Kollision mit Tanker "Sola TS" Norwegische Fregatte wurde mehrfach über Funk gewarnt

Ein norwegisches Marineschiff nahm an der Nato-Übung "Trident Juncture" teil. Das Ziel: Navigations-Training. Auf dem Rückweg kollidierte die Fregatte dann mit einem Tanker - trotz Warnung.


Am Donnerstag kollidierte die norwegische Fregatte "Helge Ingstad" vor der Küste des Landes mit einem 250 Meter langen und 44 Meter breiten Tanker. Das Marineschiff wurde dabei stark beschädigt, und die 137 Soldaten an Bord mussten evakuiert werden. Acht wurden leicht verletzt. Und einige von ihnen hatten offenbar ihren Job nicht gemacht. Denn nun wurde bekannt, dass die "Helge Ingstad" über Funk mehrfach vor einem Zusammenstoß gewarnt wurde.

Das beweist eine Aufzeichnung der Funkkommunikation, die die Zeitung "Verdens Gang" am Samstagabend veröffentlichte. Demzufolge forderte der Tanker "Sola TS" das Kriegsschiff viermal auf, den Kurs nach Steuerbord zu ändern.

Der Rudergänger des Tankers hatte drei Minuten vor dem Crash bei der Seeverkehrszentrale "Fedje VTS" nachgefragt, um welches Schiff es sich handele, das direkt auf ihn zukomme. "Fedje VTS" hatte zunächst keine Informationen und vermutete, dass es sich um das Kriegsschiff "Helge Ingstad" handelte, das vor einer Weile von Norden in den Fjord gefahren war.

"Helge Ingstad" auf Fahrt (Archiv)
AFP PHOTO/ LARS MAGNE HOVTUN/ NORWEGIAN ARMED FORCES

"Helge Ingstad" auf Fahrt (Archiv)

Die "Sola TS" funkte die Fregatte direkt an und forderte diese auf, sofort den Kurs zu ändern. Die Antwort: "Dann kommen wir den Blöcken zu nahe." Es ist unklar, was damit gemeint war.

Danach appellierte der Tanker auf Norwegisch immer drängender:

  • "'Helge Ingstad', du musst was unternehmen, du kommst uns jetzt sehr nah."
  • "Helge Ingstad! Dreh! Wir werden kollidieren."

15 Sekunden später meldete der Tanker:

  • "Das kann ein Kriegsschiff sein. Ich habe es getroffen."

Die "Helge Ingstad" liegt seitdem in einer Bucht nahe dem Ölterminal Sture in Øygarden. Die Bergung erweist sich als schwierig, weil der Untergrund abschüssig ist und das mit Wasser vollgelaufene Schiff nicht aufgerichtet werden kann.

"Helge Ingstad" in Schieflage
AP/NTB Scanpix

"Helge Ingstad" in Schieflage

Das Militär wollte die Funkaufnahmen nicht kommentieren. Polizei und Staatliche Havariekommission haben die Ermittlungen zur Unglücksursache übernommen. Die Fregatte war auf dem Rückweg von der Militärübung "Trident Juncture". Nach Angaben der Nato trainierte die Mannschaft auf der Brücke: das Navigieren.

dop/dpa



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