Amesbury Ermittler prüfen 400 Gegenstände auf Nowitschok-Kontaminierung

Die britischen Behörden haben im zweiten Nowitschok-Fall zahlreiche Beweisstücke sichergestellt. Möglicherweise sind weitere Gegenstände mit dem Nervengift verseucht. Die Prüfung hat begonnen.

Britische Ermittler (Archiv)
REUTERS

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Am Freitag haben die britischen Ermittler in Amesbury einen Behälter mit Nowitschok gefunden, durch den ein Ehepaar mit dem Nervengift in Kontakt gekommen sein könnte. Nun hält es die Polizei für möglich, dass neben der kleinen Flasche weitere Gegenstände aus dem Haus eines der beiden Opfer kontaminiert sein könnten.

Insgesamt stellten die britischen Behörden etwa 400 Beweisstücke sicher. Eine erhebliche Zahl davon könnte mit Nowitschok kontaminiert sein. Die Beweisstücke würden nun auf das Gift untersucht, teilte die Polizei mit. Unklar war zunächst, wie die Flasche in die Hände des britischen Paars gelangte.

Ausgeschlossen werden könne auch nicht, dass es weitere noch unentdeckte Behälter mit Nowitschok oder kontaminierte Orte gäbe. Die Suche danach könne noch Monate dauern, sagte ein Polizeisprecher.

In der vergangenen Woche waren ein 45-jähriger Mann und seine Partnerin mit einer Nowitschok-Vergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die 44-jährige Frau starb an den Folgen. Ihr Lebensgefährte ist mittlerweile wieder ansprechbar und konnte von der Polizei befragt werden.

Großer Fortschritt bei Fahndung

Nun soll festgestellt werden, ob das Gift aus derselben Quelle stammt wie die Substanz, mit der der russische Ex-Spion Sergej Skripal, 67, und seine Tochter Julia, 33, im März im nahen Salisbury vergiftet worden waren.

Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die beiden Fälle in einem Zusammenhang miteinander stehen. Der Fund der Flasche ist Experten zufolge ein großer Fortschritt bei der Fahndung nach den Tätern.

London bezichtigt Moskau, Drahtzieher des Anschlags auf die Skripals gewesen zu sein. Sollte sich eine Verbindung zwischen den beiden Fällen nachweisen lassen, würde das die Spannungen zwischen London und Moskau weiter erhöhen.

dop/dpa



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