Nordkorea-Sanktionen Weltweites Hafenverbot für vier verdächtige Schiffe

Vier Frachter mit nordkoreanischen Gütern dürfen weltweit keinen Hafen mehr anlaufen. Nach Angaben der Uno haben sie verbotene Waren an Bord.

Nordkoreanischer Hafen in der Provinz Kangwon  (Archivbild)
AP

Nordkoreanischer Hafen in der Provinz Kangwon (Archivbild)


Zum ersten Mal hat der Uno-Sicherheitsrat Handelsschiffe mit einem Einlaufverbot für alle Häfen weltweit belegt. Das Expertenkomitee für Strafmaßnahmen verhängte das globale Hafenverbot für vier Frachter wegen "unzulässiger Waren" aus Nordkorea an Bord.

Der Koordinator des Komitees, Hugh Griffiths, sprach von einem Präzedenzfall. Seit 5. Oktober dürfen die betroffenen Schiffe keinen Hafen mehr anlaufen. Die vier Schiffe hätten demnach Kohle, Eisen und Fisch aus Nordkorea an Bord - alles Waren, die gemäß einer Resolution des Sicherheitsrats vom August nicht von Nordkorea exportiert werden dürfen. Griffiths sagte auch, es gebe Hinweise darauf, dass Nordkorea weiter versuche, die Sanktionen zu umgehen.

Kohle in einem Hafen in Nordkorea (Archivbild)
AP

Kohle in einem Hafen in Nordkorea (Archivbild)

Bei den Schiffen handle es sich um die Frachter "Petrel 8", "Hao Fan 6", "Tong San 2" und "Jie Shun". Nach Angaben der Internetseite marinetraffic.com fuhren die ersten drei unter der Flagge der Komoren. Über die Beflaggung der "Jie Shun" gibt die Seite keine Auskunft.

Der Vorsitzende des Komitees, Inigo Lambertini, sagte, eine wirksame Anwendung der Strafmaßnahmen sei unerlässlich. Nordkoreas Uno-Botschafter Ja Song Nam hatte die USA unlängst beschuldigt, mit Sanktionen gegen arme Länder deren wirtschaftliche Entwicklung zu behindern und die "moderne Zivilisation zu zerstören".

Nordkorea - Die Chronik des Konflikts

Die USA sind die treibende Kraft hinter den scharfen Sanktionen gegen die kommunistische Diktatur. Seit Jahren provoziert das Land mit immer neuen, aufsehenerregenden Atomwaffen- und Raketentests. Russland und Nordkoreas engster Verbündeter China hatten die Strafmaßnahmen im Uno-Sicherheitsrat mitgetragen.

Zuletzt hatte vor allem der verbale Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und Diktator Kim Jong Un die Lage angeheizt. Trump hatte Nordkorea Ende September in einer Rede vor der Uno-Vollversammlung mit "völliger Zerstörung" gedroht, sollte Pjöngjang im Konflikt um sein Atom- und Raketenprogramm nicht einlenken. Am Samstag erklärte er, diplomatische Bemühungen zur Beilegung des Atomstreits seien durchweg gescheitert.

cht/AFP/AP

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