Nordkorea stoppt Atomprogramm: Amerikaner rätseln über Kim Jong Uns neuen Kurs

Von , New York

Überraschend lenkt Nordkorea im Atomstreit ein, der neue Führer Kim Jong Un will alle Nukleartests stoppen. Aber ändert das Regime nun wirklich seinen außenpolitischen Kurs - oder ist alles nur ein Trick? Die US-Regierung zeigt sich skeptisch.

Moratorium: Nordkoreas Atom-Arsenal Fotos
AFP

Hillary Clinton krempelte kurzfristig die Tagesordnung um. Eigentlich sollte sie vor einem US-Kongressausschuss über reguläre Haushaltsfragen sprechen. Doch dann kam etwas dazwischen.

Es war ein Bulletin aus Pjöngjang, das selbst Insider überraschte: Nordkorea erklärt sich zu einem vorläufigen Stopp seiner Atom- und Raketentests bereit, außerdem will das Regime internationale Atominspekteure wieder ins Land lassen - erstmals seit drei Jahren. Im Gegenzug wollen die USA die Lebensmittelhilfe für das hungernde Land neu ankurbeln.

Also verlief Hillary Clintons Routineauftritt vor dem Bewilligungsausschuss des US-Repräsentantenhauses am Mittwoch ein bisschen anders als geplant. Nachdem sie alle Abgeordneten per Handschlag begrüßt hatte, bestätigte die Außenministerin die Nachricht - mit Vorbehalt: "Die Vereinigten Staaten haben, und das möchte ich gleich hinzufügen, weiter große Bedenken." Sie las den Satz von ihrem blauen Blackberry ab, auf den sie schielte.

Clintons eisige Miene verzog sich dabei kurz zum Schmunzeln. Schließlich ist diese zögerliche Reaktion schon fast ein Reflex: Nordkorea veranstaltet seit Jahrzehnten Katz- und Maus-Spiele mit den Amerikanern. Auch jetzt bleibt die Frage: Ist der Schwenk Pjöngjangs nur eine weitere Kapriole - oder ein tatsächlicher Durchbruch unter dem neuen Führer Kim Jong Un?

"Der nordkoreanische Tanz geht weiter"

Die westlichen Akteure trauen dem Tauwetter nicht - es gibt noch zu viele Hürden, bevor von einem Durchbruch die Rede sein könnte. "Wir sind nicht nur um der Gespräche willen an Gesprächen interessiert", hieß es in US-Regierungskreisen skeptisch. Dem "positiven ersten Schritt", sagte Jay Carney, der Sprecher des Weißen Hauses, müssten nun Taten folgen.

Oder, so der britische Nordkorea-Analyst Aidan Foster-Carter in einem Web-Beitrag für die BBC: "Der nordkoreanische Tanz geht weiter."

Die unerwarteten Konzessionen waren Resultat eines zweitägigen Treffens von Vertretern beider Seiten vorige Woche in Peking - das erste seit dem Tod des Machthabers Kim Jong Il und dem Aufstieg von dessen Sohn Kim Jong Un. Das Ergebnis überraschte selbst Kenner. Admiral Robert Willard, der Kommandeur der US-Flotte im Pazifik, deutete den positiven Drall zwar schon am Dienstag an, vor dem Streitkräfteausschuss des US-Senats. Zugleich warnte er aber, dass Kim "die restriktive Strategie seines Vaters weiterführen" werde.

Nach der harten Linie der letzten Jahre wären dies in der Tat enorme Zugeständnisse. Der junge Diktator, über dessen Motivation die Welt bis heute rätselt, will alle Atomtests und die Urananreicherung vorerst stoppen. US-Hardliner wittern eine Falle: "Pjöngjang wird sein heimliches Nuklearwaffenprogramm wahrscheinlich direkt vor unserer Nase fortsetzen", erklärte die Republikanerin Ileana Ros-Lehtinen, die Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Senat.

Dass sich das abgeschottete Land der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA öffnen will, deren Inspekteure es im April 2009 ausgewiesen hatte, wäre jedenfalls eine erste Voraussetzung für Verhandlungen. "Das heißt, dass wir einen Eindruck von einem unbeaufsichtigten Atomprogramm bekämen, das seit mehr als drei Jahren ununterbrochen vorangeschritten ist", sagte Victor Cha, ein Asien-Analyst am Center for Strategic and International Studies, der "Washington Post".

Kurzfristig profitieren beide Seiten

Doch solche Inspektionen könnten auch neue Komplikationen bringen. Ein Team von US-Experten hatte den Fünf-Megawatt-Reaktor in Yongbyon zuletzt im November 2010 in Augenschein genommen. Die alten Plutoniumanlagen schienen damals stillgelegt. Daneben gab es aber eine brandneue Einrichtung zur Urananreicherung. Unklar ist nun, ob auch diese Anlage unter das Moratorium fällt.

Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA hielt sich denn auch clever ein Hintertürchen offen: Man werde die Absprachen einhalten - "so lange die Gespräche fruchtbar voranschreiten".

Das alte Spiel. Schon oft hatten die USA in diesem diplomatischen Dauerstreit Fortschritte errungen, nur um dann von Pjöngjang düpiert zu werden. Weshalb auch die Aussicht auf einen Neustart der Sechs-Parteien-Gespräche (Nordkorea, Südkorea, China, USA, Russland, Japan) in Washington kaum Jubel auslöst: Die letzten Gespräche hatten sich fünf Jahre dahingequält, bis Pjöngjang sie 2008 platzen ließ und sich jeder Aufsicht entzog.

Zumindest aber profitieren beide Seiten kurzfristig von der Entwicklung. US-Präsident Barack Obama verspricht sich in einem harten Wahljahr etwas Entlastung an der Atomfront, die dieser Tage von dem unberechenbaren Konflikt zwischen Iran und Israel beherrscht wird. Kim verspricht sich die Konsolidierung seiner intern noch wackligen Machtposition.

Pjöngjang sendet widersprüchliche Signale

Der Diktator kann die Lebensmittelhilfen als Bonus verbuchen: Nach Jahren des Hungers könnten die 240.000 Tonnen Hilfsgüter die Lage im Land erheblich verbessern. "Das hilft ihm, sich vor seinen Leuten als ein Führer zu beweisen, der mit den Amerikanern umgehen kann", sagte Kim Yong Hyun, Analyst an der Dongguk University in Seoul, der "New York Times".

Sofern die Nahrung natürlich die richtigen, notleidenden Adressaten erreicht und nicht in korrupten Regierungskanälen versandet. Deshalb sollen die neuen Lieferungen nicht aus Reis und Korn bestehen, die leicht umgeleitet werden können, sondern aus Nährstoffmitteln.

Zweifel an Nordkorea sind aber auch anderweitig angebracht. Noch vorige Woche hatte sich Pjöngjang martialisch aufgeplustert: "Wir haben kriegerische Mittel, die mächtiger sind als die US-Atomwaffen", erklärte sein Verteidigungsausschuss NDC. Anlass des Ausfalls war ein Manöver von Amerikanern und Südkoreanern, das Nordkorea als "Kriegshysterie" verurteilte.

Zugleich gab es aber auch ganz offensichtliche Zeichen der Entspannung. Am Dienstag dockte ein US-Marineschiff im Hafen von Pjöngjang an. Nach einer Vereinbarung soll es bei der Suche nach den sterblichen Überresten von rund 5500 vermissten US-Soldaten aus dem Koreakrieg mithelfen.

Viele "mixed messages" also, die die Experten in den USA weiter rätseln lassen. Nordkorea ist und bleibt ein undurchsichtiger Gesprächspartner.

