TV-Duell zur US-Außenpolitik: Angriffslustiger Obama punktet gegen zaghaften Romney

Vorteil für den "Commander in Chief": US-Präsident Barack Obama überzeugte in der dritten und letzten TV-Debatte gegen Herausforderer Romney. Beim zentralen Thema Außenpolitik präsentierte sich der Amtsinhaber souverän, der Republikaner wirkte zaghaft und unsicher in Detailfragen.

Foto: REUTERS

Washington - Barack Obama bewegte sich in seinem Terrain - und konnte punkten. Der US-Präsident hat seinen Herausforderer Mitt Romney im letzten TV-Duell scharf attackiert. Im Mittelpunkt stand dieses Mal die Außenpolitik. Gleich zu Beginn gab sich der Amtsinhaber aggressiv, aufmerksam und streitbar: "Jedes Mal, wenn Sie eine Meinung zu etwas vorlegen, liegen Sie falsch", warf er Romney vor. Der Republikaner geriet schnell in die Defensive. Zwar versuchte er Obamas Attacken zu kontern, doch dabei wich er häufig auf seine wirtschaftspolitische Agenda aus - ein Feld, auf dem Romney sich deutlich sicherer fühlt.

Immer wieder schweifte Romney ab und verwies auf die schwächelnde US-Konjunktur und die hohe Staatsverschuldung. Moderator Bob Schieffer machte dabei keinen souveränen Eindruck, die Debatte entglitt ihm zeitweise.

Für beide Kandidaten stand viel auf dem Spiel: Es war die letzte Möglichkeit, im Fernsehen vor einem Millionenpublikum zu punkten und unentschlossene Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Nur zwei Wochen vor der Wahl liegen Obama und Romney in Umfragen nahezu gleichauf.


Diese Themen standen im Mittelpunkt der Debatte:

  • Zu Beginn ging es um die Lage im Nahen Osten. Trotz vielversprechender Anfänge sei der Sturz despotischer Regime in Ägypten, Libyen und andernorts im vergangenen Jahr in "zunehmendem Chaos" gemündet. Zudem habe der Amtsinhaber nicht genügend getan, um den Iran an der Entwicklung einer Atomwaffe zu hindern.
  • Obama konterte mit einem Verweis auf seine außenpolitischen Verdienste. Er habe den Krieg im Irak beendet, die US-Truppen seien überdies auf dem Weg zu einem Rückzug aus Afghanistan. Er werde die für den tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi verantwortlichen Täter zur Rechenschaft ziehen, so Obama weiter.
  • Romney warf er eine rückwärtsgewandte außenpolitische Agenda vor. "Sie wollen offenbar die Außenpolitik der achtziger Jahre zurückholen", sagte Obama. Romneys Konter: "Mich anzugreifen, ist keine Strategie."
  • - Obama wies Romneys Vorwurf zurück, die Beziehung zu Israel zu gefährden und nicht genug gegen die nukleare Bedrohung durch Iran zu tun. "Wenn Israel angegriffen wird, dann wird Amerika Israel zur Seite stehen", sagte der US-Präsident. Im Gegensatz zu Romney halte er es aber für falsch, die USA in einen "voreiligen" Krieg gegen Iran zu ziehen. Einen Zeitungsbericht, wonach Teheran nach der US-Wahl direkt mit den USA verhandeln wolle, bezeichnete Obama als falsch.
  • Zu einem heftigen Schlagaustausch kam es beim Thema China. Romney versprach eine harte Gangart etwa gegen Währungsmanipulationen Pekings sowie gegen unfairen Handel. Obama sagte, er betrachte China als Partner, solange es sich an die Regeln halte. Die Höhepunkte des Duells können Sie im Minutenprotokoll nachlesen.

