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Umstrittenes Atomprogramm: US-Außenminister Kerry droht Nordkorea mit Sanktionen

US-Außenminister Kerry in Seoul: Droht Pjöngjang mit Sanktionen Zur Großansicht
DPA

US-Außenminister Kerry in Seoul: Droht Pjöngjang mit Sanktionen

Die USA fordern vom kommunistischen Regime in Nordkorea seit Langem, das Atomprogramm abzubauen. Den internationalen Verpflichtungen sei Pjöngjang jedoch "nicht einmal nahe gekommen", sagte US-Außenminister Kerry.

Washington verschärft die Gangart gegenüber Nordkorea. Mit Blick auf das umstrittene Atomprogramm müsse das kommunistische Regime seine internationalen Verpflichtungen erfüllen, sagte US-Außenminister John Kerry: "Es ist klar, dass Nordkorea bisher diesen Standards nicht einmal nahe gekommen ist." Im Gegenteil: Nordkorea strebe weiterhin Nuklearwaffen an. Notfalls müssten die USA mehr Druck ausüben, weitere Sanktionen seien im Gespräch.

Sollte das kommunistische Regime sein Nuklearprogramm jedoch abbauen, bietet Washington Pjöngjang im Gegenzug bessere Beziehungen an. Seine Regierung habe mehrmals klargemacht, dass die USA eine friedliche Lösung im Konflikt mit Nordkorea anstrebten, so Kerry. Nach einem Besuch in China war Kerry am Sonntag zu einer zweitägigen Visite in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul eingetroffen.

Nordkorea feuert immer wieder Raketen mit unterschiedlicher Reichweite zu Testzwecken ab. Das isolierte Land verstößt damit gegen Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats. Pjöngjang hatte in den vergangenen Jahren außerdem drei Atomtests vorgenommen.

Nach Ansicht der südkoreanischen Regierung verfügt Nordkorea inzwischen über die Technologie, um zumindest einen kleinen Atomsprengkopf zur Bestückung einer Rakete zu bauen. Experten bezweifeln jedoch, dass das Land tatsächlich die technischen und finanziellen Möglichkeiten besitzt, auch ein funktionsfähiges Raketensystem für seine U-Boot-Flotte zu bauen.

