelhaft! Den nordkoreanischen Fettklos braucht man, glaube ich, nicht extra kommentieren. Der spricht ohnehin für sich.
ph.latundan 19.02.2014
3. wer so ........
Zitat von freakshow1015Wer sind jetzt die Verrückten?Die Führung in Nordkorea oder das australische Pärchen??
wer so bescheuert ist dort zu missionieren, der hat es nicht besser verdient.
zorga 19.02.2014
4. Sorry,
aber das ist wirklich dämlich. Das die christliche Religion in Nordkorea als Staatsfeind betrachtet wird ist ja nun weder neu noch ein Geheimnis. Was der Mann sich vorgestellt?
guayaquil 19.02.2014
5. Hilfe von oben
Da hat wohl die Hilfe "von oben" versagt!! Wie so oft.... weil es sie eben nicht gibt! ...in Nord-Korea missionieren.... Mein Vater sagte immer: Wenn's anfängt, dann im Kopf!
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