Reaktion auf Trump Nordkorea droht mit Raketenangriff auf US-Insel Guam

US-Präsident Trump droht Nordkorea mit "Feuer und Wut" - und Nordkorea kontert mit weiteren Drohungen: Das Militär ziehe einen Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam "ernsthaft in Erwägung".

US-Marinestützpunkt im Hafen Apra auf Guam (2016)
Naval Base Guam/REUTERS

US-Marinestützpunkt im Hafen Apra auf Guam (2016)


Die nordkoreanischen Streitkräfte haben den Vereinigten Staaten mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam gedroht. Das Militär ziehe eine solche Attacke "ernsthaft in Erwägung", meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Laut einem Sprecher der nordkoreanischen Armee könne der Plan "jederzeit" ausgeführt werden, sobald Staatschef Kim Jong Un die Entscheidung dazu treffe.

Die USA sollten ihre "rücksichtslosen militärischen Provokationen" gegen Nordkorea unterlassen, sodass man nicht "gezwungen" sei, eine "unvermeidliche militärische Entscheidung" zu treffen, sagte der Armeesprecher demnach.

Der Bericht von KCNA nimmt direkt Bezug auf die US-Luftwaffenbasis Anderson auf Guam, von der die Vereinigten Staaten immer wieder strategische Bomber zu Militärmanövern in Richtung koreanische Halbinsel entsendet haben. In Erwägung gezogen wird demnach ein Angriff mit ballistischen Mittelstreckenraketen, um die US-Militärbasen auf Guam und die dort stationierten Bomber in Schach zu halten und "ein ernstes Warnsignal an die USA zu schicken".

In einer weiteren Stellungnahme kündigte ein anderer nordkoreanischer Militärsprecher laut KCNA an, auf einen möglichen "Präventivkrieg" der US-Streitkräfte mit einem "totalen Krieg" zu reagieren, der "sämtliche Stützpunkte des Gegners ausrotten wird, auch auf dem US-Festland".

Video: Spirale der Drohungen

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Die Stellungnahme erfolgt nur wenige Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump Nordkorea indirekt militärische Gewalt angedroht hatte. Wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde er diesen "mit Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat" begegnen, sagte Trump am Dienstag.

Reaktionen aus Guam

Madeleine Z. Bordallo ist Mitglied der US-Demokraten und vertritt Guam im US-Kongress. Trump müsse mit der Weltgemeinschaft zusammenarbeiten, um die Lage zu deeskalieren, sagte sie nun. Und: Sie sei zuversichtlich, dass das Militär Guam vor Nordkorea schützen könne.

Ein Sprecher der Regierung in Guam, Benjamin Cruz, sagte der Nachrichtenagentur AP: "Wir beten, dass die Vereinigten Staaten und unsere Verteidigungssysteme genug sind, um uns zu beschützen."

Der Gouverneur von Guam, Eddie Baza Calvo, sah in den jüngsten Meldungen aus Nordkorea keine Gefahr. Guam sei für "alle Eventualitäten" gewappnet. Er habe sich bereits mit dem Weißen Haus in Verbindung gesetzt, schrieb Calvo in einer Mitteilung. Ihm sei mitgeteilt worden, dass es für Guam keine veränderte Gefahrenstufe gebe.

aar/dpa/AP/Reuters

insgesamt 114 Beiträge
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mimoun74 09.08.2017
1. Da hilft wohl nur beten.
Bei einem Irren mit Atombomben ist es schon gefährlich in der Welt. Bei 2 Psychopathen am Drücker potenziert sich die Gefahr. Wenn man noch Trumps Ego, Alter (hat es ja schon fast hinter sich) und Sprüche aus der Vergangenheit nimmt(" Warum sollten wir Atomwaffen nicht einsetzen wenn wir sie schon haben") kann man nur hoffen und beten das es noch ein paar Leute um Trump und Kim gibt die dieses Männer zu Vernunft bringen.
sven2016 09.08.2017
2.
Das ist die Lage, die man sich nicht vorstellen wollte: zwei mental instabile Großmäuler mit schweren Waffen treffen aufeinander und verschärfen einen unberechenbaren Konflikt. Bisher hat noch jeder US-Präsident mindestens einen neuen Krieg während seiner Amtszeit geführt. Hoffen wir, dass diese Situation nicht zu Trumps War eskaliert.
Kopf-Tisch 09.08.2017
3. Ernste Lage
Aus Sicht Nordkoreas ist die Bedrohung durch die USA sicher real. Insofern macht es für Nordkorea Sinn, z.B. Atomwaffen zu haben - als Schutz vor einer möglichen Invasion. Dass solche Waffen weder in Händen von Staatschefs, die nach Feuer, Wut und alldem schreien, noch in Händen eines Kim Jong-un für Frieden sorgen, dürfte leider klar sein. Aus anderen Beispielen - z.B. Castro zur Kuba-Krise - sollte man mittlerweile auch gelernt haben, dass ein verzweifelter, an die Wand gedrängter und zu allem entschlossener Herrscher durchaus auf den "roten Knopf" drücken würde. Und das, obwohl er genau weiß, dass damit sein Land, seine Bevölkerung und er selbst dem Untergang geweiht wären. Dass Nordkorea sicherlich nicht sämtliche US-Stützpunkte ausschalten kann, dürfte klar sein - schmerzhaft treffen wäre jedoch durchaus drin. Nordkorea hat so etwa 70 U-Boote - sie müssen Waffen vielleicht gar nicht mit ballistischen Raketen zum Ziel bringen. Wenn Kim Jong-un nicht einplant, heil aus einem Konflikt heraus zu kommen, sondern nur eine rein Vergeltungsmaßnahmen startet, ist das ggf. sehr gefährlich. Mit Nordkorea sollte man verhandeln und nicht eskalieren. Wirtschaftliche Beziehungen schaden meistens nicht und ein Handel mit Lebensmitteln o.ä. würde sowohl den Außenbeziehungen als auch den Menschen im Land gut tun. Man kann nur hoffen.
herbert 09.08.2017
4. Hunde die bellen beissen nicht !
Das ganze Thema Nord Korea ist ein volles Thema für China ! China ist hier voll in der Verantwortung ! China liefert Raketen oder Teile an Nord Korea, also sind sie nun in der Pflicht, wenn der kleine Boss aus Nord Korea verrückt spielt. Das muss Trump wissen, wenn er es geistig schafft!
tomrobert 09.08.2017
5. Die Bevölkerung wird auf Krieg getrimmt!
Es wäre nicht notwendig dieses Theater zu machen, den Nord Korea hat keine Kapazität die USA anzugreifen ohne selbst dabei vernichtet zu werden. Hier soll rhetorisch der Bevölkerung die Zustimmung in Form einer dringlichen Notwendigkeit abgerungen werden. Nur das würde einen Schub auch für die Japanische Wirtschaft er bringen. Das Problem ist China, die Möglicherweise vorher das Heft in die Hand nehmen und Nord Korea besetzen um dem Spuk ein Ende zu setzen.
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