Konflikt mit Pjöngjang Amerikanisches Atom-U-Boot vor Koreas Küste

"Wir schicken eine Armada, sehr schlagkräftig", drohte Donald Trump im Streit mit Kim Jong Un. Vor Koreas Küste ist jetzt ein US-Atom-U-Boot vor Anker gegangen, ein Flugzeugträgerverband folgt.

AP

Zu einem symbolträchtigen Zeitpunkt ist die USS "Michigan" im Hafen von Busan in Südkorea angekommen. Das amerikanische atomgetriebene U-Boot hat Platz für 154 Marschflugkörper - offenbar ein Zeichen der Stärke, das Präsident Donald Trump an das Regime um Machthaber Kim Jong Un in Nordkorea schicken will.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 17/2017
Donald Trump und Kim Jong Un riskieren den Atomkrieg

Pjöngjang feiert an diesem Dienstag mit großem Pomp den 85. Jahrestag der Gründung seiner Armee. Ein Sprecher der US-Navy nannte die Entsendung des Atom-U-Boots laut CNN einen Routinevorgang.

Zuletzt hatten die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang stark zugenommen. Trump drohte im Streit über das nordkoreanische Atomprogramm mehrfach mit einem Alleingang. Es wird befürchtet, dass Nordkorea einen weiteren Atom- oder Raketentest anlässlich des Gründungstags seiner Armee vornehmen könnte.

"Wir schicken eine Armada, sehr schlagkräftig", hatte Trump kürzlich dem TV-Sender Fox mit Blick auf Nordkorea gesagt. Ende des Monats wird außerdem ein Flottenverband um den Flugzeugträger USS "Carl Vinson" vor der koreanischen Halbinsel erwartet.

Um Abfahrtszeitpunkt, Kurs und Ziel des Flottenverbands hatte es jedoch Verwirrung gegeben. Der US-Regierung wurden irreführende Aussagen vorgeworfen, da die von Singapur kommenden Schiffe - entgegen der Darstellung des Weißen Hauses - zunächst nicht auf direktem Wege gen Korea steuerten, sondern erst für eine Militärübung vor der Nordwestküste Australiens haltmachten.

Kurz vor dem Jahrestag der nordkoreanischen Armee hatte Trump am Montag noch einmal nachgelegt und die Führung in Pjöngjang als "anhaltend kriegslustig" kritisiert. Ihre Handlungen destabilisierten die koreanische Halbinsel, sagte er nach Angaben des US-Präsidialamts in einem Telefonat mit Chinas Präsident Xi Jinping.

Xi wiederum rief in dem Gespräch alle Seiten zur Mäßigung auf, wie das Außenministerium in Peking am Montag mitteilte. Es müsse "alles vermieden werden, was die angespannte Lage auf der Halbinsel verschlimmern könnte".

In Nordkoreas Staatsmedien wurden die USA vor einem "Amoklauf" gewarnt. "Auf Aggressoren warten nur Leichen und Tod", hieß es in einem Kommentar der staatlichen Zeitung "Rodong Sinmun".

Nordkorea hielt nach Medienberichten am Dienstag an der Ostküste nahe Wonsan massive Schießübungen ab. Dabei habe die Volksarmee eine große Zahl von Artilleriegeschützen eingesetzt, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungskreise.

als/Reuters/dpa

insgesamt 94 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
andreika123 25.04.2017
1.
Immer wieder wird Kim als Kriegstreiberei? bezeichnet der provoziert. Nicht seine U-Boot steht vor US Küste. Die reden vieles um das eigene Volk zu kontrollieren aber machen nichts. Die USA sollen es lassen überall Frieden zu bringen, bis jetzt hat es nicht geklappt.
itchy00 25.04.2017
2. Warum Spiegel online?
Warum immer wieder solche Schlagzeilen? Sicher, gelogen ist es nicht, dass hier ein atom-"getriebenes" U-Boot entsendet wurde. Das ist aber bei beinahe allen größeren U-Booten heute der Fall, einfach wegen dem unter Wasser fehlenden Luftsauerstoff für klassische Verbrennungsmotoren. Ihre Überschrift zielt doch wohl eher darauf ab hier ein Atom-(Kriegs?)-Szenario heraufzubeschwören und erinnert wieder mal stark an etwas, das ich eher aus der Springerpresse erwartet hätte. Hätte es ein einfaches "U-Boot" nicht auch getan? Haben Sie das denn nötig?
Skepsi 25.04.2017
3. Es ist, wie ich schon seit langem sage,
egal welche Marionette in USA oben dran ist, die Kriegstreiber im Hintergrund machen ihr Ding. Ich hatte zwar gedacht, wenn Clinton nicht Präsident wird, haben wir noch ein bisschen länger Zeit, aber das war wohl eine Fehleinschätzung. Schaut Euch an, was die USA in den letzten sechzig Jahren angerichtet haben, und Ihr bekommt eine Vorstellung, wozu sie fähig sind. Ich kann nur sagen, raus aus der Nato, möglichst heute noch.
olli08 25.04.2017
4. Hirnlose Symbolpolitik ...
... die den ausführenden Militärs wahrscheinlich den Schlaf raubt. Ein vor Anker gegangenes U-Boot ist einfach nur ein wehrloses Ziel, stark ist es nur, wenn es nicht zu sehen ist ...
RenegadeOtis 25.04.2017
5.
Zitat von andreika123Immer wieder wird Kim als Kriegstreiberei? bezeichnet der provoziert. Nicht seine U-Boot steht vor US Küste. Die reden vieles um das eigene Volk zu kontrollieren aber machen nichts. Die USA sollen es lassen überall Frieden zu bringen, bis jetzt hat es nicht geklappt.
Ausser Atomwaffentests und ständig damit drohen, die USA in eine nukleare Wüste zu verwandeln.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.