Berichte von Staatsmedien Nordkorea verkündet Stopp seiner Atom- und Raketentests

Lenkt Nordkorea im Konflikt mit dem Westen ein? Südkoreanischen Berichten zufolge will Pjöngjang seine Atom- und Raketentests aussetzen. Der Stopp soll demnach umgehend greifen.

Kim Jong Un
AFP

Kim Jong Un


Nordkoreas MachthaberKim Jong Un hat nach Angaben von Staatsmedien die Aussetzung der Atom- und Raketentests seines Landes angekündigt. Zudem solle der Betrieb einer nuklearen Testanlage eingestellt werden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf die amtliche nordkoreanische Agentur KCNA.

"Vom 21. April an wird Nordkorea Atomtests und den Start von ballistischen Interkontinentalraketen stoppen", zitierte Yonhap den KCNA-Bericht. Die Schließung der Atomanlage soll demnach dazu dienen, den Willen zur Aussetzung von Atomtests zu bekräftigen. Die Entscheidung dazu sei bei einer Sitzung des Zentralkomitees der nordkoreanischen Regierungspartei am Freitag gefällt worden.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete Nordkoreas Vorstoß als "großen Fortschritt". "Das sind sehr gute Neuigkeiten für Nordkorea und die Welt", schrieb Trump in der Nacht zum Samstag auf Twitter. "Ich freue mich auf unseren Gipfel", fügte er hinzu.

Im Konflikt zwischen den USA und Nordkoreahatte es zuletzt Annäherungen gegeben. Am Mittwoch wurde bekannt, dass der CIA-Chef und designierte US-Außenminister Mike Pompeo von Machthaber Kim empfangen worden war. Angepeilt wird auch ein Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump. Am Freitag nächster Woche wollen zudem Südkoreas Präsident Moon Jae In und Kim im Grenzort Panmunjom zum dritten Korea-Gipfeltreffen zusammenkommen.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel sowie das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenprogramm gehören seit Jahren zu den gefährlichsten Krisenherden der internationalen Politik. Sie hatten sich 2017 deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Kim und US-Präsident Donald Trump überzogen sich immer wieder gegenseitig mit Beleidigungen, Drohungen und Spott. Das nährte Befürchtungen, der Konflikt könne eskalieren, womöglich auch atomar.

Völkerrechtlich befindet sich die koreanische Halbinsel noch immer im Kriegszustand. Der Korea-Krieg von 1950 bis 1953 endete mit einem Waffenstillstandsabkommen, ein Friedensvertrag wurde bis heute nicht geschlossen.

hen/dpa



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