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Sanktionen: Südkorea schließt Industriepark in Nordkorea

Nordkoreanische Arbeiterinnen in Kaesong: 50.000 Menschen verlieren vorerst ihre Jobs Zur Großansicht
REUTERS

Nordkoreanische Arbeiterinnen in Kaesong: 50.000 Menschen verlieren vorerst ihre Jobs

Der Industriepark Kaesong gilt als Symbol der Annäherung zwischen Süd- und Nordkorea. Nun hat die Regierung in Seoul den Betrieb eingestellt - eine Reaktion auf die jüngsten Atombomben- und Raketentests des Kim-Regimes.

Südkorea will dem Regime in Nordkorea eine seiner wichtigsten Devisenquellen nehmen. Die südkoreanische Regierung hat den gemeinsamen Industriepark Kaesong komplett geschlossen, damit Pjöngjang Geld des Fabrikkomplexes nicht für sein Atomwaffen- und Raketenprogramm nutzen kann. Das teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit.

Der 2004 geöffnete Fabrikpark in einer Sonderzone der nordkoreanischen Stadt Kaesong war das einzige größere Wirtschaftsprojekt, das beide Staaten noch gemeinsam betrieben. Mehr als 50.000 Nordkoreaner arbeiteten dort zuletzt für 124 südkoreanische Unternehmen, die von den niedrigen Löhnen im abgeschotteten Nachbarland profitieren. Hergestellt wurden unter anderem Textilien, Schuhe und Haushaltsgeräte. Bis zum heutigen Tag flossen Nordkorea nach südkoreanischen Angaben durch den Kaesong-Komplex 616 Milliarden Won, umgerechnet rund 458 Millionen Euro, zu.

Eine Vereinigung der Unternehmen in Kaesong rief die Regierung in Seoul auf, die Schließung zu überdenken.

Als weitere Sanktion verstärkte Südkoreas Militär die Propagandabeschallung Nordkoreas an der Grenze. Aus mehreren Lautsprecherbatterien sendet Südkorea seit einem weltweit kritisierten Atomtest Nordkoreas im Januar bereits laute Popmusik über die Grenze und strahlt Sendungen mit Kritik am kommunistischen Regime in Pjöngjang aus.

Auch Japan verschärfte seine Sanktionen gegen Nordkorea. Nach Angaben des Außenministeriums in Tokio werden unter anderem Überweisungen und Bargeldsendungen eingeschränkt. Nordkoreanische Schiffe dürften außerdem nicht mehr japanische Häfen anlaufen.

Südkoreas Vereinigungsministerium warf Nordkorea vor, durch seine Provokationen den Frieden in der Region zu gefährden. Kurz nach seinem vierten Atomtest habe das Land eine Langstreckenrakete gestartet und damit wiederholte Warnungen der internationalen Staatengemeinschaft in den Wind geschlagen.

Nordkoreas Start der Weltraumrakete am Sonntag hatte weltweit Empörung ausgelöst. Während Pjöngjang von einem "legitimen Recht auf Weltraumforschung" sprach, sieht die internationale Gemeinschaft darin den verdeckten Test einer atomar bestückbaren Langstreckenrakete.

syd/dpa/AFP

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Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 25,027 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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Nord- und Südkorea
Nordkorea und Kim Jong Il
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke
Militär in Nord- und Südkorea
Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76
(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)

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