Tote Generäle in Nordkorea: Wer nicht trauert, wird hingerichtet

Wenn der geliebte Führer stirbt, hat Nordkorea zu trauern. Das gilt auch für die Top-Militärs. Trotzdem ließen sich hohe Offizielle angeblich mit Alkohol oder der Geliebten erwischen - sie wurden laut südkoreanischen Medien exekutiert.

Tod von Kim Jong Il: Alkohol statt Staatstrauer? Fotos
AFP

Pjöngjang - Die Bilder gingen um die Welt. Nach dem Tod des Diktators Kim Jong Il im Dezember 2011 überschlugen sich die Nordkoreaner in Trauerbekundungen für den "geliebten Führer". Tausende Menschen, in Tränen aufgelöst auf der Straße, Generäle mit versteinerten Mienen - das Staatsfernsehen dokumentierte den Schmerz des "trauernden Volkes". Ein südkoreanischer Insider behauptet nun: Zahlreiche Top-Militärs bezahlten ihre mangelnde Anteilnahme am Tod des Diktators mit dem Leben.

Wie die Zeitung "Chosun Ilbo" berichtet, wurde unter anderem der Vize-Minister für die Streitkräfte Anfang des Jahres vor ein Erschießungskommando gestellt. Sein angebliches Vergehen: Kim Chol habe während der staatlich verordneten Trauerphase Alkohol getrunken. Das Blatt beruft sich bei seiner Meldung auf Geheimdienstinformationen von Yoon Sang-hyun vom Komitee für außenpolitische Angelegenheiten, Handel und Wiedervereinigung in Seoul. Demnach habe der neue Diktator des Landes Kim Jong Un die Hinrichtung angeordnet.

Unklar sind noch die genauen Umstände der Hinrichtung. Der britische "Telegraph" berichtet, Kim Chol sei mit einer Granate beschossen worden. Zuvor habe Kim Jong Un gefordert, dass "keine Spur von Kim Chol übrig bleiben" dürfe.

Neben Kim Chol wurden angeblich noch zahlreiche weitere hohe Funktionäre der Streitkräfte hingerichtet. Insgesamt starben in diesem Jahr demnach 14 hohe Offizielle auf Geheiß des Regimes. Nach der Trauerphase seien reihenweise Funktionäre verschwunden, schreibt die Zeitung "Chosun Ilbo". Auch bei ihnen lautete der Vorwurf meist auf Alkoholgenuss. Anderen werden Verbindungen zu einem Sex-Skandal während der Staatstrauer angelastet.

Es ist davon auszugehen, dass Diktator Kim die angeblichen Vergehen als Vorwand genutzt hat, um sich möglicher Gegenspieler in den Reihen des mächtigen Militärs zu entledigen. "Kim Jong Un stärkt seine Machtbasis. Es scheint, als würden die Säuberungsaktionen noch eine Weile weitergehen", so Yoon Sang-hyun.

Seit er im September 2010 zur Nummer zwei hinter seinem Vater aufgestiegen ist, soll Kim Jong Un für die Tötung oder Absetzung von 31 Spitzenmilitärs und anderer Funktionäre verantwortlich sein.

jok

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1. Schon immer...
Sandygirl 25.10.2012
Das war doch schon immer da Vorgehen bei der MAchtübernahme in nicht-demokratsichen Regimes. Die anderen Prinzengeschwister werden aus dem Weg geräumt, bevor man selbst von ihnen um die Ecke gebracht wird. In einem Militärregime trifft es dann hohe Militärs.
2.
Atheist_Crusader 25.10.2012
Da hat aber Jemand gelernt, wie man den Familienbetrieb übernimmt... Natürlich, wenn man jeden umbringt oder rauswirft der ein bisschen zu mächtig oder intelligent ist, dann muss man sich nicht wundern, wenn man irgendwann nur noch von rückgratlosen Dumpfbacken umgeben ist ;)
3.
gustavsche 25.10.2012
Zitat von sysopWenn der geliebte Führer stirbt, hat Nordkorea zu trauern. Das gilt auch für die Top-Militärs. Trotzdem ließen sich hohe Offizielle angeblich mit Alkohol oder der Geliebten erwischen - sie wurden laut südkoreanischen Medien exekutiert. Nordkorea: Top-Militärs wegen mangelhafter Trauer hingerichtet - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-top-militaers-wegen-mangelhafter-trauer-hingerichtet-a-863323.html)
Wie lange war eigentlich die Trauerphase? Zwei Wochen? Wenn genau 9 Monate nach diesem Zeitraum Kinder geboren wurden, was hat man denn da gemacht?
4. Kann man sich vorstellen
crocodile dentist 25.10.2012
Zitat von sysopWenn der geliebte Führer stirbt, hat Nordkorea zu trauern. Das gilt auch für die Top-Militärs. Trotzdem ließen sich hohe Offizielle angeblich mit Alkohol oder der Geliebten erwischen - sie wurden laut südkoreanischen Medien exekutiert. Nordkorea: Top-Militärs wegen mangelhafter Trauer hingerichtet - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-top-militaers-wegen-mangelhafter-trauer-hingerichtet-a-863323.html)
dass diese Meldung stimmt, zumindest paßt diese Perversion zu dem diktatorischen Steinzeitregime von Chinas Gnaden. Gefährlich ist, dass sich dieser Grünschnabel erst noch profilieren muss, so setzt er gern noch einen drauf auf die Methoden des "geliebten Führers". Ein Hoch auf die Freiheit, in der wir leben dürfen!
5. Osmanisches Reich
grafheini2 25.10.2012
Zitat von SandygirlDas war doch schon immer da Vorgehen bei der MAchtübernahme in nicht-demokratsichen Regimes. Die anderen Prinzengeschwister werden aus dem Weg geräumt, bevor man selbst von ihnen um die Ecke gebracht wird. In einem Militärregime trifft es dann hohe Militärs.
das war im osmanischen Reich so in der Tat der Fall, sogar mehr oder weniger offiziell geregelt. in Europa gings da etwas ziviler zu (dank der Möglichkeit Kirchlicher Würdenträger zu werden, bzw Miltärkarriere..)
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Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 24,346 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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Nordkoreas Atomprogramm
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Nordkoreas Atomprogramm
AFP
Nordkoreas Atomprogramm sorgt seit Jahren für Spannungen. Mit Hilfe von weitreichenden Langstreckenraketen ist das kommunistische Land unter dem "lieben Führer" Kim Jong Il offenbar fähig, zumindest seine Nachbarstaaten mit Nuklearwaffen zu erreichen. Das Land behauptet, genug Plutonium für sechs Atombomben zu besitzen.

