Reaktion auf US-Präsidenten Nordkorea wertet Trumps Worte als Kriegserklärung

Donald Trump habe Nordkorea mit seinem jüngsten Statement den Krieg erklärt, sagt der nordkoreanische Außenminister - und droht mit dem Abschuss von US-Flugzeugen. Das Weiße Haus bestreitet eine Kriegserklärung.

Ri Yong Ho
AFP

Ri Yong Ho


Nordkorea wertet die jüngsten verbalen Angriffe von US-Präsident Donald Trump als Kriegserklärung. Das Land behalte sich vor, US-Bomber abzuschießen, sagte der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho.

"Die ganze Welt sollte sich daran erinnern, dass die USA dem Land zuerst den Krieg erklärt haben", sagte Ri Yong Ho in New York. Seither beanspruche das Land für sich "jedes Recht, Gegenmaßnahmen zu ergreifen und auch strategische US-Bomber abzuschießen, selbst wenn sich diese nicht in unserem Luftraum befinden".

"Die Frage, wer nicht mehr länger da sein wird, wird dann beantwortet", sagte der Minister. Trump hatte zuvor Ri Yong Hos Rede vor der Uno-Vollversammlung auf Twitter mit den Worten kommentiert: "Wenn er die Gedanken des 'kleinen Raketen-Mannes' widergibt, dann werden sie nicht mehr lange da sein."

Nordkorea und die USA liefern sich bereits seit Tagen einen verbalen Schlagabtausch. Die USA schickten auch Langstreckenbomber in den internationalen Flugraum östlich des abgeschotteten Landes.

Pentagon-Sprecher Robert Manning zeigte sich nach den jüngsten Worten des nordkoreanischen Außenministers kampfbereit. "Wenn Nordkorea seine Provokationen nicht einstellt, werden wir sicherstellen, dass der Präsident Optionen hat, um mit Nordkorea umzugehen", sagte er.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders bestritt, dass der US-Präsident Nordkorea den Krieg erklärt habe. Den Vorhalt des nordkoreanischen Außenministers bezeichnete sie als absurd.

Uno-Generalsekretär António Guterres rief die Konfliktparteien laut Nachrichtenagentur Reuters über einen Sprecher zur Mäßigung auf. "Hitziges Gerede kann zu fatalen Missverständnissen führen", sagte er demnach.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte zuvor etwa bereits in Richtung Trump gesagt, er werde "den geistig umnachteten Amerikaner endgültig mit Feuer bändigen". Er antwortete damit auf die Uno-Rede des US-Präsidenten, in der dieser mit "völliger Zerstörung" Nordkoreas gedroht hatte, sollte das Land seine Atompolitik nicht beenden.

apr/aar/dpa/Reuters/AP



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