Entwicklungshilfe Nordkorea wirft Landeschefin der Welthungerhilfe raus

Die Chefin des Welthungerhilfe-Büros in Nordkorea hat das Land verlassen müssen - warum ist unklar. Die deutsche Organisation sieht keine Gründe im Verhalten der Mitarbeiterin.


Im abgeschotteten Nordkorea arbeiten nur wenige internationale Hilfsorganisationen - unter ihnen die deutsche Welthungerhilfe. Nach Angaben der Organisation hat das Regime in Pjöngjang die Leiterin des Landesbüros Nordkorea des Landes verwiesen. Regina Feindt ist laut einer Sprecherin bereits am 26. Februar ausgereist. "Wir haben keine Hinweise auf Gründe im Verhalten von Frau Feindt, die eine Ausweisung rechtfertigen würden", sagte eine Sprecherin der Welthungerhilfe SPIEGEL ONLINE.

Zu möglichen Gründen, die Pjöngjang für die Ausweisung nannte, will die Welthungerhilfe nichts sagen. Man führe derzeit Gespräche mit der nordkoreanischen Regierung. Auch ein anderer Mitarbeiter habe das Land im März verlassen, den Angaben zufolge aber freiwillig.

Die Hilfsorganisation ist nach eigenen Angaben noch immer aktiv in Nordkorea, es seien noch Mitarbeiter vor Ort, Projekte zum Beispiel zur Wasserversorgung liefen weiter, hieß es.

Bei einer Hungerkatastrophe in den Neunzigerjahren starben Hunderttausende Nordkoreaner. Immer noch ist die Ernährungssituation in dem kommunistischen Land angespannt, die Bevölkerung ist auf ausländische Hilfslieferungen angewiesen.

Die Welthungerhilfe ist eine der größten deutschen Nichtregierungshilfsorganisationen, sie ist seit 1997 in Nordkorea und hat dort Projekte für mehr als 60 Millionen Euro umgesetzt.

anr/Reuters



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insgesamt 31 Beiträge
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go-west 02.04.2015
1. Welches Land (bzw. welche Länder)
Ist (sind) dafür verantwortlich, daß sich das dortige Regime immer noch an der Macht halten kann?
honey_d 02.04.2015
2. Definitionssache
Vielleicht hat der Diktatoren-Clan zwischen zwei Sektfrühstücken entschieden, dass es in NK gar keinen Hunger gibt und das alles bloß eine Erfindung der bösen Amis ist.
tobiash 02.04.2015
3. Platz frei!
Na dann ist ja endlich ein Platz für Jakob Augstein frei, der könnte sich in NK endlich genau so entfalten, wie er es seit Jahren propagiert. Ich würde einen großen Teil des Flugpreises übernehmen - völlig freiwillig!
zzipfel 02.04.2015
4. Die Leute von der Kommunistischen Plattform
und der SED-PDS-Die-Augen-Links-Partei haben sicher entbehrliches Personal, das dem kommunistischen Regime aushelfen könnte. Spontan fallen mir Frau Wagenrad ein - auch das ehemalige Honecker-Schoßhündchen aus dem Saarland könnte sein Schloss verkaufen und als aufrechter Linker seinen Kaviarkonsum gegen linke Solidarität und Daueraufenthalt in Nordkorea eintauschen ;-)
Asok 02.04.2015
5. Ich frage mich manchmal
wie die Welt aussah bevor die USA existierte und für alles böse auf der Welt verantwortlich war. Es muss ein herrliches Paradies gewesen sein. Es ist ja völlig egal wo auf der Welt irgend etwas negatives passiert ist. Sofort erscheint ein genialer allwissender Forist und beweist messerscharf, das die USA oder wahlweise einer Ihrer Vasallen an allem Schuld ist. Andere schlechte Menschen auf der Welt müssen ja langsam Depressionen bekommen. Egal welche schlechte Tat sie durchführen wollen, am Ende stellt sich immer heraus, das in Wahrheit nicht sie für diese Tat verantwortlich sind, sondern die USA.
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