Konflikt zwischen USA und Nordkorea Für Guam gilt keine offizielle Nato-Beistandspflicht

Sollte Nordkorea Guam tatsächlich angreifen, könnten sich die USA nicht in jedem Fall auf die Unterstützung ihrer Nato-Partner wie etwa Deutschland verlassen. Der Grund: Die Pazifikinsel liegt nicht im Beistandsgebiet.

Donald Trump und Kim Jong Un
DPA

Donald Trump und Kim Jong Un


Nordkorea hat im Konflikt mit den USA einen detaillierten Plan präsentiert, wie ein Angriff auf die Insel Guam aussehen könnte. Nun ist bekannt geworden: Im Fall einer solchen Attacke wären Nato-Staaten wie Deutschland nicht verpflichtet, die US-Amerikaner militärisch zu unterstützen. Wie ein Nato-Sprecher am Donnerstag bestätigte, gehört Guam nicht zu dem Gebiet, für das die Beistandspflicht im Nordatlantikvertrag festgeschrieben wurde.

Demnach wäre es eine rein politische Entscheidung, ob die Alliierten bei einem Angriff gegen die etwa 2000 Kilometer östlich der Philippinen gelegene Insel den Bündnisfall nach Artikel 5 ausrufen.

Artikel 6 schränkt Artikel 5 des Nato-Vertrages ein

In diesem haben die Verbündeten festgelegt, "dass ein bewaffneter Angriff gegen einen oder mehrere von ihnen (...) als ein Angriff gegen sie alle angesehen werden wird."

In Artikel 6 wird dann allerdings eine Gebietseinschränkung vorgenommen. Demnach gilt als bewaffneter Angriff im Sinne des Artikels 5 jede Attacke auf das Gebiet eines der Nato-Staaten in Europa oder Nordamerika sowie auf das Gebiet der Türkei "oder auf die der Gebietshoheit einer der Parteien unterliegenden Inseln im nordatlantischen Gebiet nördlich des Wendekreises des Krebses."

Da die Insel Guam südlich des Wendekreises des Krebses liegt, ist sie in dieser Definition nicht miteingeschlossen. In Nato-Kreisen wird allerdings betont, dass es unwahrscheinlich sei, dass Bündnispartner unter Verweis auf diese Formulierungen den USA die Unterstützung verweigern würden.

dop/dpa



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