Hungersnot Uno bittet um 111 Millionen Dollar für Nordkorea

Knapp ein Drittel der Kinder unter fünf Jahren in Nordkorea leidet laut der Vereinten Nationen unter chronischer Mangelernährung. In einem Appell bitten sie um Geld für Hilfsprojekte.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un: Lässt Bevölkerung verhungern
AFP

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un: Lässt Bevölkerung verhungern


Die Vereinten Nationen haben einen Hilfsappell an die internationale Gemeinschaft gestellt: 111 Millionen Dollar sollen Hilfsprojekte in Nordkorea ermöglichen. Angesichts des verbreiteten Hungers will die Uno mit dem Geld Kosten von Projekten in Bereichen wie Ernährung oder Gesundheit decken.

Nach Angaben der Uno gilt die Lebensmittelversorgung von 70 Prozent der 24,6 Millionen Nordkoreaner nicht als gesichert und ausgewogen. Knapp ein Drittel der Kinder unter fünf Jahren litten unter chronischer Mangelernährung. Millionen Menschen bräuchten fortlaufend Unterstützung. Auch das Kinderhilfswerk Unicef und die Weltgesundheitsorganisation sollten mit den Hilfsgeldern unterstützt werden.

In Nordkorea gibt es immer wieder Hungersnöte, die durch Überschwemmungen, Dürren und Missmanagement verstärkt werden. Mitte und Ende der Neunzigerjahre verhungerten Schätzungen zufolge Hunderttausende Nordkoreaner.

Vergangene Woche hatte die nordkoreanische Regierung unter Kim Jong Un die Landesleiterin der deutschen Welthungerhilfe aus unbekannten Gründen des Landes verwiesen.

Südkorea meldete derweil, dass Nordkorea zwei Boden-Luft-Raketen von der Westküste des Landes abgeschossen habe - gerade als eine Delegation des US-Verteidigungsministeriums nach Südkorea reisen wollte. Die USA und Südkorea wollten über Nordkoreas wachsendes Repertoire an Raketen und Atomwaffen sprechen. In der Vergangenheit versuchte das Regime häufiger, durch angebliche Raketen-Tests wichtige Staatsbesuche in den Nachbarländern zu stören.

kry/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 68 Beiträge
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qalpha 09.04.2015
1. Was soll das?
Da kann man das Geld ja gleich Kim Jong Un in den Hals werfen. Solche Projekte, wie auch in anderen Ländern (zum Beispiel Indien, Pakistan etc.) führen doch nur dazu, dass die "Elite" ihr Geld in Waffen stecken kann. Um die eigene Bevölkerung kümmern sich ja die "Hilfsorganisationen" der reichen Staaten. Klar das die UNICEF und alle anderen am jammern sind, solche Projekte sichern vor allem den eigene Fortbestand!
Max Super-Powers 09.04.2015
2.
Wenn man 100% garantieren könnte, dass das Geld oder die davon gekauften Nahrungsmittel bei der nordkoreanischen Bevölkerung ankäme, würde ich sofort sagen: hin damit. Da aber die Vergangenheit zeigt, dass Gelder UUND Hilfslieferungen immer nur der Kim-Junta und ihren Wasserträgern zugute kommt, sage icj: bloß nicht, Ihr erreicht eh nicht die Armen damit.
shark 09.04.2015
3. Lächerlich,
erst drohen sie mit einem Atomschlag gegen die USA, und jetzt soll auch noch gespendet werden. Sollen sie doch das Geld selbst aus dem Nuklearprogramm finanzieren.
salamicus 09.04.2015
4. Ein moralisches Dilemma
Sehr bequem für jeden Despoten: Geld für die Parteibonzen, das Militär und für den Ankauf von Waffen ist genug da, denn die Bevölkerung wird durch Spenden durchgefüttert. So wird humanitäre Hilfe zu Falle und hilft den Unmenschen. Andererseits versteht es sich von selbst, Notleidenden zu helfen. Eine saubere Lösung zu finden, ist schwierig.
ecbert 09.04.2015
5. Geld für eine reine Militärdiktatur ?
Was soll das bringen, noch mehr Waffen zur besseren Verknechtung des eigenen Volkes ? Solange dort Verbrecher regieren ist jeder Cent fehlinvestiert. Nur das Volk hat die Möglichkeit diesen Wahnsinn zu beenden. Jede Hilfslieferung wird die nordkoreanische Diktatur als eigene "Meisterleistung" verkaufen und es ändert sich nie etwas. Das ist zwar traurig, aber von hier aus leider nicht zu ändern... Hilfslieferungen, wenn sie denn überhaupt ins Land gelassen werden, stärken nur die Diktatur !
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