Nach Verschärfung der Uno-Sanktionen Nordkorea feuert offenbar mehrere Kurzstreckenraketen ab

Gerade erst hat der Uno-Sicherheitsrat härtere Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen - beeindruckt hat das wohl nicht: Südkorea meldet, das Nachbarland habe mehrere Raketen ins Meer geschossen.

TV-Aufnahmen der Geschosse
AP

TV-Aufnahmen der Geschosse


Das Regime in Pjöngjang hat nach südkoreanischen Angaben mehrere Kurzstreckengeschosse in Richtung Japanisches Meer abgefeuert. Nordkorea habe die Aktion aus der Stadt Wonsan an der Ostküste gestartet, teilte der Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums mit. Die Raketen seien ins Wasser gestürzt, es werde nun untersucht, um welche Art es sich genau gehandelt habe, sagte Moon Sang-Gyun. Auch über die genaue Anzahl der Geschosse gibt es bisher keine Angaben.

Nur wenige Stunden zuvor hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen schärfere Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Die Strafmaßnahmen waren eine Reaktion auf einen nordkoreanischen Atomtest im Januar und einen ebenfalls weltweit kritisierten Test einer Langstreckenrakete.

Die Resolution sieht unter anderem Kontrollen aller Frachter von und nach Nordkorea sowie ein Verkaufsverbot für Handfeuerwaffen vor. Es seien die schärfsten Sanktionen, die der Sicherheitsrat in mehr als zwei Jahrzehnten verhängt habe, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power. Ziel sei es, Nordkorea von den Quellen für seine Atom- und Waffenprogramme abzuschneiden.

"Die heutige einstimmige Handlung des Sicherheitsrats sendet eine klare Botschaft an Nordkorea, dass das Land seine internationalen Verpflichtungen wieder voll erfüllen muss", sagte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon.

In einem am Montag veröffentlichten Bericht hatte eine von den Vereinten Nationen beauftragte Expertengruppe ernsthafte Zweifel an der Wirksamkeit der bislang bestehenden Sanktionen geäußert. Das Regime in Pjöngjang habe diese geschickt umgangen, außerdem setzten Uno-Mitgliedstaaten die Sanktionen nicht ausreichend um.

aar/Reuters/AP/AFP

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