vek/dpa/Reuters

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insgesamt 89 Beiträge
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1. US-Außenminister Kerry droht Nordkorea mit Sanktionen
raederdieter 18.05.2015
Wo sind die Sanktionen von Deutschland nach USA , für die kriminellen Vereinigung gegen Deutschland , Überall wo die USA ist gibt es nur Krieg und Zerstörung was ist mit den Menschenrechte in den USA (Gefängnisse usw. man kann immer weiter schreiben das hat kein ende )
2. Mehr Sanktionen?
Jey 18.05.2015
Was will Kerry denn noch sanktionieren? Die luft zum atmen? Da kann man nichts mehr sanktionieren. Und in dem Artikel kommt es rüber als verfüge Nordkorea nicht bereits über Atomsprengköpfe, was es jedoch sicherlich schon seit jahren tut.
3.
Rido 18.05.2015
An Stelle der Nordkoreaner würde ich auch nicht daran glauben, dass die USA eine friedliche Lösung wollen. Hätte der Irak wirklich Massenvernichtungswaffen gehabt, dann wäre er nicht angegriffen worden. Nicht, dass ich den Bau von Kernwaffen verteidigen will, aber er scheint ja ein geeignetes Mittel zu sein, um sich die Amerikaner vom Leib zu halten. Diese Denkweise mag verwerflich sein, aber sie funktioniert. Was würde wohl passieren, wenn die Nordkoreaner ihr Arsenal an Kernwaffen abbauen, wozu die Sanktionen sie wohl zwingen sollen?
4. Was Einen wundern muss....
joG 18.05.2015
.....ist die Leichtfertigkeit der Russen und Chinesen im Umgang mit Proliferation. Der durch ihn mit an Grenzen der Sicherheit reichende Wahrscheinlichkeit zu erwartende Nuklearkrieg kann doch auch in derren Interesse nicht sein.
5. Warum sollen die USA Nordkorea angreifen?
Beat Adler 18.05.2015
Zitat von RidoAn Stelle der Nordkoreaner würde ich auch nicht daran glauben, dass die USA eine friedliche Lösung wollen. Hätte der Irak wirklich Massenvernichtungswaffen gehabt, dann wäre er nicht angegriffen worden. Nicht, dass ich den Bau von Kernwaffen verteidigen will, aber er scheint ja ein geeignetes Mittel zu sein, um sich die Amerikaner vom Leib zu halten. Diese Denkweise mag verwerflich sein, aber sie funktioniert. Was würde wohl passieren, wenn die Nordkoreaner ihr Arsenal an Kernwaffen abbauen, wozu die Sanktionen sie wohl zwingen sollen?
Warum sollen die USA Nordkorea angreifen? Weil es die nordkoreanische Propaganda ihrer eigenen Bevoelkerung taeglich erzaehlt? Seit wann ist ein Land mit Atomwaffen unangreifbar? Die Sovietunion und China haben sich an der Grenze mit schweren Waffen duelliert. Indien und Pakistan ebenfalls. Die Hizb Allah hat keine Hemmungen Israel mit einem Hagel Raketen einzudecken. Niemand will etwas von oder in Nordkorea. Niemand will die Verantwortung fuer 20 Millionen Menschen, die wenig bis nichts haben, uebernehmen. Ohne die Lieferungen von Nahrungsmitteln und Treibstoffen nach Nordkorea, vorallem von Suedkorea, auch von China, wird die Situation dort erst Recht unhaltbar. mfG Beat
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Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 25,027 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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Nordkoreas Atomprogramm
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Nordkoreas Atomprogramm
AFP
Nordkoreas Atomprogramm sorgt seit Jahren für Spannungen. Mit Hilfe von weitreichenden Langstreckenraketen ist das kommunistische Land unter dem "lieben Führer" Kim Jong Il offenbar fähig, zumindest seine Nachbarstaaten mit Nuklearwaffen zu erreichen. Das Land behauptet, genug Plutonium für sechs Atombomben zu besitzen.

Nordkorea hatte sich zwar bei Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags 1985 verpflichtet, nukleare Anlagen nur zivil zu nutzen, im Geheimen aber waffenfähiges Uran angereichert. Als das Ende der neunziger Jahre bekannt wurde, wurde Nordkorea scharf kritisiert. Die USA stoppten die Hilfs- und Energielieferungen an das verarmte Land. Daraufhin kündigte Pjöngjang um die Jahreswende 2002/03 seine Mitgliedschaft im Atomwaffensperrvertrag und seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) . Die Uno-Inspektoren mussten das Land verlassen, alle Überwachungskameras wurden abmontiert.

Anfänge
AP
Das Atomprogramm Nordkoreas hat seinen Anfang in den sechziger Jahren, als der "große Bruder" Sowjetunion dem kommunistischen Nordkorea ein Atomforschungszentrum mit dem Forschungsreaktor Yongbyon baute, der 1965 seinen Betrieb aufnahm. Auf Druck der UdSSR verpflichtete sich Nordkorea 1985 als Mitunterzeichner des Atomwaffensperrvertrags , die Kernkraft ausschließlich zivil zu nutzen. 1992 schloss es mit Südkorea ein Abkommen, die koreanische Halbinsel frei von Atomwaffen zu halten.

Doch schon Ende der achtziger Jahre, so sind sich westliche Geheimdienste heute sicher, kam es zu geheimen Deals zwischen Pakistan und Pjöngjang. Der pakistanische Ingenieur Abdul Qadir Khan lieferte demnach wesentliche Bestandteile für den Atombombenbau, während Pjöngjang Pakistan Prototypen ihrer Mittelstreckenraketen stellte, die mit atomaren Sprengköpfen bestückbar sind. Seit dieser Zeit verfügt Nordkorea über Nukleartechnologie.