Nordkorea hatte sich zwar bei Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags 1985 verpflichtet, nukleare Anlagen nur zivil zu nutzen, im Geheimen aber waffenfähiges Uran angereichert. Als das Ende der neunziger Jahre bekannt wurde, wurde Nordkorea scharf kritisiert. Die USA stoppten die Hilfs- und Energielieferungen an das verarmte Land. Daraufhin kündigte Pjöngjang um die Jahreswende 2002/03 seine Mitgliedschaft im Atomwaffensperrvertrag und seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) . Die Uno-Inspektoren mussten das Land verlassen, alle Überwachungskameras wurden abmontiert.

Anfänge
AP
Das Atomprogramm Nordkoreas hat seinen Anfang in den sechziger Jahren, als der "große Bruder" Sowjetunion dem kommunistischen Nordkorea ein Atomforschungszentrum mit dem Forschungsreaktor Yongbyon baute, der 1965 seinen Betrieb aufnahm. Auf Druck der UdSSR verpflichtete sich Nordkorea 1985 als Mitunterzeichner des Atomwaffensperrvertrags , die Kernkraft ausschließlich zivil zu nutzen. 1992 schloss es mit Südkorea ein Abkommen, die koreanische Halbinsel frei von Atomwaffen zu halten.

Doch schon Ende der achtziger Jahre, so sind sich westliche Geheimdienste heute sicher, kam es zu geheimen Deals zwischen Pakistan und Pjöngjang. Der pakistanische Ingenieur Abdul Qadir Khan lieferte demnach wesentliche Bestandteile für den Atombombenbau, während Pjöngjang Pakistan Prototypen ihrer Mittelstreckenraketen stellte, die mit atomaren Sprengköpfen bestückbar sind. Seit dieser Zeit verfügt Nordkorea über Nukleartechnologie.

Genfer Rahmenabkommen 1994
AFP
Nach zähen Verhandlungen schloss der damalige US-Präsident Bill Clinton 1994 mit Pjöngjang das Genfer Rahmenabkommen , das den Atomkonflikt regulieren und die Gefahr einer nordkoreanischen Atombombe verhindern sollte. Darin garantierte Nordkorea die Stilllegung seines grafitmoderierten Reaktors in Yongbyon , aus dem wohl damals schon nuklearwaffenfähiges Material abgezweigt worden war. Im Gegenzug verpflichteten sich die USA zur Lieferung von Erdöl und zum Bau von zwei Leichtwasserreaktoren, womit die Energieversorgung des verarmten Nordkoreas sichergestellt werden sollte. Allerdings regelte die Vereinbarung nur die Plutoniumproduktion , jedoch nicht die Möglichkeit, aus hochangereichertem Uran Kernwaffen herzustellen.
Sechs-Parteien-Gespräche ab 2003
REUTERS
2003 begannen Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms . An den Gesprächsrunden aus sechs Nationen waren neben Nordkorea China, Russland, Japan, die USA und Südkorea beteiligt. Als Gegenleistung für die nukleare Abrüstung wurde dem vollkommen verarmten Nordkorea Wirtschafts- und Energiehilfe angeboten. Die Gespräche blieben jedoch zunächst ohne Ergebnis.

