Grenzübertritt aus Hunger Nordkoreanischer Soldat soll vier Chinesen getötet haben

Ein Soldat aus Nordkorea soll die Grenze nach China überquert und dort vier Menschen getötet haben. Das berichten südkoreanische Medien und indirekt auch das Pekinger Außenministerium. Der Deserteur war offenbar auf der Suche nach Essen.


Peking/Seoul - Ein nordkoreanischer Soldat hat Medienberichten zufolge auf der Suche nach Nahrungsmitteln die Grenze zu China überquert und dort vier Menschen getötet. Die Tat soll sich Ende Dezember in der nordöstlichen Stadt Helong zugetragen haben, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap und die Zeitung "Dong-A Ilbo" jetzt berichteten.

Der junge Soldat stahl demnach Geld und Lebensmittel aus einem Haus, bevor er die vier Menschen erschlug beziehungsweise erschoss. Er soll später von chinesischen Polizisten angeschossen und festgenommen worden sein.

Yonhap zitierte einen südkoreanischen Regierungsmitarbeiter mit der Vermutung, China könne den Täter womöglich nicht an Nordkorea ausliefern, da er vier Chinesen getötet habe. Ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums teilte mit, man habe in Pjöngjang eine Protestnote hinterlassen. Von dort gibt es noch keine offizielle Stellungnahme zu den Medienberichten.

In Nordkorea müssen alle jungen Männer für zehn Jahre zum Militär. In vielen Kasernen herrscht offenbar ein Mangel an Nahrungsmitteln, oft überqueren hungernde Soldaten auf der Suche nach etwas Essbarem die Grenze zu China. "In den letzten zehn Jahren ist das ziemlich normal geworden", zitierte "Dong-A" einen Einwohner der chinesischen Grenzregion.

Tausende Nordkoreaner versuchen jährlich, erst nach China und dann nach Südkorea zu gelangen, um dort ein neues Leben zu beginnen. Wer in China von den Behörden geschnappt wird, wird meist nach Nordkorea zurückgebracht.

fab/AFP/Reuters



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 34 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Pfaffenwinkel 05.01.2015
1. In Nordkorea
hungern die Menschen, aber die Mächtigen dieser Erde scheint das wenig zu interessieren.
guayaquil 05.01.2015
2. Gut geht's uns!
Wir wissen gar nicht wie gut es uns geht! Gejammert wird trotzdem!
cindy2009 05.01.2015
3. .
Am Hunger ist die westliche demokratische Welt schuld, oder?
hansmaus 05.01.2015
4.
Zitat von Pfaffenwinkelhungern die Menschen, aber die Mächtigen dieser Erde scheint das wenig zu interessieren.
Wozu auch? da gibts kein Öl oder sonst was zu holen ergo interessiert das die Medien nicht und schonmal überhauptnicht die Mächtigen ;)
a.totok 05.01.2015
5.
Zitat von guayaquilWir wissen gar nicht wie gut es uns geht! Gejammert wird trotzdem!
immer dieser relativierende schwachsinn. natürlich geht es den meisten hier gut. sollen wir uns jetzt nochmals so richtig anstrengen und die arbeit aller unserer vorgängergenerationen zunichte machen, um dann doch endlich auf nordkoreanischen zuständen ankommen? ihnen geht es wahrhaftig viel zu gut. sie sind scheinbar nicht einmal mal mehr an der verbesserung der zustände für die zukünftigen generationen interessiert.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.