Atomkonflikt Luftwaffenmanöver von USA und Südkorea - Pjöngjang in Rage

Südkorea und die USA starten am Montag die bislang größte gemeinsame Luftwaffenübung. Die Führung in Pjöngjang ist angesichts des Manövers außer sich - und droht mal wieder mit einem Atomkrieg.


12.000 Mitglieder der US-Armee, dazu eine noch nicht veröffentlichte Zahl südkoreanischer Soldaten, über 230 Militärfahrzeuge, Tarnkappenbomber, acht beteiligte Stützpunkte: Die Übung "Vigilant Ace" soll das größte jemals abgehaltene gemeinsame Luftwaffenmanöver von Amerikanern und Südkoreanern werden. Fünf Tage soll sie dauern, am Montag geht es in dem asiatischen Land los.

Für Pjöngjang ist das eine Provokation. Das kommunistische Regime im Norden der Halbinsel reagierte wie gewohnt mit drastischen Worten - und warnte vor einem Atomkrieg, wieder einmal.

Im Leitartikel der Parteizeitung "Rodong Sinmun" hieß es am Sonntag, die Übung in der Pazifikregion sei seitens der "Kriegstreiber" USA und Südkorea eine "offene und umfassende Provokation gegen die Demokratische Volksrepublik Korea", die jederzeit zu einem Atomkrieg führen könne.

Endlich Verständlich

USA sehen "wachsende Gefahren"

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, H.R. McMaster, warnte unterdessen von der "jeden Tag wachsenden" Gefahr eines Kriegs mit Nordkorea. "Wir sind in einem Wettlauf gegen die Zeit, um das Problem zu lösen", sagte er am Samstag bei einer Konferenz. "Es gibt Wege jenseits eines bewaffneten Konflikts, aber es ist ein Rennen, weil es näher und näher rückt, und es bleibt nicht mehr viel Zeit."

Das nordkoreanische Außenministerium erklärte seinerseits, mit dem Luftwaffenmanöver sei die US-Regierung dabei, "um einen Atomkrieg zu betteln". Solche Sätze gehören zum festen Repertoire des Regimes von Kim Jong Un.

Nordkorea hatte am Mittwoch eine Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15 getestet. Das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen, teilte Pjöngjang anschließend mit. Die US-Botschafterin bei der Vereinten Nationen, Nikki Haley, warnte Nordkorea daraufhin in einer Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats, "im Falle eines Kriegs" würde die Führung in Pjöngjang "vollkommen zerstört".

Erst Anfang November hatten die USA mit Südkorea und Japan eine gemeinsame Luftwaffenübung abgehalten. US-Bomber vom Typ B-1B überflogen die koreanische Halbinsel. Die Flüge der überschallschnellen strategischen Langstreckenbomber erzürnen Pjöngjang regelmäßig.

Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten wiederholt Raketen- und Atomwaffentests vorgenommen. Die US-Regierung drohte daraufhin mehrfach mit einem militärischen Vorgehen gegen Pjöngjang. Bei seinem ersten Auftritt vor der Uno Ende September drohte US-Präsident Donald Trump sogar mit der "völligen Zerstörung" Nordkoreas.

kev/AFP



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