Kerry über NSA-Spionage in Frankreich "Wir nehmen Freunde nicht ins Visier"

Die USA spionieren den französischen Präsidenten François Hollande nicht aus - jedenfalls nicht mehr. Das hat Außenminister John Kerry nun öffentlich zugesichert.

US-Außenminister John Kerry: "Wir haben Präsident Hollande nicht im Visier"
AFP

US-Außenminister John Kerry: "Wir haben Präsident Hollande nicht im Visier"


"Wir haben Präsident Hollande nicht im Visier, und wir werden Freunde wie Präsident Hollande nicht ins Visier nehmen." - Mit diesen Worten hat US-Außenminister John Kerry auf die neuen Spionagevorwürfe gegen den Militärgeheimdienst NSA reagiert.

Die Internetplattform WikiLeaks hatte enthüllt, dass die USA die französischen Staatschefs Jacques Chirac, Nicolas Sarkozy und François Hollande ausgespäht hatte - mindestens bis Mai 2012. Die US-Geheimdienste hörten unter anderem Gespräche aus dem Präsidentenflugzeug ab, schnitten die Unterhaltungen von verschlüsselten Handys mit oder wählten sich in die Telefonzentrale des Wirtschaftsministeriums ein.

Doch damit soll inzwischen Schluss sein. Das hatte am Mittwoch Barack Obama seinem französischen Amtskollegen versichert, und das bekräftigte nun Kerry noch einmal. Die USA unternähmen nur Überwachungsaktionen im Ausland, wenn es dafür sehr spezifische Gründe der nationalen Sicherheit gebe, sagte Kerry. Darüber habe er im konkreten Fall keine Kenntnis. Allerdings traf Kerry ausdrücklich keine Aussage über die Vergangenheit.

Die Regierung in Paris hatte mit scharfem Protest auf die Enthüllungen reagiert. "Es handelt sich um Tatsachen, die inakzeptabel sind und die bereits Ende 2013, nach den ersten Enthüllungen, Gegenstand von Erläuterungen waren", teilte der Élysée-Palast nach einer Sondersitzung des Verteidigungsrates mit. Zudem bestellte Frankreichs Regierung US-Botschafterin Jane Hartley ein, um das Vorgehen ihres Landes zu erläutern.

syd/dpa/Reuters

insgesamt 61 Beiträge
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nwo_ext 25.06.2015
1. Die privilegierten
etwas, was den Amerikanern absolut fremd ist, ist "Verantwortung zu übernehmen". anstatt die Karten auf den Tisch zu legen und zu erklären wie es dazu kommen konnte, reicht eine plumpe Lüge des Herren Außenminister. keiner hakt weiter nach, demzufolge kritisiert ihn auch niemand, tja warum dann also Verantwortung übernehmen, wenn es doch gar nicht nötig ist? Wie wäre es mal mit Charakter zeigen? was für erbärmliche Feiglinge diese Amis!
stine.anders 25.06.2015
2. und Klein-Britannien ...
steht bestimmt auf der Zielliste der USA und es würde nicht wundern, wenn Major, Blair, Brown & Cameron mit Hilfe des GCHQ bespitzelt wurden/werden.
DrStrom66 25.06.2015
3. Ich wette
wenn man hier liest " Frankreich bestellt Botschafter ein" dann wird die ganze Sache nur so aufgebauscht, damit die Bevölkerung denkt , hui da wird jetzt aber gemeckert. In Wirklichkeit trinken die hinter verschlossenen Türen Kaffee und lachen über das gemeine Volk. Alles nur Schauspielerei, denn wenn die wirklich Absichten hätten etwas zu verändern, dann würde vieles anders ablaufen.
H.Yalcin 25.06.2015
4. Dann sind die Kanzlerin und Deutschland
keine Freunde der USA. Wer es nun nicht geblickt hat, dem kann niemand helfen.
tailspin 25.06.2015
5. Gut zu wissen,
was Kerry von seinen amerikanischen Landsleuten haelt. Die werden naemlich weiterhin umgebremst ausspioniert. In die Kategorie "Freunde" fallen diese jedenfalls nicht. Lediglich als Steuerzahler und Finanziers von Kerry's Lustreisen als Aussenminister sind sie gerade noch akzeptabel. Good to know.
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