Ernteverluste in Nordkorea Uno schickt Mais für Flutopfer

Tausende Obdachlose, verunreinigtes Trinkwasser, zu wenig Nahrungsmittel: Nordkorea braucht nach schweren Überschwemmungen dringend Hilfe. Die Vereinten Nationen haben nun erste Mais-Lieferungen auf den Weg gebracht.

Überschwemmungen in Nordkorea (Ende Juli): Trinkwasser verunreinigt
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Überschwemmungen in Nordkorea (Ende Juli): Trinkwasser verunreinigt


Pjöngjang - Die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser hat höchste Priorität. Das Welternährungsprogramm der Uno sendet eine erste Hilfslieferung an die Opfer der Flutkatastrophe in Nordkorea. Wie die Organisation auf ihrer Internetseite mitteilte, sollen den betroffenen Menschen zunächst für einen Zeitraum von zwei Wochen Tagesrationen in Höhe von je 400 Gramm Mais geschickt werden.

Gesandte einer Uno-Mission hätten in dieser Woche die Überschwemmungsgebiete besucht und vor allem Zerstörungen der Mais-, Reis- und Sojabohnenfelder festgestellt, erklärte das Programm. Wie hoch die Ernteverluste genau seien, könne erst bei den geplanten Erkundungsmissionen im Herbst geklärt werden.

Sofortige Nahrungsmittelhilfen seien vor allem in Städten der Provinzen Süd-Pyongan und Kangwon nötig. Zudem benötigten rund 50.000 Familien dringend sauberes Trinkwasser oder Reinigungstabletten, um die Ausbreitung von Seuchen und Durchfallerkrankungen zu verhindern.

Nordkoreas Behörden zufolge starben bei den Überschwemmungen in den vergangenen Wochen mindestens 170 Menschen, 400 Personen werden vermisst. Das Land ist infolge verbreiteter Abholzung von Wäldern besonders anfällig für Fluten.

Die Überschwemmungen verschärften die ohnehin schwierige Nahrungsversorgung in dem autoritär regierten und international isolierten Land. Schon vor den Fluten waren nach Uno-Schätzungen rund drei Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen. Nordkorea kämpft seit einer verheerenden Hungersnot mit Hunderttausenden Toten in den neunziger Jahren mit Versorgungsengpässen.

Die Welthungerhilfe hat zu Spenden für die betroffenen Menschen in Nordkorea aufgerufen. Die Flutopfer bräuchten Unterstützung, alleine könnten sie die Situation nicht bewältigen. 62.000 Nordkoreaner seien durch den Verlust ihrer Häuser obdachlos geworden. Die Organisation und das Auswärtige Amt stellen den Angaben zufolge 200.000 Euro bereit.

wit/AFP/AP

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insgesamt 7 Beiträge
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wwwwalter 04.08.2012
1. Spenden ?
China sollte die Hilfe komplett übernehmen, aber nicht die UNO, oder gar wir Europäer. Halten die Chinesen doch seit Jahrzehnten ihre schützende Hand über dieses gräßliche und unfähige Regime, das fast alles Geld in Militär und Waffen steckt, aber nicht mal imstande ist, seine Bevölkerung zu ernähren. Würden die betroffenen Menschen überhaupt erfahren, wer da für sie gespendet hat ? Oder werden sich nur Kim Yong Un und das Militär mit der Spendenausgabe brüsten, und der Bevölkerung zeigen, dass sie noch alles im Griff haben ?
maniak 04.08.2012
2.
Zitat von sysopDPATausende Obdachlose, verunreinigtes Trinkwasser, zu wenig Nahrungsmittel: Nordkorea braucht nach schweren Überschwemmungen dringend Hilfe. Die Vereinten Nationen haben nun erste Mais-Lieferungen auf den Weg gebracht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,848197,00.html
200 000 Euro Hilfe, wow, wem soll wie mit dieser Summe geholfen werden? Die Chance, etwas in Nordkorea zu verändern ist jetzt da. Aber nur wenn die Medien sich mehr diesem Thema annehmen, wird es mehr Hilfe geben? An welche Kontonummer, welche Organisation kann man denn nun für Nordkorea spenden???
gemüseflüsterer 04.08.2012
3. 200.000 €
Mehr ist zu unserer verlogenen Politikerbande nicht zu sagen. Vielleicht sollte sich Nordkorea (ob die sich helfen lassen?) zur Bank erklären, bei dem Zustand flössen die Milliarden sofort.
hxk 04.08.2012
4.
Zitat von gemüseflüstererMehr ist zu unserer verlogenen Politikerbande nicht zu sagen. Vielleicht sollte sich Nordkorea (ob die sich helfen lassen?) zur Bank erklären, bei dem Zustand flössen die Milliarden sofort.
Selbst die 200.000 sind zuviel. Jeder Euro ausländische Hilfe ist ein Euro, den dass stalinistische Regime nicht für Lebensmittel ausgeben muss und somit für Waffen ausgeben kann. Da sich Nordkorea sogar Atomwaffen und Langstreckenraketen leisten kann, könnten die Kommunisten ihr Volk leicht ernähren, wenn sie nur wollten.
Crom 04.08.2012
5.
200.000 Euro sind 200.000 Euro zu viel! Wenn man immer weiter Hilfe leistet, stützt man das System langfristig und mehr Menschen müssen leiden. Statt Freizeitparks zu eröffnen sollte sich Herr Kim vielleicht mal um Hochwasserschutz kümmern. Die Meldung mit den Überschwemmungen gibt es ja jedes Jahr.
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