Reichweite von 10.000 Kilometern: Südkorea warnt USA vor Kims Raketen

Wie gefährlich sind Nordkoreas Raketen? Südkoreanische Experten haben nun die Trümmer der von Nordkorea kürzlich getesteten "Unha 3" analysiert und attestieren dem Waffentyp eine Reichweite von mehr als 10.000 Kilometern. Das wäre weit genug, um die USA zu erreichen.

Trümmerteile von Nordkoreas Unha-3-Rakete: Besorgniserregende Analyseergebnisse Zur Großansicht
REUTERS

Trümmerteile von Nordkoreas Unha-3-Rakete: Besorgniserregende Analyseergebnisse

Seoul - Nordkorea könnte theoretisch die US-Westküste beschießen. Davon gehen südkoreanische Experten aus. Als Grundlage für diese Vermutung diente die Untersuchung eines Trümmerteils von der ersten Stufe der nordkoreanischen Unha-3-Rakete. Die Analyse sowie Simulationen hätten gezeigt, dass "die Rakete mit einem Sprengkopf von 500 bis 600 Kilogramm über 10.000 Kilometer fliegen kann", berichtete ein Experte des Verteidigungsministeriums vor Journalisten in Seoul. Das sei weit genug, um den Westen der USA zu erreichen.

Allerdings würde eine solche Reichweite, verbunden mit einer derart großen Nutzlast, bei weitem alles übersteigen, was Experten dem nordkoreanischen Raketenprogramm bisher zugetraut haben. Bisher wurde die Reichweite Unha-3, deren militärische Variante als Taepodong-2 bekannt ist, auf etwa 6000 Kilometer geschätzt. Nach dem Start der Unha-3-Rakete Anfang Dezember kamen Experten zu dem Schluss, dass die Rakete als Waffe völlig untauglich sei: Aufgrund der Konfiguration ihrer drei Stufen könne sie eine Nutzlast von höchstens 100 Kilogramm tragen. Deshalb erscheint es zumindest möglich, dass es sich bei der Alarmmeldung aus Südkorea um eine politisch motivierte Übertreibung handelt.

Nordkorea hatte am 12. Dezember trotz aller Warnungen mit einer mehrstufigen Unha-3-Rakete einen kleinen Satelliten ins All geschossen. Südkoreas Militär hatte später einen Treibstoffbehälter vor der südkoreanischen Westküste aus dem Meer geborgen. Nicht geklärt worden sei, ob die Rakete in der Lage gewesen wäre, vom All aus wieder in die Erdatmosphäre einzudringen, was etwa für einen ballistischen Interkontinentalangriff nötig wäre.

Die USA, Südkorea und andere Staaten werfen Nordkorea vor, mit dem jüngsten wie auch früheren Raketenstarts verdeckte Waffentests unternommen zu haben. Danach will Pjöngjang die Technologie für Interkontinentalraketen vorantreiben, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden könnten. Nordkorea spricht von einem Satellitenstart zu friedlichen Zwecken.

Pjöngjang unterliegt wegen zwei Atomtests in den Jahren 2006 und 2009, denen jeweils Tests mit Langstreckenraketen vorangingen, internationalen Sanktionen. Machthaber Kim Jong Un ordnete erst am Freitag die Entwicklung größerer Raketen an.

cst/mbe/dpa/afp

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insgesamt 65 Beiträge
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1. Und die haben auch Kimchi Kohl
celsius234 23.12.2012
Zitat von sysopREUTERSSüdkorea warnt den Westen: Die von Nordkorea kürzlich getesteten Raketen haben nach Einschätzungen von Experten eine Reichweite von mehr als 10.000 Kilometer. Lang genug, um die USA zu erreichen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkoreas-raketen-haben-eine-reichweite-bis-in-die-usa-a-874526.html
eine wirklich gefährliche Biowaffe oder Chemiewaffe, oder ? Wer keine Raketen hat ist schnell ganz dumm dran als Regime. Sag ich mal Irak, Libyen, Agypten, Tunesien.
2. Titellos
UnitedEurope 23.12.2012
Ich glaube zwar nicht dass sie Los Angeles auch nur ansatzweise treffen würden, aber bei Atomraketen ist das zu verschmerzen. Ich denke Nordkorea würde mit diesen Kapazitäten übers Ziel hinausschießen (Ha, ein Wortspiel). Die USA und Südkorea greifen Nordkorea nicht an weil sie eine Atombombe haben, die muss Nordkorea nicht 10.000 Km weit transportieren können. Und von einer nordkoreanischen ICBM werden sich die USA nicht "noch mehr" von einem Angriff abhalten lassen, da sie gegen solche primitven und wenigen ICBM Abwehrmaßnahmen haben. Außerdem kann es auch nicht im Sinne Chinas sein, dass Nordkorea den USA einen guten Grund für einen, eventuell nuklearen, Gegenschlag geben.
3. Und was lernen wir daraus?
jürgenm 23.12.2012
Zitat von celsius234eine wirklich gefährliche Biowaffe oder Chemiewaffe, oder ? Wer keine Raketen hat ist schnell ganz dumm dran als Regime. Sag ich mal Irak, Libyen, Agypten, Tunesien.
Gefährliche Waffen für alle Diktatoren und Menschenverächter? Dafür entwaffnen sich die friedliebenden Länder? Wird dann endlich Frieden einkehren? Das Gleiche gilt natürlich analog für bewaffnete Kriminelle auf der Straße und unbewaffnete, gesetzestreue Bürger.
4.
wahlossi_80 23.12.2012
Zitat von sysopREUTERSSüdkorea warnt den Westen: Die von Nordkorea kürzlich getesteten Raketen haben nach Einschätzungen von Experten eine Reichweite von mehr als 10.000 Kilometer. Lang genug, um die USA zu erreichen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkoreas-raketen-haben-eine-reichweite-bis-in-die-usa-a-874526.html
Es ist doch eine beruhigende Tatsache, dass nicht nur die USA und ihre westlichen Komplizen Länder auf dem ganze Planeten mit sonstwelchen todbringenden Waffen angreifen können. Wäre ich Kim, Achmad. oder welcher Feind der "freien" (*lach*) westlichen Welt, dann würde ich aufrüsten was das Zeug hält.
5. Frage
Igiri 23.12.2012
Auch wenn Nordkorea eine brutale Diktatur ist, sollte man die Kirche endlich mal im Dorf lassen. Es gibt doch überhaupt keinen Anlass dafür, eine Rakete auf die USA loszulassen! Die Führung in Nordkorea ist nicht lebensmüde. Denen ist absolut klar, dass sie militärisch überhaupt keine Chance gegen Amerika hätten. Sobald auch nur irgendwas in Richtung Westküste fliegt steht das Parlamentsgebäude und andere strategische wie militärische eine Einrichtungen keinen ganzen Tag mehr.
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