Bio-Waffen Nordkorea wettert gegen angebliche Milzbrand-Pläne der USA

Bei der Uno ist eine Beschwerde aus Nordkorea eingegangen: Pjöngjang fühlt sich von den USA bedroht - und fürchtet einen Angriff mit Milzbrand-Bakterien. Hintergrund ist eine Forschungspanne.

US-Milzbrand-Lieferung (am 3. Juni 2015): Versehentlich auch lebende Kulturen gesendet
AFP

US-Milzbrand-Lieferung (am 3. Juni 2015): Versehentlich auch lebende Kulturen gesendet


Nordkorea droht gern und oft - und fühlt sich mindestens genauso oft selbst bedroht. Nun haben die Gesandten des Regimes in Pjöngjang einen erheblichen Vorwurf vorgebracht. Die USA wollen Nordkorea mit biologischen Waffen angreifen. Sagt zumindest Nordkorea. Washington habe "einen gefährlichen Plan der biologischen Kriegsführung", erklärte die Uno-Mission Nordkoreas am Freitag in einem Brief an den Uno-Sicherheitsrat.

Zu diesem Zweck habe das US-Militär vor Kurzem Milzbrand-Bakterien auf eine Luftwaffenbasis in Südkorea gebracht. "Nordkorea verurteilt auf das Schärfste die Vereinigten Staaten für ihre Völkermord-Pläne gegen die Menschlichkeit", schrieb Uno-Botschafter Ja Song Nam.

Die USA hatten im vergangenen Monat tatsächlich Milzbrand-Kulturen nach Südkorea geflogen, dies aber auch von sich aus mitgeteilt. Das Ganze sei ein Irrtum gewesen: Ursprünglich waren tote Kulturen für die Forschung angefordert worden, auch um sich gegen Angriffe aus dem Norden zu wappnen. Einige Kulturen hätten aber noch Lebenszeichen gezeigt.

Südkorea war nicht der einzige Adressat: 17 weitere Laboratorien in den USA und Australien hatten auch lebende statt toter Milzbrand-Kulturen erhalten.

In den USA sieht man der nordkoreanischen Beschwerde gelassen entgegen. Ein Sprecher des Außenministeriums nannte die Vorwürfe "lächerlich" und "keiner Antwort würdig".

jok/dpa

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