Nordkorea Washington relativiert Kims Kriegsdrohungen

"Bisher keine Anzeichen von groß angelegten Mobilisierungen": Die US-Regierung stuft die jüngste Kriegsrhetorik Nordkoreas zurückhaltend ein. Man nehme die harschen Worte aus Pjöngjang dennoch ernst, teilte das Weiße Haus mit. Gleichzeitig verstärken die USA ihre militärische Präsenz in der Region.

Kim Jong Un beobachtet eine Übung seines Militärs: Kriegsrhetorik aus Pjöngjang
REUTERS/ KCNA

Kim Jong Un beobachtet eine Übung seines Militärs: Kriegsrhetorik aus Pjöngjang


Washington - Seit Tagen stößt Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un immer neue Drohungen gegen den verfeindeten Nachbarn Südkorea aus. Er kappte den heißen Draht nach Seoul, erwog die Schließung des letzten gemeinsamen Industrieprojekts Kaesong und rief formell den Kriegszustand aus.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye forderte am Ostermontag im Falle einer weiteren Eskalation eine harte militärische Reaktion. Seouls wichtigster Verbündeter Washington ließ keinen Zweifel aufkommen, dass die US-Regierung an der Seite Seouls stehe.

Allerdings sieht Washington derzeit keine konkreten Anzeichen für Kriegsvorbereitungen im Norden. "Trotz der harschen Worte aus Pjöngjang sehen wir bisher keine militärischen Veränderungen, keine groß angelegten Mobilisierungen oder Truppenbewegungen", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney am Montag. Man habe keine Handlungen beobachtet, die die Metaphorik stützen würden.

Man nehme die kriegerische Rhetorik Nordkoreas ernst und reagiere besonnen darauf, so Carney. Aber man sei die starken Worte auch gewohnt. Sie lägen auf einer Linie mit dem bisherigen Verhalten Nordkoreas.

Die USA hatten nach zwei Tarnkappenbombern zuletzt mehrere F-22-Tarnkappenjäger in den Süden der Halbinsel verlegt. Die Bomber vom Typ B-2 "Spirit" nahmen auch an Militärübungen mit südkoreanischen Truppen teil. Dies sei wichtig, um dem Norden Entschlossenheit zu zeigen und das verbündete Südkorea zu entlasten, sagte Carney. Es habe die Wahrscheinlichkeit weiterer Fehleinschätzungen und Provokationen verringert.

Diesem Kurs bleibt das US-Militär offenbar treu. So belässt die Marine einen Zerstörer in der Nähe des kommunistischen Landes. Wie ein Vertreter des Verteidigungsministeriums in Washington sagte, wurde die U.S.S. "Fitzgerald", die wegen des derzeitigen gemeinsamen Militärmanövers der USA mit Südkorea in der Region war, angewiesen, doch nicht in ihren Heimathafen in Japan zurückzukehren. Stattdessen solle das Schiff, das Raketen abfangen kann, vor der Südwestküste der koreanischen Halbinsel Stellung beziehen. Zuvor hatte der TV-Sender NBC über die Verlegung berichtet. Zudem kündigten die USA an, ein schwimmendes Überwachungsradar näher an die Küste Nordkoreas zu bringen. Das berichtete der Sender CNN unter Berufung auf einen Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Kim ernennt neuen Regierungschef

Die "Washington Post" berichtete unterdessen von der Furcht von US-Experten, Nordkorea könne im Februar erstmals eine mit Uran angereicherte Atombombe getestet haben. Dies könnte auf eine Kooperation mit dem Iran hindeuten.

Zudem wurde bekannt, dass Machthaber Kim Jong Un einen alten Bekannten zum neuen Regierungschef ernannt hat: Der 73-Jährige Pak Pong Ju hatte den Posten bereits von 2003 bis 2007 inne. Er gilt als Wirtschaftsfachmann und langjähriger Vertrauter der herrschenden Kim-Dynastie.