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1. Raum und Zeit für zukünftiges
JGC 01.03.2012
Zitat von sysopAFPÜberraschend lenkt Nordkorea im Atomstreit ein, der neue Führer Kim Jong Un will alle Nukleartests stoppen. Aber ändert das Regime nun wirklich seinen außenpolitischen Kurs - oder ist alles nur ein Trick? Die US-Regierung zeigt sich skeptisch. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818527,00.html
Ist ja auch wirklich ein reichlich dämliches Spiel... Die EINEN unterstellen IMMER "böse" Absichten und man kann es noch so ehrlich meinen und rum tanzen, es hat da keinen Sinn ÜBERHAUPT was zu "beweisen, und ANDERE wiederum wären froh, wenn diese "Dauerkrise" endlich zu den Akten gelegt werden könnte, da die Menschen in Nord-Korea doch auch nicht anders sind wie wir.. Auch SIE wollen satt sein, bisschen Freude, Freunde und Motivation, sowie das Gefühl, akzeptiert zu sein, sie sie SIND(was nicht mal wirklich bekannt ist) Es wird Zeit, endlich mit diesen ewigen gegenseitigen Unterstellungen das Leben madig zu machen. Was wäre denn, wenn z.B. die USA Frankreich oder gar Österreich zwecks AKW sich solche "Behandlung" gefallen lassen muss? Ich meine, das es endlich Zeit wird, die Horden von Buh´s und Bäh´s, sowie all die Igittigitt´s und Pfui Bah´s in einen großen Sack zu stopfen und sie endlich in Frieden zu begraben.. Um in eine NEUE Zeit zu gehen, die auch wirklich Zukunft hat, ist es nun mal notwendig, endlich all die alten Kamelen zu vergeben und wirklich aus den alten "Fehlern" zu lernen! Wir sollten es uns wirklich nicht mehr leisten, 80% des Bruttosozialproduktes DAFÜR aus zu geben, um all die möglichen Bedrohungen, (egal ob real oder nur im Kopf bestimmter und einflussreicher Personen) zum Fenster raus zu schmeißen, denn unsere momentanen Wirklichkeiten haben echt andere Prioritäten, als ständig von irgendwelchen Ängsten befeuert zu werden, unsere Finanzen und Ressourcen irgendwelchen "imaginären Monstern" zum Fraß vor zu werfen... Wir haben EINE Welt und die Menschheit hat gerade echt andere Probleme als das ewig gestrige Geplänkel! WAS wir brauchen ist neue Nahrung, neue Methoden und neue Wege, die es zu gehen gilt.! In der Zukunft können wir wahrhaftig all den emotionalen Müll unserer jeweiligen Vergangenheiten nicht mehr gebrauchen!!! Entledigen wir uns also endlich all diesem emotionalen Umweltschmutz in unserem Gedächtnis und machen Platz für NEUE Gedanken, die uns wirklich weiterhelfen. Man muss sich nur mal ganz klar und deutlich vor Augen halten, das all unsere materiellen Verschmutzungen in Wahrheit lediglich die Folgen all der ganzen geistigen Umweltverschmutzungen sind, was JEDER unschwer erkennen kann, wenn er sich nur den ganzen Müll in den Medien betrachtet, der tagtäglich über den Äther geschossen wird und in unseren Hirnen Platz weg nimmt, mit all DEM Zeug, das man im Grunde gar nicht wissen muss!! Und wenn in China der berühmte Sack Reis um fällt.. Na und?? DORT sind auch Menschen, die Hände und Köpfchen haben, um sich SELBST darum zu kümmern, der ihr "SACK" wieder gerade steht.. Und SO ist s im Grunde mit ALLEM im Leben.. Hören wir also endlich auf, uns ständig und fortwährend uns andauernd gegenseitig in unseren Kram ein zu mischen und siehe da, wir haben gleich viel weniger Gründe, uns gegenseitig zu misstrauen und uns ständig in irgendwelche Suppen zu spucken.. In diesem Sinne....................JGC
2. Pjöngjang sendet widersprüchliche Signale?
Kokeldil 01.03.2012
[...] Noch vorige Woche hatte sich Pjöngjang martialisch aufgeplustert: "Wir haben kriegerische Mittel, die mächtiger sind als die US-Atomwaffen", erklärte sein Verteidigungsausschuss NDC. [...] Ist doch nur konsequent, dann das vermeintlich schwächere Kampfmittel erst einmal beiseite zu legen, oder nicht? Was ist daran widersprüchlich. Vielleicht glaubt Nordkorea auch ernsthaft, es würde mit dieser Aussage und der nun folgenden Zusage genau das erreichen: Die Welt glauben machen, dass es in der Tat weitaus zerstörerische Mittel besitzt?
3.
Benutzername98 01.03.2012
Zitat von sysopAFPÜberraschend lenkt Nordkorea im Atomstreit ein, der neue Führer Kim Jong Un will alle Nukleartests stoppen. Aber ändert das Regime nun wirklich seinen außenpolitischen Kurs - oder ist alles nur ein Trick? Die US-Regierung zeigt sich skeptisch. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818527,00.html
Aus dem Artikel: "Deshalb sollen die neuen Lieferungen nicht aus Reis und Korn bestehen, die leicht umgeleitet werden können, sondern aus Nährstoffmitteln." Was sind bitte Nährstoffmittel? Wikipedia kennt es nicht, Google liefert 448 Ergebnisse. Daher mein Tipp: das Wort gibt es im Deutschen gar nicht.
4. Gemeinschaftsbedrohung könnte zum Umdenken führen.
adsum 01.03.2012
