Nordkoreanischer Machthaber Spekulationen über Kim-Besuch in Peking

In Peking ist ein Zug aus Nordkorea eingetroffen, offenbar mit hochrangigen Politikern an Bord. Ob es sich bei dem Besuch um Kim Jong Un handelt, ist noch nicht bestätigt. Es wäre sein erster Trip nach China.

Vor dem Diaoyutai State Guesthouse in Peking, in dem schon häufiger hochrangige Besucher aus Nordkorea übernachtet haben, wurde ein Konvoi gesichtet
AP

Vor dem Diaoyutai State Guesthouse in Peking, in dem schon häufiger hochrangige Besucher aus Nordkorea übernachtet haben, wurde ein Konvoi gesichtet


Vor dem geplanten Treffen des südkoreanischen Staatschefs Moon Jae In und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in wenigen Wochen sind offenbar hochrangige Vertreter aus dem abgeschotteten Regime nach Peking gereist. Der japanischen Nachrichtenseite von Kyodo News zufolge hat ein Zug die Grenze nach China in Dandong überquert. Ob sich Kim selbst an Bord befand, ist nicht bekannt.

Bloomberg News berichtet mit Bezug auf namentlich nicht genannte Quellen, dass es sich tatsächlich um einen Besuch Kims handeln soll. Der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge ist jedoch kein Besuch des Machthabers angemeldet.

Sollte Kim an Bord sein, wäre es die erste Visite in dessen Amtszeit als Anführer des nordkoreanischen Regimes. Er und der chinesische Präsident Xi Jinping haben sich offiziell noch nie getroffen.

Twitter-Nutzer posteten am Montag Videos, auf denen eine abgesicherte Fahrzeugkolonne in Peking zu sehen ist. Kyodo berichtet, dass vor der Großen Halle des Volkes ein Auto mit dem Kennzeichen der nordkoreanischen Botschaft geparkt habe.

Ein Detail aber wirft Zweifel an dem Kim-Besuch auf: Die Fahrzeuge der Kolonne waren Augenzeugen zufolge nicht mit nordkoreanischen Fahnen bestückt - wenn tatsächlich der Anführer eines Landes anreist, gehört das eigentlich zum Prozedere. Es könnte sich beispielsweise auch um seine Schwester Kim Yo Jong handeln, die auch schon die Winterolympiade in Pyeongchang besucht hatte.

Der Besuch wäre angesichts der diplomatischen Vorhaben des Regimes in Pjöngjang durchaus plausibel. Im April wollen sich Kim und Moon in der entmilitarisierten Zone zwischen Süd- und Nordkorea treffen. Im Mai soll dann nach Angaben aus Seoul ein Gespräch zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump geplant sein.

Denkbar, dass sich Kim davor noch mit seinem wichtigsten Verbündeten in Peking absprechen wird. Zuletzt hatte China, das dem Atomprogramm des Nachbarn ebenfalls ablehnend gegenüber steht, die internationalen Sanktionen gegen Nordkorea mitgetragen und so den Druck auf das Regime deutlich erhöht.

Eine offizielle Bestätigung vonseiten Pekings wird, wie bei früheren ähnlichen Besuchen, erst nach der Abreise der Nordkoreaner erwartet.

vks



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.