Nordkoreas Atomprogramm Uno-Strafen lassen Kim kalt

Die Strafmaßnahmen der Uno sind dem Regime in Pjöngjang egal: Trotz der erweiterten Sanktionen will Nordkorea sein Atomwaffenprogramm ausbauen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un
DPA

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un


Das Ziel bleibt: Nordkorea hält ungeachtet der neuen Sanktionen der Uno am Ziel fest, eine Atommacht zu werden. Die Entwicklung von Nuklearsprengköpfen werde ohne Verzögerung fortgesetzt, um die Souveränität des Landes zu verteidigen, teilte ein Sprecher des Außenministeriums am Sonntag mit.

Die neuen Strafmaßnahmen des Sicherheitsrats bezeichnete der Regierungssprecher als "feindlichen Akt", der "in vollem Umfang zurückgewiesen" werde. Zugleich beschuldigte das Regime in Pjöngjang die USA und China, die Uno-Resolution auf den Weg gebracht zu haben.

Der Sicherheitsrat hatte nach den jüngsten Raketentests Nordkoreas die Sanktionen gegen das kommunistische Land am Freitag ausgeweitet. Die Entscheidung fiel einstimmig und wurde auch von China unterstützt. Die US-Regierung hatte China zuletzt dazu gedrängt, seinen Einfluss auf die Regierung in Pjöngjang zu nutzen.

Nordkorea mit seinem Machthaber Kim Jong Un hat in diesem Jahr mehrfach Raketen getestet und einen sechsten Atomwaffentest angekündigt. US-Präsident Trump hat deswegen auch militärische Aktionen nicht mehr ausgeschlossen. Dahinter steckt die Sorge der USA, dass Nordkorea irgendwann in der Lage sein könnte, mit Raketen und Atomsprengköpfen auch amerikanisches Territorium zu erreichen.

Nordkorea hat bislang sämtliche seit 2006 wegen der Nukleartests verhängten Uno-Resolutionen zurückgewiesen.

als/Reuters

insgesamt 32 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
gammoncrack 04.06.2017
1. Das wird ja immer besser.
Jetzt stellt sich Kim schon gegen seine Schutzmacht China. Man weiß ja wirklich nicht mehr, was man von seinen Aktionen zu halten hat. Sinnvoll erscheint das allerdings nicht. Ihn und Donald Trump sollte man tatsächlich einmal einigen Psychologiestudenten als Versuchsobjekt zur Verfügung stellen. Es reicht vermutlich zu einer ergiebigen Dissertation, mit Chancen auf den Nobelpreis.
spontanistin 04.06.2017
2. Sanktionen-Aktionismus
Staatliche Sanktionen sind in der Regel so zielführend wie Resozialisierungsmassnahmen bei Berufskriminellen. Wenn nicht die Wirtschaft eines Landes und die Grundvesorgung der Bevölkerung entscheidend geschwächt wird, wie seinerzeit beim Zusammenbruch der UdSSR durch den niedrig gehaltenen Weltmarktpreis von Erdöl, wird sich nichts substantielles ändern. Im Gegenteil, die Gegenreaktionen werden erst recht angestachelt.
W/Mutbürger 04.06.2017
3. China
..ist das einzige Land, das nun das Ruder in der Hand hat. Sie müssen Kim nun die Daumenschrauben bis zum Anschlag festdrehen. Ansonsten macht es Trump, wie das ausgeht wissen wir.
Tiananmen 04.06.2017
4. Kim ist sicher beeindruckt...
Kim ist sicher beeindruckt, dass die UNO beschlossen hat, ihn mit noch mehr Wattebäuschchen zu bewerfen. Wie meine Vorrednerin bemerkte, ohne dass Wirtschaft und Versorgung der Bürger gravierend beeinträchtigt werden, wird das dicke Kerlchen einfach so weitermachen. Man traut sich allerdings kaum solche Forderungen zu stellen, weil uns ja permanent berichtet wird, wie schlecht die Versorgungslage in Nordkorea sei. Wieviel davon westliche Propaganda ist, kann man nicht abschätzen. Dass sich dickes Kim auch gegen die Schutzmacht China wendet, lässt eher auf Änderungen hoffen.
ruhepuls 04.06.2017
5. Poker...
Kim hat klar erkannt: Wenn er genug Atomwaffen hat, dann verbessert er seine Verhandlungsposition. Ein Erstangriff auf Nordkorea ist nicht zu erwarten. Konventionell nicht, weil die Nordkoreaner 1 Million Soldaten unter Waffen haben (auch wenn es veraltete sind) und ein atomarer nicht, weil der nicht zu rechtfertigen wäre. Immerhin ist China der große Nachbar. Also pokert er hoch. Die Sanktionen treffen vor allem das Volk - und das ist eh gegen den "großen Satan" indoktriniert und wird durch die Sanktionen nur noch mehr auf Linie getrimmt. Letztlich hofft er vermutlich auf Scheckbuch-Diplomatie, nach dem Motto: Wenn ihr nicht wollt, das ich Ärger mache, dann zahlt. Das ist auch seine einzige Chance an der Macht zu bleiben. Ohne Mittel von außen, wird der Laden irgendwann zusammen brechen oder es gibt einen Putsch.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.