Geburtstag von Kim Jong Il: Nordkorea feiert den "Geliebten Führer"

Tausende von Blumensträußen, Menschenmassen auf den Straßen, unzählige Verbeugungen - Nordkorea feiert den Geburtstag des verstorbenen Diktators Kim Jong Il. In dieser Woche wurde auf Pjöngjangs Straßen schon einmal etwas ganz anderes bejubelt: der Atomtest.

REUTERS/ Kyodo

Pjöngjang - Ein Blumenmeer erstreckt sich über die nordkoreanische Hauptstadt. In Reih und Glied marschieren die Bürger auf, um dem verstorbenen Diktator Kim Jong Il zu huldigen. Offiziell wäre der Politiker am Samstag 71 Jahre alt geworden, sein Geburtstag galt in seinem Land schon zu Lebzeiten als offizieller Feiertag. Der Diktator starb im Dezember 2011 an Herzversagen. Jetzt wird der 16. Februar als "Tag des strahlenden Sterns" gefeiert.

Der Despot Kim Jong Il ließ sich selbst zu Lebzeiten als "Geliebter Führer" und "Sonne des 21. Jahrhunderts" huldigen. Er herrschte über Nordkorea, seit sein Vater, der Staatsgründer Kim Il Sung, 1994 starb. Der kommunistische Diktator machte das abgeschottete Land zur Atommacht.

Mit Pomp begeht Pjöngjang nach seinem Tod jetzt die zweite Jubelfeier anlässlich seines Geburtstages. Die Bilder dieses "Festes", die von dem isolierten Land nach draußen dringen, gleichen auf gespenstische Weise denen vom Vorjahr: Menschengruppen verbeugen sich vor den Führerdenkmälern in der Stadt, Soldaten legen Blumensträuße ab - sogar die Körbe vor den Bronzestatuen sehen so aus wie im vergangenen Februar, als bei klirrender Kälte Kim Jong Ils 70. begangen wurde.

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Nordkoreas Kim Jong Il: Geburtstagsfeier für einen Toten

Proteste per Luftballon

Diesmal nahmen Aktivisten die Feiern im Land zum Anlass für Proteste: Im südkoreanischen Exil lebende Bürger des Landes haben am Samstag Flugblätter über die Grenze geschickt. Mit gasbefüllten Ballons sandten sie etwa 200.000 Botschaften sowie kleine Geldscheine in den verarmten und abgeschotteten Norden. "Stoppt provokative Aktionen mit Raketen und Atomtests", "Nordkoreaner, erhebt Euch" und "Die Kim-Dynastie wird bald stürzen", war auf den Flugblättern unter anderem zu lesen.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Nordkoreaner auf Pjöngjangs Straßen offenbar die jüngsten Atomtests des aktuelles Herrschers Kim Jong Un bejubelt. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete, dass offizielle Vertreter von Partei und Armee sowie Arbeiter, Soldaten und Studenten am Donnerstag erst auf dem Kim-Il-Sung-Platz zusammengekommen seien, um den Führer für die Tests zu feiern.

juh/AP/afp

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