Nordkoreas Atomtest Südkorea kündigt neue Propagandadurchsagen an der Grenze an

Pjöngjang provoziert mit einem Atomtest - jetzt droht die nächste Propagandaschlacht mit Südkorea. Seoul will wieder Propagandabotschaften per Lautsprecher an der Grenze zum Nachbarland verbreiten.

Innerkoreanische Grenze: "Harte Bestrafung"
AFP

Innerkoreanische Grenze: "Harte Bestrafung"


Nordkorea steht wegen des vermeintlichen Tests einer Wasserstoffbombe massiv in der Kritik. Nun reagiert Seoul: Man werde die umstrittenen Propagandadurchsagen an der Grenze der beiden Staaten wieder aufnehmen, teilte das Präsidialamt von Südkorea mit.

Pjöngjangs Atomtest sei eine "schwere Verletzung" einer im August getroffenen Vereinbarung zwischen den Regierungen der geteilten Halbinsel. Ziel war es damals, die Spannungen zwischen dem kommunistischen Regime im Norden und dem Nachbarland im Süden abzubauen. Südkoreas Militär sei bereit, heißt es in der Stellungnahme. Wenn Nordkorea Provokationen wage, werde es eine "harte Bestrafung" geben.

Anfang August waren bei der Explosion von Landminen in der demilitarisierten Zone zwischen beiden Staaten zwei südkoreanische Soldaten verletzt worden. In der Folge beschallte der Süden seinen Nachbarn im Norden per Lautsprecher mit einer Mischung aus Nachrichten und Popmusik. Nordkorea bestreitet, die Minen gelegt zu haben. Zeitweilig beschossen sich die Staaten an der Grenze mit Artillerie. Um die Lage zu entspannen, nahmen Vertreter der Länder später Gespräche auf.

Am Mittwoch verkündete eine nordkoreanische Nachrichtensprecherin, ich Land habe erfolgreich eine Wasserstoffbombe getestet. Experten bezweifeln, dass es sich tatsächlich um eine solche Waffe gehandelt hat. Dennoch wird die Aktion international als Provokation gewertet.

kev/AP/Reuters

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