Gespräche in Schweden Nordkorea und USA verhandeln über Freilassung von US-Bürgern

Drei US-Bürger, die in Nordkorea gefangen gehalten werden, könnten bald freikommen. Südkoreanischen Berichten zufolge sei eine Vereinbarung dazu "quasi erreicht". Schweden soll dabei geholfen haben.

Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho
REUTERS

Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho


Am vergangenen Samstag endete der Besuch des nordkoreanischen Außenministers Ri Yong Ho in Schweden - ohne konkrete Ergebnisse, wie es danach hieß. Nun sind weitere Details der Gespräche zwischen Ri und der Regierung in Stockholm bekannt geworden: Berichten zufolge ging es dabei auch um die Freilassung von drei US-Bürgern, die in dem abgeschotteten Land festgehalten werden.

Die schwedische Botschaft in Pjöngjang vertritt die Interessen der USA in Nordkorea. Laut dem US-Sender CNN sprach Schweden das Thema der gefangenen US-Bürger an, um "die Dinge in die richtige Richtung zu bringen".

Der in Seoul ansässige Fernsehsender MBC berichtete, Pjöngjang und Washington hätten eine abschließende Vereinbarung über die Freilassung von Kim Hak Song, Kim Sang Duk und Kim Dong Chul "praktisch erreicht".

Kim Dong Chul, ein in Südkorea geborener US-Pastor, war 2015 unter dem Vorwurf der Spionage in Nordkorea festgenommen worden. 2016 wurde er zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Kim Hak Song und Kim Sang Duk arbeiteten an der Universität für Wissenschaft und Technologie in Pjöngjang, als sie im vergangenen Jahr wegen des Verdachts "feindlicher Akte" festgenommen wurden.

Verhandlungen über inoffiziellen Kommunikationskanal

Nun würden Details über den Zeitpunkt der Freilassung ausgearbeitet, berichtete der Sender unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten südkoreanischen Diplomaten. Die Verhandlungen seien über die nordkoreanische Vertretung bei den Vereinten Nationen und das US-Außenministerium gelaufen - einen inoffiziellen Kommunikationsweg namens "New Yorker Kanal".

Nordkorea - Die Chronik des Konflikts

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump haben sich zu Beginn des Monats überraschend zu einem Gipfeltreffen bereit erklärten. Dieses soll spätestens Ende Mai stattfinden, Zeitpunkt und Ort sind aber noch unklar.

Schweden war auch in die Verhandlungen zu dem in Nordkorea gefangen genommenen US-Studenten Otto Warmbier involviert gewesen. Der im Wachkoma liegende Warmbier war im Juni 2017 von Nordkorea freigelassen worden und kurz nach der Rückkehr in seine Heimat gestorben.

vks/dpa/AFP



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