Nach Trump-Äußerungen Nordkorea droht USA mit "Gegenmaßnahmen"

Die Rede ist von "ereignisreichen Schritten": Nordkorea reagiert mit einer scharfen Drohung auf Äußerungen von US-Präsident Trump. Man stehe am Rande eines Krieges.

Nordkoreanischer Grenzsoldat
DPA

Nordkoreanischer Grenzsoldat


Die Spannungen zwischen Nordkorea und dem Westen verschärfen sich weiter. Nach der Warnung von US-Präsident Donald Trump, notfalls einen Alleingang im Nordkorea-Konflikt zu starten, hat die Führung in Pjöngjang mit Gegenmaßnahmen gedroht. Das nordkoreanische Außenministerium kritisierte Trumps Äußerungen sowie ein laufendes Militärmanöver der USA mit Südkorea und Japan. Dieses "rücksichtlose Vorgehen" bringe die koreanische Halbinsel "an den Rand eines Krieges", sagte ein Ministeriumssprecher der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Die Vorstellung, Nordkorea mit Sanktionen von seiner "nuklearen Abschreckung" abbringen zu können, sei ein "kühner Traum", sagte der Sprecher. Er warf den USA vor, den Konflikt anzuheizen, um Nordkorea "die Luft abzudrehen". Sein Land habe darum "keine andere Wahl, als die nötigen Gegenmaßnahmen zu ergreifen". Schon bald werde die Welt erleben, welche "ereignisreichen Schritte" Nordkorea unternehmen werde, um die "abscheuliche und rücksichtslose Sanktionserpressung zu durchkreuzen".

"Dann werden wir es tun"

Trump hatte wenige Tage vor seinem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping mit einem Alleingang der USA im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm gedroht. Wenn China das Problem "nicht löst, werden wir es tun", sagte Trump in einem Zeitungsinterview. Xi wird Trump am Donnerstag und Freitag in dessen Privatclub Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida besuchen.

Die Trump-Regierung fordert schon länger, dass China mehr Druck auf seinen traditionellen Verbündeten Nordkorea ausübt. China hatte zuletzt bereits Erklärungen des Uno-Sicherheitsrates gegen Nordkorea mitgetragen und sämtliche Kohle-Importe aus dem Land bis Jahresende gestoppt. Das geht der US-Regierung jedoch nicht weit genug. Sie hatte Nordkorea zuletzt auch mit militärischen Maßnahmen gedroht.

Vergangene Woche hatten US-Experten vor einem neuen Atomwaffentest Nordkoreas gewarnt. Seit einem ersten Atomtest 2006 hat das Land bereits vier weitere Tests vorgenommen, zwei davon im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die kommunistische Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Mit seinen Atomwaffen- und Raketentests verstößt Nordkorea gegen Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats.

Meinungskompass

kev/AFP

insgesamt 76 Beiträge
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Annabelle1811 04.04.2017
1. Da wird mir angst und bange,
wenn ich die beiden so reden höre. Jeder will als Erster zeigen, wie mächtig er ist.
@POTUS 04.04.2017
2. Nordkorea droht schon seit Jahren.
Mit einem tödlichen Schlag gegen die USA. Wäre der Kim nicht so grausam, könnte man über ihn lachen. Er ist irgendwo der Klassenclown unter den Diktatoren dieser Welt.
eikone 04.04.2017
3. Der Westen?
Der Westen stehe am Rande eines Krieges mit NordKorea? Von welchem Westen spricht der Autor? Er kann sicherlich nicht die EU meinen. Also meint er wohl die USA und evtl die Briten. Bitte folgen Sie mit ihrer Berichterstattung nicht der amerikanischen Säbelrasselpropaganda. Berichten sie lieber ernsthaft über andere Länder damit sich der Leser sein eigenes Bild machen kann. Journalismus sollte nichts anderes tun.
alertis777 04.04.2017
4. Übles Säbelrasseln
Es hört und fühlt sich nicht gut an, wenn 2 völlig unberechenbare Narzissten über Atomwaffen verfügen und sich wie dumme Jungbullen im gegenseitigen Hufescharren zu übertrumpfen suchen! Hoffentlich fällt den Chinesen noch was Kluges ein!
Baustellenliebhaber 04.04.2017
5. Es wird enden, wie es enden muss
Kim wird früher oder später enden, wie alle Diktatoren in der Vergangenheit geendet haben bzw. enden werden. Das Dumme daran ist, das diesen Punkt nur Sinn macht wenn das eigene Volk die Sache von innen löst. Das Herr Trump auf die Provokationen von Kim eingeht, ist nur ein weiterer Fehler in seiner Amtsführung.
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