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14. August 2014, 22:14 Uhr

Machtkampf in Bagdad

Iraks Regierungschef Maliki tritt ab

Er hielt an der Macht fest, wollte unter allen Umständen Regierungschef des Irak bleiben: Nun lenkt Nuri al-Maliki ein und unterstützt die Kandidatur von Haidar al-Abadi als neuer Premier, meldet das Staatsfernsehen.

Bagdad - Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki gibt seinen Anspruch auf eine weitere Amtszeit auf. Der Politiker trete zugunsten des designierten Nachfolgers Haidar al-Abadi zurück, wie das Staatsfernsehen am Donnerstag meldete. Der Machtkampf in Bagdad gilt als ein Grund für das Erstarken der Terrormiliz "Islamischer Staat".

Abadi war am Montag mit der Regierungsbildung beauftragt worden, Maliki hatte sich zuletzt noch dagegen gewehrt. Für Amtsinhaber Nuri al-Maliki war das ein Affront.

Der seit 2006 regierende Premier wollte bislang unter keinen Umständen von der Macht lassen. Er wirft Staatschef Masum Verfassungsbruch vor: Als Chef der größten Parlamentsfraktion müsse Maliki die Regierungsbildung übertragen werden.

Der Aufstieg der Terrorgruppe "Islamischer Staat" steht beispielhaft für Malikis Versagen. Jahrelang hat der Premier die sunnitische Minderheit massiv benachteiligt. Viele Politiker wurden wegen ihrer Vergangenheit in Saddams Baath-Partei in die Illegalität gedrängt, sunnitischen Männern sind Aufstiegschancen in der Armee und anderen staatlichen Einrichtungen verweigert worden. Die Folge - viele von ihnen unterstützen IS bei ihrem Vormarsch auf Bagdad.

Maliki hat es nicht geschafft, die Terroristen aufzuhalten. Dabei ist er seit 2010 nicht nur Premier, sondern auch in Personalunion Verteidigungs-, Innen- und Geheimdienstminister. In diesen Ämtern hat er zwar ein einflussreiches Patronagegeflecht aufgebaut und Eliteeinheiten aufgestellt, die ihm direkt unterstellt sind. Gegen IS kämpfen jedoch nicht diese Truppen an vorderster Front, sondern die kurdischen Peschmerga-Kämpfer.

mia/AFP/Reuters/AP

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