Umstrittener Satellit: Nordkoreas Raketenstart endet im Debakel
In Nordkorea ist der umstrittene Start einer Langstreckenrakete fehlgeschlagen. Zwar bestätigte ein Regierungsvertreter das Zünden des Flugkörpers - der soll aber kurze Zeit später auseinandergebrochen und ins Meer gestürzt sein. Die Rakete vom Typ Unha-3 sollte einen Satelliten zur Erdbeobachtung ins All bringen.
Washington/Hamburg - Nordkorea hat trotz internationaler Proteste am Freitag eine Langstreckenrakete ins All gestartet. Nach wenigen Minuten sei der Flugkörper jedoch auseinandergebrochen und ins Meer gestürzt, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums.
Japanische Regierungsvertreter bestätigten, dass das Vorhaben gescheitert sei. Ähnlich äußerten sich US-Regierungsvertreter laut Berichten amerikanischer Sender. Nordkoreas Raumfahrtbehörde teilte zunächst lediglich mit, es lägen keine Informationen vor.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul sagte vor Journalisten, die Rakete sei um 7.39 Uhr Ortszeit (00.39 Uhr MESZ) an der Westküste des weitgehend abgeschotteten Landes nahe der Grenze zu China gestartet worden. Nach Angaben japanischer Behörden stürzte ein "fliegendes Objekt" aus Nordkorea nach etwas mehr als einer Minute Flugzeit ins Meer, rund 165 Kilometer von der südkoreanischen Hauptstadt Seoul entfernt.
Offiziell wollte Nordkorea mit der Unha-3 einen Wettersatelliten ins All befördern. Südkorea, Japan und die USA vermuten dahinter aber einen militärischen Test einer Interkontinentalrakete, die potentiell mit Atomsprengköpfen bestückt auch Alaska erreichen könnte.
Ungeachtet des nordkoreanischen Fehlschlags berief der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nach Angaben von Diplomaten eine Sondersitzung ein, auf der mögliche Reaktionen besprochen werden sollten.
Die US-Regierung verurteilte den Start der Rakete am Freitag als aggressive Provokation und Verletzung internationaler Vereinbarungen, Nordkorea isoliere sich mit solchen Aktionen von der Weltgemeinschaft. Trotz des Fehlschlags stelle das Land eine Bedrohung für die Sicherheit der Region dar, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney. Japans Regierung kündigte wirtschaftliche Sanktionen an.
Im nordkoreanischen Satelliten-Kontrollzentrums in einem Vorort von Pjöngjang war der Flugkörper Anfang der Woche einem internationalen Presseaufgebot präsentiert worden. Auf einem großen Bildschirm konnten die Medienvertreter die Rakete an der Abschussrampe sehen. Der Raketenstart war Teil der Gedenkfeiern zu Ehren des 100. Geburtstags des verstorbenen Machthabers Kim Il Sung.
Kurz vor dem umstrittenen Start der Langstreckenrakete wuchs in Ostasien die Nervosität. Mehrere Fluggesellschaften hatten am Dienstag eine Änderung ihrer Flugrouten in der Region angekündigt. Die philippinischen Behörden hatten zudem eine Flugverbotszone ausgerufen. Schiffe seien gewarnt worden, in die Region zu fahren, in der Trümmer der Rakete herunterkommen könnten.
pad/dpa/AFP/REUTERS
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Fläche: 122.762 km²
Bevölkerung: 24,346 Mio.
Hauptstadt: Pjöngjang
Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un
Regierungschef: Pak Pong Ju
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Zum Abschluss der vierten Sechs-Länder-Gespräche im September 2005 verpflichtete sich Pjöngjang grundsätzlich zur Aufgabe aller Atomwaffen und Nuklearprogramme, das Atomprogramm lief aber im Geheimen weiter. 2007 zeichnete sich erneut eine Einigung im Atomstreit ab: Die nordkoreanische Seite sagte zu, seine Atomanlagen stillzulegen und die ausländischen Atominspekteure wieder zuzulassen. Im Gegenzug sollte das Land wirtschaftliche, humanitäre und Energiehilfe erhalten und von der US-Liste der den Terror unterstützenden Staaten gestrichen werden. Im Juni 2008 übergab Nordkorea eine seit Monaten überfällige Liste mit Einzelheiten seines Nuklearprogramms an China und sprengte den Kühlturm der abgeschalteten Atomanlage Yongbyon.



| Militär in Nord- und Südkorea | ||
| Nordkorea | Südkorea | |
| Truppenstärke insgesamt | 1.106.000 | 687.000 |
| darunter Heer | 950.000 | 560.000 |
| Marine | 46.000 | 68.000 |
| Luftwaffe | 110.000 | 64.000 |
| Reservisten | 4.700.000 | 4.500.000 |
| Kampfpanzer | 3.500 | 2.750 |
| Artilleriegeschütze | 17.900 | 10.774 |
| Boden-Boden-Raketen | 64 | 12 |
| einsatzbereite Kampfflugzeuge | 620 | 490 |
| darunter Jagdflugzeuge | 388 | 467 |
| Bomber | 80 | - |
| Kriegsschiffe | 8 | 47 |
| darunter Zerstörer | - | 10 |
| Fregatten | 3 | 9 |
| Korvetten | 5 | 28 |
| taktische U-Boote | 63 | 13 |
| kleinere Küstenwachboote | 329 | 76 |
| (Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London) | ||
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- Änderungen bei All Nippon Airways
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