Pjöngjang - Es scheint nicht ganz so zu laufen, wie es sich das Regime in Nordkorea vorgestellt hat: Vor dem Start einer zweiten Langstreckenrakete haben die Techniker mit Problemen zu kämpfen. Die sind offenbar so gravierend, dass sich der Abschuss nun verzögert. Das nordkoreanische Komitee für Weltraumtechnologie verlängerte den Zeitraum für die Startphase nun bis zum 29. Dezember.
Ein nicht namentlich genannter Beamter sagte den Staatsmedien zufolge, dass Wissenschaftler "technische Mängel" gefunden hätten. Es gebe Probleme an einer Triebwerkeinheit der ersten Stufe. Es soll sich um ein Steuerungsmodul handeln.
Die südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" berichtete, dass eine neue Raketenkomponente an den Startplatz Tongchang-ri gebracht worden sei, um eine fehlerhafte Stufe zu ersetzen. Das habe die Auswertung von Satellitenfotos ergeben. Das Blatt berief sich auf Regierungskreise.
Iranische Unterstützung?
Die Zeitung berichtete am Montag zudem unter Berufung auf einen Regierungsbeamten in Seoul, dass iranische Raketenexperten Nordkorea technische Unterstützung bei dem geplanten Test leisten. Die Fachleute aus Iran würden an der Abschussstelle für die Rakete vermutet. Die Verbindungen Nordkoreas zum Teheraner Regime bei der Entwicklung von Raketentechnik scheinen umfangreicher zu sein als bisher vermutet.
Eigentlich war der Abschuss des nordkoreanischen Flugkörpers für den Zeitraum zwischen dem 10. und 22. Dezember geplant gewesen. Experten in Seoul und Tokio hatten bereits spekuliert, dass der Start der dreistufigen Rakete wegen harscher Witterungsbedingungen verzögert oder ganz abgesagt werden könnte. Ein Grund könnte der starke Schneefall sein, der die Arbeiten an der Raketenrampe behindert.
Japan droht Nordkorea mit Raketenabschuss
Bereits im April war ein Startversuch gescheitert, die Langstreckenrakete landete kurz nach dem Launch im Meer. Japan, Südkorea und die USA hatten Nordkoreas Ankündigung, erneut einen Flugkörper zu starten, scharf verurteilt. Während Nordkorea vom Start einer Satelliten-Trägerrakete spricht, gehen die Länder davon aus, dass erneut die Technologie für Interkontinentalraketen getestet werden soll. Eine solche ballistische Rakete ist das wichtigste Trägermittel für einen atomaren Sprengkopf.
Japan hat bereits in der südlichen Inselprovinz Okinawa Pac-3-Abfangraketen und im Ostchinesischen Meer und dem Japanischen Meer Aegis-Zerstörer in Stellung gebracht. Das Verteidigungsministerium stellte klar: Sollte der Flugkörper japanisches Territorium gefährden, ist er zum Abschuss freigegeben.
heb/Reuters/AP
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