Nordkorea Uno-Sicherheitsrat verurteilt jüngsten Raketentest

Nachdem die erste Fassung von Russland abgelehnt worden war, hat der Uno-Sicherheitsrat nun einen Beschluss zu Nordkoreas jüngstem Raketentest gefasst.

Bericht über Nordkoreas Raketentest im südkoreanischen Fernsehen
AP

Bericht über Nordkoreas Raketentest im südkoreanischen Fernsehen


Der Uno-Sicherheitsrat hat den jüngsten Raketentest Nordkoreas nun doch scharf verurteilt. In einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung hieß es, die Mitglieder des Gremiums behielten sich "weitere bedeutende Maßnahmen inklusive Sanktionen" vor. Sie hätten sich darauf geeinigt, die Situation weiter eingehend zu beobachten.

Zuvor hatte es Unstimmigkeiten darüber gegeben, warum die Erklärung nicht schon früher veröffentlicht worden ist. Russland hatte von seinem Veto-Recht Gebrauch gemacht, weil sich der Wortlaut des von der US-Delegation eingebrachten Entwurfs sich von früheren Erklärungen des Sicherheitsrats zu nordkoreanischen Raketentests unterschieden habe. Insbesondere habe der Aufruf zu einer Lösung des Konflikts "durch Dialog" gefehlt. Die USA, die derzeit dem Sicherheitsrat vorsitzen, hatten die Erklärung aufgesetzt. Der russische UN-Botschafter Petr Iljitschew warf der US-Delegation vor, sie habe den Beschluss "abrupt" durch den Sicherheitsrat bringen wollen.

Der neue Beschluss wurde der Beschluss von den 15 Mitgliedern des Gremiums einstimmig gefasst. Das Verhalten der nordkoreanischen Führung sei "destabilisierend", heißt es darin. Durch die "illegalen Aktivitäten" Nordkoreas beim Test von Raketen und Atomwaffen würden "die Spannungen in der Region und darüber hinaus erheblich verstärkt".

Nordkorea hatte am Sonntagmorgen eine Rakete abgeschossen. Nach Angaben der USA und Südkoreas explodierte die Rakete aber unmittelbar nach dem Start. Seit 2006 hat Nordkorea nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten.

max/dpa/AFP



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hevopi 21.04.2017
1. Alle Menschen der Welt
wären froh, wenn der Uno-Sicherheitsrat auch wirklich gehört würde und nicht nur alle Beschlüsse im Sand verlaufen. Wir hätten dann nicht die Probleme in Nordafrika und vielleicht wirklich eine Chance, die heute noch stattfindenden Konflikte ohne Waffengewalt beizulegen. Die kranken Politiker würden sich dann auch hüten, ohne Rücksicht auf Menschen Krisenherde zu fördern, um ihre eigene Macht zu erweitern (ich weiß: Klingt unglaublich naiv).
roughneckgermany 21.04.2017
2. Kosu
Ich weiß ja nicht, wie viel Kaffee Sie heute morgen getrunken haben, aber ich empfehle evtl. auf einen Verzicht. Nordkorea bzw deren politischer Führer sind an der eigenen Lage im Land schuld. So wie Sie Verständnis für Nordkorea bekunden, so sehr vergessen Sie, dass Verbündete die Entwicklungen in Nordkorea mit Sorge betrachten. Richtig ist, dass unter anderem die USA Raketen (unabhängig vom Sprengkopf) nach Nordkorea tragen könnten. Es stellt sich nur die Frage, warum diese das tun sollten? Vergessen Sie bitte auch nicht, dass Kim der Provokateur ist. Er droht mit einem atomaren Präventivschlag und zündet trotz aller Konsequenzen Atombomben bzw lässt Raketen starten. Er sorgt dadurch für weitere Sanktionen, die vor allem das Volk treffen (Exportverbot von Kohle nach China zb). Verdrehen Sie also bitte keine Tatsachen. Natürlich haben die USA in der Vergangenheit gemacht. Das gilt aber genauso für andere Staaten. Da die USA (ich danke dafür) die Weltpolizei sind und an allen Krisenherden der Welt steht, bleiben fehlerhafte Entscheidungen nicht aus.
tomxxx 21.04.2017
3. @hevopi
Konflikte werden nie ohne Waffengewalt beigelegt. Auch bei uns ist das nicht so! Das es bei uns anders abläuft liegt daran, dass wir die Waffengewalt monopolisiert haben und das System im Großen und Ganzen von allen getragen wird, da es als fair angesehen wird. Die UN bzw. der Sicherheitsrat hat gar keine Waffengewalt (drum hört keiner drauf), und es gibt auch kein Monopol. Zudem würde er auch nicht als faire Instanz anerkannt. Wir sollten daraus lernen, dass wir nicht an unserem gesellschaftlichen Grundkonsens sägen sollten, also nicht die eigenen Ideologien so durchsetzen, dass es für die anderen unerträglich wird.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.