Streit über Satellitenstart Nordkorea warnt Japan vor kriegerischem Akt

Nordkorea droht seinen Nachbarn. Sollten Japan oder Südkorea eine Langstreckenrakete des Regimes abschießen, werde man "resolut und erbarmungslos" zurückschlagen. Die Begründung: Eine solche Aktion werde als Kriegsakt gewertet.

Satelliten-Aufnahme der Raketenbasis Tongchang-ri: Drohungen an den Nachbarn
AP/ GeoEye/ IHS Global

Satelliten-Aufnahme der Raketenbasis Tongchang-ri: Drohungen an den Nachbarn


Seoul - Nordkorea verschärft seine Warnungen Richtung Japan und Südkorea. Die Führung in Pjöngjang drohte vor dem umstrittenen Satellitenstart mit Vergeltung, sollte ein Land die Trägerrakete abschießen. Dies werde als "Kriegsakt" aufgefasst, hieß es in einer Erklärung. Wer den Satelliten abfange oder dessen Trümmer einsammle, werde von Nordkorea "sofort, resolut und erbarmungslos bestraft".

Hintergrund ist, dass Nordkorea zum 100. Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung am 15. April einen Satelliten ins All schießen will. Die USA, Japan und Südkorea sehen darin einen verdeckten Test einer militärischen Rakete, die einen Atomsprengkopf tragen könnte.

Südkorea und Japan bereiten sich auf einen Abschuss der Rakete vor - falls diese auf ihr Staatsgebiet abzustürzen droht. Ende März sagte der japanische Verteidigungsminister Naoki Tanaka, er habe einen "Zerstörungsbefehl erteilt". Die nordkoreanische Rakete kann über 5500 Kilometer fliegen - damit also auch bis nach Japan. Südkorea drohte ebenfalls bereits mit einem Abschuss der Rakete.

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak rief gemeinsam mit einer Gruppe von fünf US-Kongressabgeordneten zu einer geschlossenen Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf die Startpläne Nordkoreas auf. Lee Myung Bak und die Amerikaner warnten in Seoul, Nordkorea verstoße mit dem Raketenstart gegen eine Resolution des UN-Sicherheitsrats. Die US-Abgeordneten waren am Freitag zu einem dreitägigen Besuch in Südkorea eingetroffen. Beide Seiten forderten "auf der Grundlage der Allianz zwischen Südkorea und den USA eine einheitliche Antwort der internationalen Gemeinschaft".

Nordkorea hatte den USA im Februar unter anderem zugesagt, vorerst keine Atomwaffentests und Tests mit Langstreckenraketen zu unternehmen. Die USA wollten für die Zugeständnisse Nahrungsmittel an das verarmte, aber hoch aufgerüstete Nordkorea liefern.

cte/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
flaschenöffner 06.04.2012
1. .
Sollen die Nordkoreaner mal zusehen, dass sie ihr Ding ordentlich ins All bekommen, sollte ja machbar sein, ohne den Südkoreanern oder Japanern ins Gehege zu kommen. Sollte Japan oder Südkorea weitab außerhalb ihrer Landesgrenzen die Rakete trotzdem abschießen, sehe ich da keine Legitimation. Das verbale Säbelgerassel wird sowieso reiner Selbstzweck sein.
Stelzi 06.04.2012
2. Im Osten nichts neues
Wieder einmal nur dummes, lautes Geplärre vom Kasperle-Regime. Wenn die Zigarre nicht auf der Rampe explodiert, dann fällt sie, wie die meisten Langstreckenraketen dieses Regimes, ohnehin in die See...
Stelzi 06.04.2012
3. Raketeningenieur
Zitat von flaschenöffnerSollen die Nordkoreaner mal zusehen, dass sie ihr Ding ordentlich ins All bekommen, sollte ja machbar sein, ohne den Südkoreanern oder Japanern ins Gehege zu kommen. Sollte Japan oder Südkorea weitab außerhalb ihrer Landesgrenzen die Rakete trotzdem abschießen, sehe ich da keine Legitimation. Das verbale Säbelgerassel wird sowieso reiner Selbstzweck sein.
Es handelt sich hier nicht um eine Silvesterrakete. Der Müllhaufen kann durchaus "weitab außerhalb ihrer Landesgrenzen" ausser Kontrolle geraten und dann trotzdem noch auf eines der beiden Länder niedergehen. Zum Glück lässt sich sowas rechtzeitig abschätzen. Dann wird der Rostkübel eben abgeschossen. Wird sowieso keine Reaktion aus Nordkorea folgen. Was wollen die denn machen? Am Ende würde die totale Einäscherung des Landes stehen, sollte Nordkorea Krieg spielen wollen...
Mehrleser 06.04.2012
4.
Zitat von sysopREUTERS/ KRTNordkorea droht seinen Nachbarn. Sollten Japan oder Südkorea eine Langstreckenrakete des Regimes abschießen, werde man "resolut und erbarmungslos" zurückschlagen. Die Begründung: Eine solche Aktion werde als Kriegsakt gewertet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,826190,00.html
Genau wie die USA behält es sich auch Nordkorea vor, sein "nationalen Interessen" nachhaltig zu schützen...
alexreil 06.04.2012
5.
Zitat von StelziEs handelt sich hier nicht um eine Silvesterrakete. Der Müllhaufen kann durchaus "weitab außerhalb ihrer Landesgrenzen" ausser Kontrolle geraten und dann trotzdem noch auf eines der beiden Länder niedergehen. Zum Glück lässt sich sowas rechtzeitig abschätzen. Dann wird der Rostkübel eben abgeschossen. Wird sowieso keine Reaktion aus Nordkorea folgen. Was wollen die denn machen? Am Ende würde die totale Einäscherung des Landes stehen, sollte Nordkorea Krieg spielen wollen...
Die Starten als Reaktion dann die nächste Langstreckenrakete, die wird dann wieder abgeschossen, Nordkorea startet daraufhin eine weitere Langstreckenrakete usw.
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