In ersten Reaktionen werteten südkoreanische Beobachter die Personalie als weiteren Schritt des jungen Kim, seine Macht in Pjöngjang zu festigen. Dabei setzt der Diktator neben seiner Kriegsrhetorik auch auf eine Stärkung der maroden Wirtschaft. Am Sonntag beschloss das Politbüro der kommunistischen Arbeiterpartei "den Aufbau der Wirtschaft und der Atomstreitmacht gleichzeitig zu betreiben", berichteten die Staatsmedien. Das Wirtschaftsprogramm ziele auf Energie-Unabhängigkeit durch den Bau von Atomkraftwerken, zugleich sollen die Landwirtschaft gestärkt und der Außenhandel intensiviert werden.

Die Ernennung des Wirtschaftsexperten Pak fügt sich in diese Linie. "Inmitten der aktuellen Spannungen und Kriegspropaganda macht Kim Jong Un deutlich, dass er nach wie vor auf die Wirtschaft fokussiert ist, dabei aber seine nukleare Abschreckung aufrechterhält", analysiert John Delury, Nordkorea-Experte an der Yonsei-Universität in Seoul.

hut/Reuters/AP/AFP

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Seite 1
ein-berliner 01.04.2013
1. Echo vertragen
Zitat von sysopREUTERS/ KCNA"Bisher keine Anzeichen von groß angelegten Mobilisierungen": Die US-Regierung stuft die jüngste Kriegsrhetorik Nordkoreas zurückhaltend ein. Man nehme die harschen Worte aus Pjöngjang ernst, teilte das Weiße Haus mit. Aber man sei die Provokationen des Regimes auch gewohnt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-usa-relativieren-kims-kriegsdrohungen-a-891941.html
+++ Nur einige Fragen: Wer provoziert denn hier mehr? Angriffstechnik einfliegen, keine Drohung? Kriegsspiele aggressiv vortragen, nur Übungen? Was also sollen die amerikanischen Muskelspiele? Wer hat hier zu viel Testosteron im Blut? Washington rudert zurück?
chelavier 01.04.2013
2.
Ihr geht Gott und der Welt auf die nerven mit diesen armseligen Nordkoreanern. Was soll dieses Angstschüren?
londonium 01.04.2013
3. Links liegenlassen...
sollten wir diesen kleinen Profilneurotiker, nicht weiter beachten. Auf die Dauer reizt er sich von selbst aus. Wir wissen seit einigen Jahrzehnten dass Kommunismus nun mal nicht funktioniert. Das System wird ueber kurz oder lang implodieren.
tailspin 01.04.2013
4. Stell Dir vor, Korea erklaert den Krieg, und keiner geht hin.
Zitat von sysopREUTERS/ KCNA"Bisher keine Anzeichen von groß angelegten Mobilisierungen": Die US-Regierung stuft die jüngste Kriegsrhetorik Nordkoreas zurückhaltend ein. Man nehme die harschen Worte aus Pjöngjang ernst, teilte das Weiße Haus mit. Aber man sei die Provokationen des Regimes auch gewohnt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-usa-relativieren-kims-kriegsdrohungen-a-891941.html
Dachte ich mir doch gleich. Der Kim Dingsda aus Korea will nur auf seine charmante Art darauf hinweisen, dass er gerade knapp bei Kasse ist, die jaehrlichen Deputate von Rohoellieferungen aus den USA ausbleiben, und er koennte auch ein paar Lebensmittel gebrauchen.
mem79 01.04.2013
5. Antwort:
Zitat von ein-berliner+++ Nur einige Fragen: Wer provoziert denn hier mehr? Angriffstechnik einfliegen, keine Drohung? Kriegsspiele aggressiv vortragen, nur Übungen? Was also sollen die amerikanischen Muskelspiele? Wer hat hier zu viel Testosteron im Blut? Washington rudert zurück?
Hoffentlich marschiert in Nordkorea mal endlich jemand ein. Lange ueberfaellig.
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