Nach Sony-Hack Obama verschärft Sanktionen gegen Nordkorea

Die USA geben Nordkorea die Schuld am Hacker-Angriff auf Sony - und haben jetzt neue Sanktionen gegen das Land verhängt. Die Strafmaßnahmen richten sich gegen Regierungsmitglieder, einen Geheimdienst und zwei Unternehmen.


Washington - Die USA verhängen als Reaktion auf jüngste Hackerangriffe neue Sanktionen gegen Nordkorea. Betroffen seien drei Institutionen sowie zehn Regierungsmitglieder des kommunistischen Staates, teilte das Weiße Haus am Donnerstag mit. Diesen werde künftig der Zugang zum US-Finanzsystem verwehrt. Amerikaner dürften mit den Betroffenen nicht länger Handel treiben.

Bei den betroffenen Institutionen und Unternehmen handelt es sich den Angaben zufolge um einen nordkoreanischen Geheimdienst (Reconnaissance General Bureau), der für Cyberattacken verantwortlich sei. Betroffen seien auch die staatliche Bergwerksgesellschaft sowie ein Handelsunternehmen.

Die USA werfen dem Regime vor, es stehe hinter massiven Hackergriffen auf die Systeme von Sony Pictures und hinter Terrordrohungen. Anlass war die US-Kinosatire "The Interview", in der es um die fiktive Ermordung des nordkoreanischen Herrschers Kim Jong Un geht. Sony hatte die Filmkomödie zum Ärger Obamas zunächst zurückgezogen, danach aber doch freigegeben.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert allerdings einen namentlich nicht genannten hochrangigen Mitarbeiter der US-Regierung, der angab, die neuen Strafmaßnahmen stünden nicht im direkten Zusammenhang mit den Vorfällen bei Sony. Jedoch heißt es in der Anordnung von US-Präsident Barack Obama, mit der er die Sanktionen in Kraft setzt, ausdrücklich: Die Cyber-Aktivitäten Nordkoreas im November und Dezember 2014 würden die nationale Sicherheit der USA bedrohen. In diese Zeit fielen die Hacker-Angriffe auf Sony.

Die neuen Sanktionsschritte seien eine Antwort auf die Cyberangriffe, aber auch auf anhaltende Provokationen, die Destabilisierungspolitik und repressive Handlungen Nordkoreas, sagte Josh Earnest, Sprecher im Weißen Haus. Man nehme die Hackerangriffe ernst, die einem US-Unternehmen finanziell schaden sollten. Zudem habe Nordkorea die Meinungsfreiheit in den USA bedroht.

"Die Anweisung richtet sich nicht gegen die Menschen in Nordkorea, sondern gegen die Regierung Nordkoreas und ihre Aktivitäten, die die USA und andere bedrohen", heißt es in einem Brief Obamas an US-Abgeordnete und Senatoren, in dem er den Schritt begründet.

Die USA haben Nordkorea bereits wegen Atomprogramms mit weitreichenden Sanktionen belegt. Die neuen Strafmaßnahmen sind jedoch die ersten Sanktionen, die gegen Pjöngjang wegen eines Cyber-Angriffs verhängt wurden. Das Weiße Haus teilte mit, dass dies nur der Auftakt der US-Antwort sei.

loe/dpa/AP



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 41 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
silenced 02.01.2015
1.
Ich frage mich immer noch was Nordkorea damit zu tun hat. Aber das wird wieder einfach so hingenommen, weil die USA haben gesprochen.
berney 02.01.2015
2. niemals
Im leben waren das die nordkoreaner
testi 02.01.2015
3. Gut so
Ich finde es gut und richtig, wenn gegen Cyberkriminalität Strafen/Sanktionen vehängt werden. Diese Verbrecher würden sonst einfach so weter machen. Und bevor mir gleich jemand mit den "bösen USA" kommt, ja auch die sollten mit Sanktionen belegt werden.
goner80 02.01.2015
4. Ahja...
Zuletzt hieß es in den Medien, die Hacks gingen auf das Konto eines oder mehrerer ehemaliger Mitarbeiter von Sony, denen gekündigt worden war. Aber hey, für die USA war die Schuldfrage ja noch nie eine Frage der Wahrheit.
ornitologe 02.01.2015
5. Nachdem
sich ja schon gestern herausgestellt hat, dass es Sony-Mitarbeiter waren, ist die Reaktion Obamas mehr als nachvollziehbar...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.