Genfer Rahmenabkommen 1994
AFP
Nach zähen Verhandlungen schloss der damalige US-Präsident Bill Clinton 1994 mit Pjöngjang das Genfer Rahmenabkommen , das den Atomkonflikt regulieren und die Gefahr einer nordkoreanischen Atombombe verhindern sollte. Darin garantierte Nordkorea die Stilllegung seines grafitmoderierten Reaktors in Yongbyon , aus dem wohl damals schon nuklearwaffenfähiges Material abgezweigt worden war. Im Gegenzug verpflichteten sich die USA zur Lieferung von Erdöl und zum Bau von zwei Leichtwasserreaktoren, womit die Energieversorgung des verarmten Nordkoreas sichergestellt werden sollte. Allerdings regelte die Vereinbarung nur die Plutoniumproduktion , jedoch nicht die Möglichkeit, aus hochangereichertem Uran Kernwaffen herzustellen.
Sechs-Parteien-Gespräche ab 2003
REUTERS
2003 begannen Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms . An den Gesprächsrunden aus sechs Nationen waren neben Nordkorea China, Russland, Japan, die USA und Südkorea beteiligt. Als Gegenleistung für die nukleare Abrüstung wurde dem vollkommen verarmten Nordkorea Wirtschafts- und Energiehilfe angeboten. Die Gespräche blieben jedoch zunächst ohne Ergebnis.

Im Februar 2005 gab Kim Jong Il offiziell den Besitz von Atomwaffen "zur Selbstverteidigung" bekannt.
Zum Abschluss der vierten Sechs-Länder-Gespräche im September 2005 verpflichtete sich Pjöngjang grundsätzlich zur Aufgabe aller Atomwaffen und Nuklearprogramme, das Atomprogramm lief aber im Geheimen weiter.

2007 zeichnete sich erneut eine Einigung im Atomstreit ab: Die nordkoreanische Seite sagte zu, seine Atomanlagen stillzulegen und die ausländischen Atominspekteure wieder zuzulassen. Im Gegenzug sollte das Land wirtschaftliche, humanitäre und Energiehilfe erhalten und von der US-Liste der den Terror unterstützenden Staaten gestrichen werden. Im Juni 2008 übergab Nordkorea eine seit Monaten überfällige Liste mit Einzelheiten seines Nuklearprogramms an China und sprengte den Kühlturm der abgeschalteten Atomanlage Yongbyon.

Atombomben- und Raketentests
dpa
1998 löste das nordkoreanische Regime mit dem Test einer ballistischen Rakete vom Typ Taepodong-1 weltweit Empörung aus. Im Oktober 2006 schockierte Nordkorea die Weltöffentlichkeit mit unterirdischen Atomwaffentests. Daraufhin beschloss der Uno-Sicherheitsrat einstimmig die Resolution 1718 , in der der Atomtest verurteilt und Handels- und Finanzsanktionen gegen Nordkorea verhängt wurden.

Im April 2009 startete Pjöngjang eine Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-2 mit einer Reichweite von Tausenden Kilometern. Angeblich wurde auch ein Kommunikationssatellit ins All gebracht. Als der Weltsicherheitsrat den Raketenstart verurteilte, brach Pjöngjang die Sechs-Parteien-Gespräche erneut ab und kündigte die Wiederinbetriebnahme des stillgelegten Atomzentrums Yongbyon an. Am 25. Mai kam es zum zweiten unterirdischen Atombombentest. Die Sprengkraft der getesteten Atombombe wird seismologischen Messungen zufolge auf zehn bis 20 Kilotonnen geschätzt, das entspricht der Vernichtungskraft der Bombe, die 1945 Hiroshima zerstörte. Nur einen Tag später startete das Regime zwei Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von 130 Kilometern.


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