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Nordkorea: Kim lässt offenbar Verteidigungsminister hinrichten

Nordkoreas Verteidigungsminister Hyon Yong Chol soll Diktator Kim Jong Un widersprochen haben und bei einer Veranstaltung eingeschlafen sein. Nach Informationen des südkoreanischen Geheimdienstes wurde der General deshalb hingerichtet.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat offenbar seinen Verteidigungsminister Hyon Yong Chol abgesetzt und hinrichten lassen. Das berichtete Han Ki Beom, Vizecef des südkoreanischen Geheimdienstes NIS, bei einer Anhörung vor einem Parlamentsausschuss in Seoul.

Hyon soll bei einer Veranstaltung in Anwesenheit des Diktators eingeschlafen sein und ihm wohl auch widersprochen haben. Deshalb sei er wegen "Untreue und Respektlosigkeit" gegenüber Nordkoreas Staatschef zum Tode verurteilt worden.

Die Exekution wurde den Geheimdienstangaben zufolge mit Flakfeuer vollzogen. Unbestätigten Berichten zufolge ist in Nordkorea diese Methode hochrangigen Regierungsvertretern vorbehalten, an denen die Führung ein Exempel statuieren will. Der Hinrichtung des Ministers am 30. April hätten Hunderte nordkoreanische Regierungsvertreter zugesehen.

Hyon war erst seit Juni 2014 im Amt. Seit 2010 hatte er dem Zentralkomitee der herrschenden Arbeiterpartei angehört, 2013 wurde er ins Politbüro berufen. Im April hatte er noch an einer Sicherheitskonferenz in Moskau teilgenommen.

Hyons Exekution ist die zweite Hinrichtung eines führenden Ministers innerhalb von anderthalb Jahren. Ende 2013 ließ der Diktator seinen Onkel Chang Song Thaek als "Verräter" hinrichten. Kim hatte seinen Onkel und Mentor, der als zweitwichtigster Mann im Staat galt, zuvor öffentlichkeitswirksam entmachtet. Zuletzt hatte es zudem Mordgerüchte um Kim Kyung Hee, der Tante des Despoten, gegeben.

syd/AFP/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 95 Beiträge
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1. Erschreckend
endew 13.05.2015
Die vermeintlich kruden Einfälle und überzogenen Szenen aus Baron Cohens "Der Diktator" werden von der Wirklichkeit noch eingeholt. Aber leider landen die Akteure der nordkoreanischen Wirklichkeit nicht in Little Wadiya sondern werden durch das Flakfeuer in tausend Stücke zerrissen.
2. Besser kein Samsung und Hyundai einkaufen
hardliner2015 13.05.2015
Damit hat Kim Jong Un den Weg frei gemacht für eine Invasion Südkoreas. Na, mal sehen, ob die Amerikaner sich trauen, sich Kim in den Weg zu stellen. Immerhin könnte Kim die Westküste der USA mit Atombomben in Schutt und Asche legen. Und das letzte Mal, als die Amerikaner in Korea engagiert waren, da hatten sie es noch geschafft einen Waffenstillstand auszuhandeln. Diesmal wird es den garantiert nicht geben. Also besser keine Smartphones und Autos mehr aus Südkorea kaufen, wegen der Ersatzteile.
3. Wehrhafte Demokratie
hotgorn 13.05.2015
hoffentlich hat der Spuk bald ein Ende. Das dieses Regime überhaupt auf dem Erdball existieren darf. Gott sei dank hat bei den Russen 1990 die Vernunft gesiegt und auch die Völker des ehemaligen Ostblocks aufgelehnt, sonst hätten wir einen ähnlichen verlogenen Schandfleck wie Nordkorea als unseren Kommunistischen Nachbaren. Was bringt die Zukunft kann der wirtschaftiche Erfolg eine gemäßigtere Diktatur wie Südkorea in eine Demokratie verwandeln oder verwandeln sich die Demokratien durch Überwachungsstaat und finanzielle Zwänge in gemäßigte Diktaturen um gegen noch üblere Feine bestehen zu können.
4.
Sumerer 13.05.2015
Die genannten Gründe für die Hinrichtung Hyon Yong Chols sind völlig absurd. Obwohl sie das für alle Hinrichtungen weltweit ebenfalls sind. Denn wer wollte schon selbst so überhaupt enden wollen? Es gibt keine verallgemeinbare Begründung dafür! Daher bin ich gegen jede Verhängung und Ausführung der Todesstrafe! Man kann nicht ernsthaft wollen, dass diese gegen einen selbst verübt wird. Ein derartiges Gesetz widerspricht jedem menschlichen Einsichtsvermögen! (Kant war zwar Befürworter der Todesstrafe. Was aber nicht bedeutet, dass sich auch Philosophen mehr als gewaltig irren.)
5. Naja...
phthalo 13.05.2015
..... jemand der so hoch aufsteigt in einem derartigen Regime kann auch nicht viel besser sein als der Diktator selbst. Daher muss man da wohl nicht allzu viel Mitleid haben.
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Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 25,027 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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Nord- und Südkorea
Nordkorea und Kim Jong Il
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke
Militär in Nord- und Südkorea
Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76
(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)

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