Drohung an USA Nordkorea zu "jeder Art Krieg bereit"

Raketentests, Verlegung eines Flugzeugträgers, Drohungen: Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist angespannt. Nun warnt Nordkorea die USA erneut, das Land werde sich mit "starker Waffenmacht" verteidigen.

Kim Jong Un (Archivbild)
REUTERS

Kim Jong Un (Archivbild)


Der Ton auf der koreanischen Halbinsel verschärft sich weiter. Nachdem die USA am Wochenende den Flugzeugträger "USS Carl Vinson" sowie seine Begleitschiffe in Richtung Korea entsandt hatte, hat Nordkorea nun mit militärischen Schritten gedroht. Das Land werde die "härtesten Gegenmaßnahmen gegen die Provokateure treffen, um uns mit starker Waffenmacht zu verteidigen", teilte das Außenministerium in Pjöngjang mit.

Sollten die USA "für eine militärische Aktion optieren", sei die Volksrepublik zur Reaktion auf jede von den USA gewünschte Art von Krieg bereit, wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert.

Der Marineverband um die "USS Carl Vinson" war nach Angaben des US-Militärs am Samstag in Singapur nach Norden ausgelaufen, um im westlichen Pazifik Position zu beziehen.

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Nordkorea: Militärische Machtdemonstration im Westpazifik

Die Maßnahme wird als Stärke-Demonstration der USA gegenüber der kommunistischen Regierung in Pjöngjang verstanden. Sie löste in der Region auch die Besorgnis vor einem möglichen Militärschlag aus. Nordkorea hatte in der vergangenen Woche zum wiederholten Mal gegen Uno-Resolutionen verstoßen und eine ballistische Testrakete in Richtung offenes Meer feuern lassen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte die Aktion. Nach Einschätzung von US-Experten trifft das Land derzeit Vorbereitungen für einen weiteren Atomtest.

Derzeit läuft zudem das jährliche gemeinsame Militärmanöver von Südkorea und den USA. Nordkorea sieht darin Vorbereitungen für eine Invasion.

max/dpa/AP

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kleinsteminderheit 11.04.2017
1. Die Grenzen der Diplomatie
Zeigen sich in Nordkorea. Das Land hat über Jahrzehnte sein Atomprogramm betrieben und ließ sich mit Diplomatie davon genau so wenig abhalten, wie nun bei der Entwicklung von Langstreckenraketen. Das Land wird keine Skrupel haben, die Waffen einzusetzen. Zunächst als Druckmittel, um von seinen Nachbarn Lebensmittel und Wirtschaftsgüter zu erpressen. Später auch im scharfen Einsatz. Es besteht zudem die Gefahr, dass Nordkorea die Technologie meistbietend weiterverkauft oder den Einsatz der Waffe einer Terrororganisation überlässt. Eine enge Zusammenarbeit von China und den USA ist lange überfällig. Kim hätte, so bald er genug Bomben und Trägersysteme hat, keine Skrupel auch China zu bedrohen.
heikol 11.04.2017
2. The President ist auferstanden
Wochenlang gab es nur ein Thema: Die Verfehlungen des Donald Trump. Zehnmal am Tag habe ich in den Nachrichten geschaut, was er jetzt wieder angestellt hat. Presse und Talkshows haben sich rund um die Uhr mit der Frage beschäftigt: "Wie unfähig ist er als Präsident und wie lange wird es bleiben?" Das ist nun vorbei. Trump hat andere Waffen für sich erkannt: Marschflugkörper und Flugzeugträger. Sachlich betrachtet haben Syrien und Nordkorea Regierungen, die unmenschlich sind und eie Gefahr für die gesamte Welt darstellen. China wird nichts unternehmen. Russland will die Welt destabilisieren. Bleiben nur die USA. So, wie in den vergangenen 70 Jahren. Gerade wir Deutschen sollten USA dankbar sein. Nicht hörig, aber dankbar. Bleibt Donald Trump. Ich hatte immer Angst, dass er in wirklich wichtigen Dingen etwas zu sagen hat. Also jetzt.
GinaBe 11.04.2017
3. Vision: Atombombe auf Berlin?
Als Tochter des Kalten krieges erlebe ich derzeitige Aufrüstungsprogramme sowie den unausgesprochenen Schulterschluß der europäischen NATO einschlißlich deutscher Beteiligung in diesem Angriffskrieg! als absolute Bedrohung auch unseres Lebens hier in der Alten Welt! DAS kann und darf nicht sein, daß mit allen Mitteln auf höchster Militärebene gepokert wird, lediglich um MACHT zu demonstrieren, wobei sich der frisch gewählte US- Präsident als Terminator aufspielt, der _seine_ Stärke beweisen will. Dabei geht es bei weitem nicht um Menschen, die verteidigt werden müssen! Sondern es geht dabei um Ansehen im eigenen amerikanischen Land, welches durch einen holprigen Regierungsstart mehr als in Schieflage geraten ist. Das Ringen um die 1. Position auf unserer blauen Erdkugel schwebt im Hintergrund. Russische und westliche Interessen konfrontieren sich bereits im langjährigen Kriegsschauplatz Syrien. Soll nun noch ein weiterer Schauplatz eröffnet werden? Dieser kleine, dicke Diktator Südkoreas schreit aber geradezu nach Aufmerksamkeit und Beachtung! Vielleicht hat er in seinem Land dieselben Probleme wie Trump, anerkannt zu werden? Wie wäre es denn, ihm genau die absolut zu verweigern? ODER auf rein diplomatischem Weg einfach zu fragen, was er denn eigentlich will?
jojack 11.04.2017
4. Was ist drin?
Wohl niemand hat wirklich Lust auf einen neuen Korea-Krieg. Zum einen weiß niemand, wie schlagkräftig die nordkoreanische Armee wirklich ist und zum anderen will wohl niemand die Kriegsfolgen bewältigen. In Nordkorea leben 24 Millionen Menschen, die versorgt werden müssen, was wohl nicht einmal Südkorea tun will. Bisher hat die Strategie der Kims ja auch funktioniert: immer wenn man Lebensmittellieferungen braucht, wird eine Rakete abgefeuert, wird mit Kriegsschiffen in südkoreanische Gewässer eingedrungen oder auch mal ein Schiff der Südkoreaner gekapert. Nur was ist, wenn Nordkorea sich tatsächlich Schritt für Schritt ein Atomwaffenarsenal zulegt? Müsste sich dann nicht auch Peking bedroht fühlen, von Japan, Südkorea und praktisch ganz Südostasien ganz zu schweigen?
round_robin 11.04.2017
5. Man müsste ...
Ich finde, man sollte versuchen, das spärliche Internet Nordkoreas mit einem Trojaner zu versehen, der prüft, was alles an diesem Netz hängt. Vielleicht könnte man dann alle Systeme mal ausschalten - dürften ja nicht viele sein. Aber dann ist auch eine Informationsquelle weg. Anschließend kann man noch einmal fragen, ob sie jetzt genug haben oder ob man weiter machen soll. Wenn ja, stört man Radio und Fernsehen. Mal sehen, ob das dem Meister Deckelfrisur gefällt.
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