Im Februar 2005 gab Kim Jong Il offiziell den Besitz von Atomwaffen "zur Selbstverteidigung" bekannt.
Zum Abschluss der vierten Sechs-Länder-Gespräche im September 2005 verpflichtete sich Pjöngjang grundsätzlich zur Aufgabe aller Atomwaffen und Nuklearprogramme, das Atomprogramm lief aber im Geheimen weiter.

2007 zeichnete sich erneut eine Einigung im Atomstreit ab: Die nordkoreanische Seite sagte zu, seine Atomanlagen stillzulegen und die ausländischen Atominspekteure wieder zuzulassen. Im Gegenzug sollte das Land wirtschaftliche, humanitäre und Energiehilfe erhalten und von der US-Liste der den Terror unterstützenden Staaten gestrichen werden. Im Juni 2008 übergab Nordkorea eine seit Monaten überfällige Liste mit Einzelheiten seines Nuklearprogramms an China und sprengte den Kühlturm der abgeschalteten Atomanlage Yongbyon.

Atombomben- und Raketentests
dpa
1998 löste das nordkoreanische Regime mit dem Test einer ballistischen Rakete vom Typ Taepodong-1 weltweit Empörung aus. Im Oktober 2006 schockierte Nordkorea die Weltöffentlichkeit mit unterirdischen Atomwaffentests. Daraufhin beschloss der Uno-Sicherheitsrat einstimmig die Resolution 1718 , in der der Atomtest verurteilt und Handels- und Finanzsanktionen gegen Nordkorea verhängt wurden.

Im April 2009 startete Pjöngjang eine Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-2 mit einer Reichweite von Tausenden Kilometern. Angeblich wurde auch ein Kommunikationssatellit ins All gebracht. Als der Weltsicherheitsrat den Raketenstart verurteilte, brach Pjöngjang die Sechs-Parteien-Gespräche erneut ab und kündigte die Wiederinbetriebnahme des stillgelegten Atomzentrums Yongbyon an. Am 25. Mai kam es zum zweiten unterirdischen Atombombentest. Die Sprengkraft der getesteten Atombombe wird seismologischen Messungen zufolge auf zehn bis 20 Kilotonnen geschätzt, das entspricht der Vernichtungskraft der Bombe, die 1945 Hiroshima zerstörte. Nur einen Tag später startete das Regime zwei Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von 130 Kilometern.

Interaktive Grafik

Nord- und Südkorea
Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP
Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke
Militär in Nord- und Südkorea
Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76
(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)
Uran und Atomwaffen
Uran
Uran eignet sich sowohl für die Energiegewinnung als auch für den Einsatz in Atomwaffen. Entscheidend ist der Grad der Anreicherung. Der Ausgangsstoff Uranerz besteht zu rund 99,3 Prozent aus Uran 238; das spaltbare Uran 235 macht nur etwa 0,7 Prozent aus. Für die Nutzung in Kernreaktoren muss der Anteil von Uran 235 auf drei bis fünf Prozent gesteigert werden, für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 85 Prozent notwendig.
Anreicherung
Uranerz wird nach dem Abbau zunächst zu einem gelblichen Pulver verarbeitet, dem sogenannten Yellowcake. Es dient zur Herstellung von Brennelementen für Reaktoren, kann aber zwecks Anreicherung auch in Uran-Hexafluorid (UF6) umgewandelt werden, das bis 56 Grad Celsius in kristalliner Form vorliegt und darüber gasförmig ist.

Die meisten Anreicherungsanlagen weltweit basieren auf der Gasdiffusion: Gasförmiges Uran-Hexafluorid wird durch halbdurchlässige Membrane gepresst, wobei sich das Uran 235 vom Rest trennt. Das Verfahren gilt inzwischen jedoch aufgrund seines hohen Energiebedarfs als veraltet.

Eine modernere Methode ist die Gaszentrifuge, an der auch in Iran experimentiert wird. Bei ihr macht man sich den Massenunterschied zwischen beiden Uran-Isotopen zunutze: Wird Uran-Hexafluorid in die Zentrifugen gegeben, sammeln sich die schwereren Uran-238-Moleküle bei bis zu 70.000 Umdrehungen pro Minute außen in den Zylindern, die Uran-235-Moleküle bleiben innen.
Einsatz in Atomwaffen
Für den Einsatz in Kernreaktoren genügt es bereits, wenn Uran 235 zu drei bis fünf Prozent in den Brennelementen angereichert ist. Ab 20 Prozent ist von hochangereichertem Uran die Rede. Für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 80 Prozent erforderlich, da sonst eine zu große Uranmenge notwendig wäre.

Uran 235 kam in der ersten jemals eingesetzten Atombombe, die am 6. August 1945 Hiroshima zerstörte, als Sprengstoff zum Einsatz. Die Sprengkraft lag bei rund 13 Kilotonnen TNT. Die Bombe, die drei Tage später auf Nagasaki abgeworfen wurde, erreichte 20 Kilotonnen TNT. In ihr kam allerdings nicht Uran zum Einsatz, sondern Plutonium 239, das per Neutronenbeschuss in Brutreaktoren aus Uran 238 gewonnen wird.