Spionagevorwurf Nordkorea präsentiert erneut US-Gefangenen

Wenige Tage nach der Verurteilung eines Studenten aus Virginia hat Nordkorea erneut einen amerikanischen Gefangenen vorgeführt. Der Mann soll das Militär ausspioniert haben.

Gefangener Kim Dong Chul (Mitte) in Pjöngjang
REUTERS

Gefangener Kim Dong Chul (Mitte) in Pjöngjang


Die Bilder des weinenden Otto Frederick Warmbier gingen um die Welt: Der amerikanische Student war in Nordkorea zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Der Grund: Der 21-Jährige soll in einem Hotel ein Banner mit einer politischen Botschaft gestohlen haben.

Jetzt präsentiert das kommunistische Regime wieder Aufnahmen eines Gefangenen mit US-Pass: Kim Dong Chul soll Amerikaner mit koreanischen Wurzeln sein. Dem Mann wird laut Medienberichten vorgeworfen, sich Zugang zu Militärgeheimnissen beschafft zu haben.

Kim wurde den Angaben zufolge im Oktober festgenommen. Während einer Pressekonferenz in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang erklärte er nun offenbar, spioniert zu haben - und bat um Gnade.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, Kim habe als christlicher Pfarrer in den USA und in China gearbeitet und medizinische Hilfe nach Nordkorea geschickt. Nach Informationen des US-Senders CNN vom Januar ist der Gefangene 60 Jahre alt und stammt aus Fairfax im Bundesstaat Virginia.

Immer wieder lässt Nordkorea auf Pressekonferenzen ausländische Inhaftierte Stellungnahmen ablesen, in denen sie - mutmaßlich unter Druck - ihre vermeintlichen Vergehen gestehen und das politische System des Landes loben.

Video: US-Student Warmbier zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt

kev/AP/Reuters

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