Trotz Kriegsdrohungen: Nordkorea lässt Gemeinschaftsproduktion mit Seoul weiterlaufen

Industriepark im nordkoreanischen Kaesong: Normaler Betrieb Zur Großansicht
REUTERS

Industriepark im nordkoreanischen Kaesong: Normaler Betrieb

Nordkorea hat den Kriegszustand mit Südkorea erklärt, doch ein gemeinsames Projekt mit dem verfeindeten Nachbarland geht vorerst weiter: Der Betrieb im Industriekomplex Kaesong laufe bisher ohne Probleme, heißt es in Seoul.

Seoul - Der Betrieb in dem gemeinsam von Nordkorea und Südkorea betriebenen Industriekomplex Kaesong ist trotz der Drohungen aus Pjöngjang normal angelaufen. Es gebe bislang kein Problem bei den Abläufen im Kaesong-Komplex, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Vereinigungsministeriums.

In Südkorea galt es ohnehin als unwahrscheinlich, dass der Nachbar seine Drohung wahr macht. Die für den Komplex zuständige Behörde in Nordkorea hatte zwar am Samstag erklärt, Kaesong werde "ohne Rücksichtnahme" geschlossen, falls Südkorea versuche, die Würde des Nordens zu verletzen. Doch tatsächlich ist Kaesong für Nordkorea so wichtig, dass sich das Regime mit einer Schließung selbst schaden würde.

Der Industriekomplex liegt etwa zehn Kilometer von der Grenze zu Südkorea entfernt. Er wurde 2004 als Projekt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gegründet. Billige Arbeitskräfte für den Süden, Deviseneinnahmen für den Norden, das ist der Deal in Kaesong.

Auf dem weithin abgeschirmten Gelände arbeiten mehr als 50.000 Arbeiter aus Nordkorea für 123 südkoreanische Unternehmen. Jeden Tag überqueren Hunderte südkoreanische Pendler die Grenze zum verfeindeten Nachbarn, um in Kaesong zu arbeiten. Produziert werden vor allem einfache Produkte: Kleidung, Schuhe, Plastikuhren.

Der Konflikt zwischen beiden Ländern hatte sich zuletzt weiter verschärft. Nachdem die USA als Zeichen der Solidarität Tarnkappenbomber nach Südkorea entsandt hatten, versetzte Pjöngjangs Machthaber Kim Jong Un seine Raketeneinheiten in Alarmbereitschaft. Am Samstag erklärte Pjöngjang den Kriegszustand mit Südkorea.

hut/AFP

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 36 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Ähem? SPON kopiert
eau-sauvage 31.03.2013
ihr jetzt schon Teile alter Artikel, um angeblich neue Artikel online zu stellen??
2.
spon-facebook-10000140154 31.03.2013
Zitat von sysopNordkorea hat den Kriegszustand mit Südkorea erklärt, doch ein gemeinsames Projekt mit dem verfeindeten Nachbarland geht vorerst weiter: Der Betrieb im Industriekomplex Kaesong laufe bisher ohne Probleme, heißt es in Seoul.
Dann hat unser dummes "Dickerle" wohl bemerkt dass der Nutzen einer Fortführung für Nordkorea größer ist als eine Schließung.......
3. Na also - außer Spesen
Badischer Revoluzzer 31.03.2013
nix gewesen. Da standen sicherlich Forderungen von irgendeiner Seite im Raum, die abgelehnt wurden und deshalb wurde in die Trickkiste gegriffen. Vielleicht wolte der Süden die Löhne drücken und der Norden wollte mehr. Was weiß ich. Wir alle werden es sehr wahrscheinlich nie erfahren. Und ehrlich - es interessiert auch nicht.
4.
schlob 31.03.2013
Zitat von sysopNordkorea hat den Kriegszustand mit Südkorea erklärt, doch ein gemeinsames Projekt mit dem verfeindeten Nachbarland geht vorerst weiter: Der Betrieb im Industriekomplex Kaesong laufe bisher ohne Probleme, heißt es in Seoul. Nordkorea: Normaler Betrieb im Industriekomplex Kaesong - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-normaler-betrieb-im-industriekomplex-kaesong-a-891820.html)
vielleicht braucht er das kriegsrecht ja nur , um ein paar interne feinde wegzuräumen
5.
krasmatthias 31.03.2013
Zitat von sysopNordkorea hat den Kriegszustand mit Südkorea erklärt, doch ein gemeinsames Projekt mit dem verfeindeten Nachbarland geht vorerst weiter: Der Betrieb im Industriekomplex Kaesong laufe bisher ohne Probleme, heißt es in Seoul. Nordkorea: Normaler Betrieb im Industriekomplex Kaesong - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-normaler-betrieb-im-industriekomplex-kaesong-a-891820.html)
Wenn das, was wir in der deutschen Presse lesen die Wahrheit ist, dann sollte der Westen dem Spuk in Nordkorea ein Ende bereiten. Gezielte Angriffe auf die Regierung und diese ausschalten. Ich bin nicht dafür, dass sich der Westen überall einmischt aber wenn ein Volk derart in den freiheitlichen Rechten unterdrückt und offensichtlich zu einer bestimmten Weltanschauung hinerzogen wird, dann sollten wir dem Volk dort helfen von dieser Regierung befreit zu werden. Manchmal hat das eigene Volk kaum eine Chance sich dessen selbst zu entledigen. WENN denn unsere Medien die Wahrheit berichten....
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Atomkonflikt mit Nordkorea
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 36 Kommentare
  • Zur Startseite
Fotostrecke
Industriepark Kaesong: Letztes Band zwischen Nord und Süd

Karte

Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 24,346 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon

Fotostrecke
Nordkoreanische Propaganda: Einmarsch ins Nachbarland