Sanktionen Nordkorea verweist Südkoreaner des Industrieparks

Südkorea hat den Betrieb im gemeinsamen Industriepark Kaesong eingestellt. Nordkorea spricht von einer Kriegserklärung - und verweist die verbliebenen südkoreanischen Arbeiter des Ortes.

Straße zum Kaesong-Industriepark: Nordkorea spricht von "Kriegserklärung"
REUTERS

Straße zum Kaesong-Industriepark: Nordkorea spricht von "Kriegserklärung"


Nordkorea reagiert auf die Entscheidung Südkoreas, einen gemeinsamen Industriepark zu schließen: Pjöngjang hat alle verbliebenen Südkoreaner aufgefordert, die Sonderwirtschaftszone in Kaesong zu verlassen. Laut nordkoreanischen Staatsmedien sollen dort nun auch alle südkoreanischen Anlagen beschlagnahmt werden.

Südkorea hatte Kaesong am Mittwoch komplett geschlossen, damit Nordkorea Geld des Fabrikkomplexes nicht für sein Atomwaffen- und Raketenprogramm nutzen kann. Damit reagierte Seoul auf Pjöngjangs jüngsten Raketenstart. Mittlerweile wurden nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums die ersten Mitarbeiter abgezogen. Nordkorea bezeichnete das Vorgehen des Nachbarn laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA als"Kriegserklärung.

Der 2004 geöffnete Fabrikpark in einer Sonderzone der nordkoreanischen Stadt Kaesong war das einzige größere Wirtschaftsprojekt, das beide Staaten noch gemeinsam betrieben. Mehr als 50.000 Nordkoreaner arbeiteten dort zuletzt für 124 südkoreanische Unternehmen, die von den niedrigen Löhnen im abgeschotteten Nachbarland profitieren.

Hergestellt wurden unter anderem Textilien, Schuhe und Haushaltsgeräte. Bis zum heutigen Tag erwirtschaftete Nordkorea nach südkoreanischen Angaben durch den Kaesong-Komplex 616 Milliarden Won, umgerechnet rund 458 Millionen Euro.

Als weitere Sanktion verstärkte Südkoreas Militär die Propagandabeschallung Nordkoreas an der Grenze. Dort sendet Seoul bereits seit Januar aus mehreren Lautsprecherbatterien laute Popmusik über die Grenze und strahlt Sendungen mit Kritik am kommunistischen Regime in Pjöngjang aus.

Nordkoreas Start der Weltraumrakete am Sonntag hatte weltweit Empörung ausgelöst. Während Pjöngjang von einem "legitimen Recht auf Weltraumforschung" sprach, sieht die internationale Gemeinschaft darin den verdeckten Test einer atomar bestückbaren Langstreckenrakete.

vek/dpa/AP

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insgesamt 6 Beiträge
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eckawol 11.02.2016
1. Koreanische Gesichtswahrung:
Wenn Nord-Korea erneut Devisen braucht,wird Kaesong wieder in Betrieb genommen.Ausserdem brauchen die 50.000 nordkoreanischen Arbeitnehmer die Arbeitsplätze. Insofern wird Kaesong gesichtswahrend in Kürze wieder geöffnet werden.
sergej.ivaschuk 11.02.2016
2. Das wird langsam langweilig...
Südkorea sollte lieber die Kooperation mit NK komplett einstellen. Das ist doch lächerlich. Welcher vernunftige Investor würde sich andauernd auf solche Spielchen einlassen?
mulli3105 11.02.2016
3. Völlige Isolation
ist die einzige Sprache, die der NK Wahnsinnige versteht. Liest man die Liste der Grausamkeiten, versteht man die Aufmerksamkeit und Hilfeleistungen für NK überhaupt nicht mehr - dieses unmenschliche Regime muss mit allen legalen Mitteln bekämpft werden. Da eine Militärintervention völlig ausgeschlossen ist, müssen Sanktionen für eine langfristige Lösung eingesetzt werden, damit das Land von innen destabilisiert wird
hansriedl 12.02.2016
4.
Sanktionen für eine langfristige Lösung eingesetzt werden, damit das Land von innen destabilisiert wird. Und damit ein zweites Syrien geschaffen wird.
omanolika 12.02.2016
5. Wozu dient Kaesong?
Zitat von sergej.ivaschukSüdkorea sollte lieber die Kooperation mit NK komplett einstellen. Das ist doch lächerlich. Welcher vernunftige Investor würde sich andauernd auf solche Spielchen einlassen?
Interessant ist der Aspekt, der einen aber erschreckt, und das Kaesong-Projekt, in eine Schublade steckt, die ja von Friedensarbeit, halt wirklich völlig befreit, nur blickt auf die Wirtschaftlichkeit. Denn, was eben für Investoren zählt, ist nicht, ob man da Menschen quält, sondern, ob sich alles finanziell lohnt, und es ist doch fraglich, ob man hier grade das betont...
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