Aktivitäten auf Abschussgelände Nordkorea bereitet offenbar Raketenstart vor

Satellitenbilder alarmieren Japan und die USA: In Nordkorea zeige sich gesteigerte Aktivität auf einer Raketenabschussbasis, berichten Militärexperten in Washington.

Nordkoreanischer Raketenstart (Archivbild): Neuer Start "in den nächsten Wochen" erwartet
AP/dpa

Nordkoreanischer Raketenstart (Archivbild): Neuer Start "in den nächsten Wochen" erwartet


Erst Anfang Januar hatte Nordkorea die Welt mit einem angeblichen Wasserstoffbombentest erschreckt. Nun versetzt die kommunistische Diktatur die Sicherheitsbehörden der USA und Japans erneut in Unruhe: Das Land bereite einen Raketenstart auf dem Testgelände von Sohae vor, berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press und beruft sich auf einen Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums.

Der Nachrichtenagentur Reuters sagte ein Offizieller, die erhöhte Aktivität auf dem Gelände spreche dafür, dass ein Start für die nächsten Wochen zu erwarten sei. Die USA hätten Vorbereitungen für einen Start auf dem Testgelände beobachtet, von dem bereits ballistische Raketen getestet wurden. Im Dezember 2012 war von der Plattform die erste nordkoreanische Rakete ins All geschossen worden.

Die aktuellen Satellitenaufnahmen beunruhigen offenbar auch die Offiziellen in Japan. Das Land hat seine Streitkräfte wegen des möglicherweise bevorstehenden Starts einer nordkoreanischen Langstreckenrakete in Alarmbereitschaft versetzt. Das sagten am Freitag zwei Personen, die direkte Informationen über den Befehl haben, der Nachrichtenagentur Reuters.

Gelingt es Nordkorea, erfolgreich ballistische Langstreckenraketen zu entwickeln, wird befürchtet, die Diktatur könnte damit nicht nur Japan, sondern auch die Westküste der USA erreichen. Ähnlich wie bei dem behaupteten Atombombentest ist es allerdings schwierig, nordkoreanische Propaganda von wahren Fortschritten in der Waffentechnik zu unterscheiden.

Erst kürzlich hatte Nordkorea einen Atomsprengsatz getestet und sogar von einer Wasserstoffbombe gesprochen. Dies wird von Experten allerdings bezweifelt. US-Experten hatten am Donnerstag gemeldet, es könne sich um Teile einer Wasserstoffbombe gehandelt haben.

cht/Reuters/AP

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insgesamt 43 Beiträge
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Max Super-Powers 29.01.2016
1.
Lieber Autor: Es braucht keine "Langestreckenraketen", um von Korea aus Japan zu erreichen. Das ist Kurzstrecke. Langstreckenraketen haben Reichweiten von 5000 und mehr Kilometern. Alles bis runter zu 500 sind Mittelstreckenraketen. Bitte verwendet auch bei solchen Themen eine korrekte Terminologie und nicht bloß pseudotschnisches Gequatsche, damit's sich interessanter liest. Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert. Die Redaktion.
naklar261 29.01.2016
2. wo ist der sinn...
...frage ich mich manchmal wenn ich solche Meldungen lese. Den Machthabern in NK muss doch klar sein, das bei einem Einsatz solcher Waffen, egal gegen wen, es das Ende von Nordkorea ist. Okay, offensichtlich erfuellen die Waffen den Zweck der Abschreckung, ansonsten kann ich mir nicht erklaeren warum gegen ein System das Menschen in Konzentrationslagern abschlachte geduldet wird, aber eine offensive Option hat NK doch nicht wirklich. Oder sieht das jemand anders?
spiegelleser85 29.01.2016
3. kein Grund zur Beunruhigung
die Rakete wird die Erde ein- bis zweimal umrunden und dann wieder sicher in Nordkorea landen.
t dog 29.01.2016
4. Ohje
Erst baut Nordkorea Interkontinentalraketen, die bis ins Weltall fliegen können und jetzt auch noch möglicherweise Langstreckenraketen. Ich fühle mich plötzlich sehr viel bedrohter, als noch vor dem Artikel. Puh!
tomxxx 29.01.2016
5. Liebe Redaktion..
da war alles richtig! Japan ist zwar nicht in der Distanz einer Langstreckenrakete, aber darum geht es wohl auch nicht. Bei Tests von Langstreckenraketen hat NK bereits über Japan hinweg geschossen. Bei einer Fehlfunktion fällt dann so ein Gerät auf Japan. Nordkorea arbeietet sehr wohl an Langstreckenraketen und hat auch schon einen kleinen Satelliten gestartet.
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