Peru Drei Menschen sterben bei Protesten gegen US-Bergbauprojekt

Peru hat nach blutigen Protesten gegen das größte Bergbauprojekt im Land den Notstand in drei Provinzen ausgerufen. Zuvor waren drei Menschen bei den Ausschreitungen erschossen worden.


Lima - In Peru sind bei Protesten gegen den Bau einer riesigen Goldmine drei Menschen erschossen worden. Sie starben beim Versuch von rund 2000 Demonstranten, das Regierungsgebäude der nordperuanischen Provinz Celendín einzunehmen, sagte die lokale Staatsanwaltschaft dem Rundfunksender RPP. Mindestens 20 Menschen seien verletzt worden, unter ihnen zwei Polizisten und fünf Soldaten. Die Regierung hat nach den Zwischenfällen in Celendín und zwei weiteren Provinzen des Departments Cajamarca den Notstand ausgerufen.

In Conga, rund 800 Kilometer nördlich von Lima, will die US-Firma Newmont für rund fünf Milliarden Dollar das größte Goldbergwerk in der Geschichte des an Bodenschätzen reichen Landes bauen. Bauern in der Region fürchten, dass durch die Mine die Bewässerung der Felder in der Umgebung gefährdet wird, da das Gold unter vier Teichen gelagert ist. Die Demonstranten haben mit ihren seit November anhaltenden Protesten den Bau der Mine praktisch zum Stillstand gebracht.

Die peruanische Regierung versucht mit Macht, den Widerstand der Bevölkerung gegen das Projekt zu brechen. Peru gehört zu den wichtigsten Gold- und Kupferproduzenten. Der Wirtschaftsboom ist bei der Bevölkerung der Bergwerksorte aber nicht angekommen.

fdi/dpa/Reuters



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