Zitat von JGCIst ja auch wirklich ein reichlich dämliches Spiel... Die EINEN unterstellen IMMER "böse" Absichten und man kann es noch so ehrlich meinen und rum tanzen, es hat da keinen Sinn ÜBERHAUPT was zu "beweisen, und ANDERE wiederum wären froh, wenn diese "Dauerkrise" endlich zu den Akten gelegt werden könnte, da die Menschen in Nord-Korea doch auch nicht anders sind wie wir.. Auch SIE wollen satt sein, bisschen Freude, Freunde und Motivation, sowie das Gefühl, akzeptiert zu sein, sie sie SIND(was nicht mal wirklich bekannt ist) Es wird Zeit, endlich mit diesen ewigen gegenseitigen Unterstellungen das Leben madig zu machen. Was wäre denn, wenn z.B. die USA Frankreich oder gar Österreich zwecks AKW sich solche "Behandlung" gefallen lassen muss? Ich meine, das es endlich Zeit wird, die Horden von Buh´s und Bäh´s, sowie all die Igittigitt´s und Pfui Bah´s in einen großen Sack zu stopfen und sie endlich in Frieden zu begraben.. Um in eine NEUE Zeit zu gehen, die auch wirklich Zukunft hat, ist es nun mal notwendig, endlich all die alten Kamelen zu vergeben und wirklich aus den alten "Fehlern" zu lernen! Wir sollten es uns wirklich nicht mehr leisten, 80% des Bruttosozialproduktes DAFÜR aus zu geben, um all die möglichen Bedrohungen, (egal ob real oder nur im Kopf bestimmter und einflussreicher Personen) zum Fenster raus zu schmeißen, denn unsere momentanen Wirklichkeiten haben echt andere Prioritäten, als ständig von irgendwelchen Ängsten befeuert zu werden, unsere Finanzen und Ressourcen irgendwelchen "imaginären Monstern" zum Fraß vor zu werfen... Wir haben EINE Welt und die Menschheit hat gerade echt andere Probleme als das ewig gestrige Geplänkel! WAS wir brauchen ist neue Nahrung, neue Methoden und neue Wege, die es zu gehen gilt.! In der Zukunft können wir wahrhaftig all den emotionalen Müll unserer jeweiligen Vergangenheiten nicht mehr gebrauchen!!! Entledigen wir uns also endlich all diesem emotionalen Umweltschmutz in unserem Gedächtnis und machen Platz für NEUE Gedanken, die uns wirklich weiterhelfen. Man muss sich nur mal ganz klar und deutlich vor Augen halten, das all unsere materiellen Verschmutzungen in Wahrheit lediglich die Folgen all der ganzen geistigen Umweltverschmutzungen sind, was JEDER unschwer erkennen kann, wenn er sich nur den ganzen Müll in den Medien betrachtet, der tagtäglich über den Äther geschossen wird und in unseren Hirnen Platz weg nimmt, mit all DEM Zeug, das man im Grunde gar nicht wissen muss!! Und wenn in China der berühmte Sack Reis um fällt.. Na und?? DORT sind auch Menschen, die Hände und Köpfchen haben, um sich SELBST darum zu kümmern, der ihr "SACK" wieder gerade steht.. Und SO ist s im Grunde mit ALLEM im Leben.. Hören wir also endlich auf, uns ständig und fortwährend uns andauernd gegenseitig in unseren Kram ein zu mischen und siehe da, wir haben gleich viel weniger Gründe, uns gegenseitig zu misstrauen und uns ständig in irgendwelche Suppen zu spucken.. In diesem Sinne....................JGC
Guter Beitrag gleich zu Anfang dieses Themas. Es wäre ja alles viel einfacher. Das Existenzrecht Israel wird anerkannt von allen Staaten. Israel soll nicht mehr vernichtet werden. Die Grenzen werden entfernt und es gäbe nur noch eine gemeinsame Regierung in der Welt. Grenzen gibt es nicht mehr, sondern nur noch einzelne Regionen etc. Im Zeitalter des Internets könnte vielleicht eine solche Utopie möglich sein. Alle Völker erheben sich, entwaffenen ihre eigenen Regierungen friedlich, etc, etc. Aber da kommen dann die Experten, die so etwas für unmöglich halten. Das ist Spinnerei, Religion, das ist Ideologie etc. etc. OK! Die Erfahrung der Vergangenheit hat halt leider gezeigt, dass viele, dieser Einwände richtig waren. Vielleicht bedroht uns in ferner Zeit einmal ein riesiger Meteroit. Und schon gibt es eine weltweite Gemeinschaftsaufgabe gegen diese Bedrohung und alle Völker ziehen plötzlich an einem Strick! :-)
5. Biologisch
sorum11 01.03.2012
Zitat von sysopAFPÜberraschend lenkt Nordkorea im Atomstreit ein, der neue Führer Kim Jong Un will alle Nukleartests stoppen. Aber ändert das Regime nun wirklich seinen außenpolitischen Kurs - oder ist alles nur ein Trick? Die US-Regierung zeigt sich skeptisch. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818527,00.html
"Wir haben kriegerische Mittel, die mächtiger sind als die US-Atomwaffen" Da spielt er wohl auf sowas wie SARS an, das garantiert auch nicht "einfach so" in der Natur entstanden ist. In der Wirkung mächtiger als Atombomben wohl kaum (solange es keine Antimaterie ist), aber in der subtilen Kriegsführung ohne eine einzige Explosion sind bio-chemische Waffen sicherlich sehr mächtig.
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Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 24,346 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon

Nord- und Südkorea
Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP
Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke
Militär in Nord- und Südkorea
Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76
(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)