Nordkorea US-Vizepräsident Pence kündigt "härteste und aggressivste Sanktionen" an

Entspannung wegen Olympia? Nicht mit US-Vizepräsident Mike Pence. Er droht, die USA würden schon bald härtere Sanktionen gegen Nordkorea einführen.

Mike Pence, Vizepräsident der USA
HANAI/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Mike Pence, Vizepräsident der USA


Wegen des andauernden Atomstreits mit Nordkorea hat US-Vizepräsident Mike Pence nun die bislang "härtesten und aggressivsten Sanktionen" seines Landes gegen die kommunistische Diktatur angekündigt.

Die USA würden die Wirtschaftssanktionen "bald bekanntgeben", sagte Pence nach einem Gespräch mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe in Tokio. "Wir werden unseren maximalen Druck so lange weiter verschärfen, bis Nordkorea konkrete Schritte hin zu einer vollständigen, nachweisbaren und unumkehrbaren Denuklearisierung einleitet."

Bislang waren wirksame Sanktionen an der Weigerung Chinas gescheitert, sich einem Ölembargo anzuschließen. China ist der engste Verbündete Pjöngjangs. Unlängst war bekannt geworden, dass Nordkorea offenbar die gegen das Land verhängten Uno-Sanktionen umgeht.

Japans Abe warnt vor "Charmeoffensive Nordkoreas"

Pence warnte nach seinem Gespräch mit Abe zudem, Nordkorea dürfe die am Freitag beginnenden Olympischen Winterspiele in Südkorea nicht für "Propaganda" missbrauchen. Das kommunistische Land könne nicht hinter der olympischen Fahne verbergen, dass es "seine eigene Bevölkerung versklavt und eine ganze Region bedroht".

Pence soll die US-Delegation bei den Winterspielen anführen. Auch Abe will nach Pyeongchang reisen. Abe warnte ebenfalls vor einer "Charmeoffensive Nordkoreas", von der man sich nicht "gefangen nehmen lassen" dürfe. Nordkorea hatte erst vor wenigen Wochen seine Teilnahme an den Winterspielen verkündet.

Die Teilnahme der kommunistischen Diktatur an den Winterspielen in Südkorea gilt als wichtiges Zeichen der Entspannung im Verhältnis zwischen den verfeindeten Staaten der koreanischen Halbinsel. Am Mittwoch gab der Süden bekannt, dass die Schwester des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un als hochrangiges Mitglieder der Herrscherfamilie zu den Spielen reisen wird.

Zu einem möglichen US-Militärschlag gegen Nordkorea und sein Atomprogramm sagte Pence: "Alle Optionen liegen auf dem Tisch." Washington werde seine Verbündeten gegen die Bedrohung aus Nordkorea weiterhin mit "modernsten militärischen Mitteln" versorgen. Abe begrüßte die Ankündigungen. Er habe Pence im Gespräch gesagt, dass Japan niemals ein nuklear bewaffnetes Nordkorea akzeptieren könne.

cht/AFP/Reuters

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lilioceris 07.02.2018
1. Aber dann
Sanktionen auch gegen Südkorea. Was fällt denen ein, eine gemeinsame Olympia-Mannschaft mit Nordkorea, diesen kommunistischen Bestien, diesen Untermenschen , zu bilden ? Unerhört !
grandma_moses 07.02.2018
2. Köstlich!
'Wir werden unseren maximalen Druck weiter verschärfen - notfalls auch auf 110%'.
neutralfanw 07.02.2018
3.
Die USA darf sicherlich aufrüsten, oder? Die Arroganz dieser Weltmacht (nein, ihres Präsidenten) ist unerträglich. Verhandeln, mit einander reden ist nicht seine Stärke. DT will den Krieg. Nach Möglichkeit so weit weg wie möglich. Ich sage es schon heute, sollte es zu einem weiteren Krieg führen, dann ist das die Verantwortung eines alten, dummen, kranken Mannes. Alle wissen das und schauen zu. Danke schon mal an die treuen Trump Fans und Wähler.
gandhiforever 07.02.2018
4. Dieser Pence
Dieser Pence wird sich wundern, wenn die suedkoreanische Regierung ihm klar macht, dass sie gegen eine Verschaerfung der Lage ist.
der_gärtner13 07.02.2018
5. Richtig so, dran bleiben !
Wie man etwas maximales noch weiter verschärft, ist mir zwar nicht klar - aber an der Sache änderts nichts ! Das NK-Regime möchte sich mit Olympia und "Entspannungssignalen" nur weiter Zeit verschaffen. So war es schon immer seit den 90ern. Wenn das Regime ins schlingern kommt und die Atomwaffen noch nicht fertig sind, macht man einen auf Entspannung. Hintenrum wird weiter gearbeitet bis zur nächsten Testphase; von Gesprächen (in denen sich die Amerikaner immer äußerst entgegenkommend gezeigt haben) weiß dann in NK plötzlich keiner mehr, wenn man glaubt dass die Raketen weit genug fliegen. Dieser Masche darf man nicht mehr erliegen, denn die nächsten Raketen fliegen wirklich weit genug. Und dann können sich die Südkoreaner wirklich Sorgen machen - die wissen nämlich auch, dass sich die Amerikaner in keinen heißen Konflikt mit einer Atommacht ziehen lassen und sie Südkorea nicht direkt beistehen werden, wenn Kim zur konventionellen Attacke und "Wiedervereinigung Koreas unter seiner Führung" bläst.
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