Und wer konnte die Wähler nun eher überzeugen? Einer ersten Umfrage zufolge hat Obama besser abgeschnitten. In der nicht repräsentativen Befragung von CNN/ORC sagten 48 Prozent der befragten Wähler in der Nacht zum Dienstag, der Amtsinhaber habe die TV-Debatte gewonnen. 40 Prozent sahen unmittelbar nach Ende des Duells Mitt Romney vorn.

cte/dapd/Reuters/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
klimbim 23.10.2012
Vielen Dank für den informativen Artikel... Leider fehlt mir persönlich die amüsanteste Stelle der ganzen Debatte, in der es um die amerikanische Armee/Navy usw. geht. Romney argumentiert, dass die USA inzwischen weniger [...]
Vielen Dank für den informativen Artikel... Leider fehlt mir persönlich die amüsanteste Stelle der ganzen Debatte, in der es um die amerikanische Armee/Navy usw. geht. Romney argumentiert, dass die USA inzwischen weniger Kriegsschiffe als 1916 habe und weniger und ÄLTERE(?) Flugzeuge als 1943 (bin mir im wortlaut nicht mehr so sicher) habe... Woraufhin Obama sagt: “Governor, we also have fewer horses and bayonets because the nature of our military's changed. We have these things called aircraft carriers where planes land on them. We have these ships that go underwater, nuclear submarines, and so the question is not a game of Battleship where we're counting ships. It's — it's what are our capabilities.”
b.oreilly 23.10.2012
knapper erwartungsgemäßer Sieg für Obama! Alles andere wäre eine Überraschung. Gesamtsieger der drei Debatten ist aber Romney! Weitere vier Jahre Stillstand unter Obama kann sich die USA eigentlich nicht leisten. Jedenfalls [...]
knapper erwartungsgemäßer Sieg für Obama! Alles andere wäre eine Überraschung. Gesamtsieger der drei Debatten ist aber Romney! Weitere vier Jahre Stillstand unter Obama kann sich die USA eigentlich nicht leisten. Jedenfalls bleibt es bis zum 6. November spannend. Ich freue mich auf die nächsten zwei Wochen!
muc68 23.10.2012
Romney konnte dieses Duell als Präsidenten-Anwärter gegen den Amtsinhaber ob mangelnder Praxis-Erfahrung nicht gewinnen - sein Ziel konnte es nur sein, nicht deutlich zu verlieren. Dieses Ziel hat er locker erreicht. Obama [...]
Romney konnte dieses Duell als Präsidenten-Anwärter gegen den Amtsinhaber ob mangelnder Praxis-Erfahrung nicht gewinnen - sein Ziel konnte es nur sein, nicht deutlich zu verlieren. Dieses Ziel hat er locker erreicht. Obama gewinnt zwar mit leichtem Vorsprung, doch ändert dieses Ergebnis an der aktuellen, sehr ausgewogenen Stimmungs- und Stimmenlage in den USA selbst eher wenig. Das wollen die deutschen Medienvertreter so wohl lieber nicht sehen - ist aber die Wahrheit. daran kann keine noch so tendenziöse Berichtersttung hierzulande etwas ändern. Zum Glück werden die Wähler in den USA deutlich ausgewogener informiert, als das in Deutschland über die Medien der Fall ist. Das beste Beispiel dafür sind die - im Vergleich zur ausgewogenen Lage in den USA - geradezu lächerlich klaren Umfrage-Werte pro Obama in Deutschland.
Bei allem Schmusekurs mit Obama in der Außenpolitik, schlägt Romney doch eine aggressivere Gangart vor, schärfere Sanktionen gegen Iran , mehr Waffen für die syrische Opposition, Handelskrieg mit China . Das erinnert an die [...]
Bei allem Schmusekurs mit Obama in der Außenpolitik, schlägt Romney doch eine aggressivere Gangart vor, schärfere Sanktionen gegen Iran , mehr Waffen für die syrische Opposition, Handelskrieg mit China . Das erinnert an die Konfrontationspolitik von Bush, die ja viele Krisen erst heraufbeschworen hat. Das Romney, ein Investmentbanker 12 Mio Arbeitsplätze schaffen will, dabei kann es sich nur um eine weitere Blase handeln, eine Sprechblase. Wenn er nicht sagt wie, , ist das nicht mehr, als ein leeres Versprechen. Bei den 3 Rededuellen hat Romney Obama oft mit seiner Wendetaktik überrascht und damit viele Punkte gemacht. Aber war das insgesamt glaubwürdig? Man weiß doch eigentlich gar nicht in welchen Bündnissen und Bündnispartnern Romney antreten will. In der Krise wechselt man die Pferde nicht!
denkmal! 23.10.2012
Möge dieser Knilch (Romney) an uns vorbei gehen! Möge die ganze Welt ihn möglichst bald vergessen haben! Friede seiner hohlen Gesten! Romney als Präsidenten des immer noch wichtigsten Staates der Erde zu wählen, braucht gleich [...]
Möge dieser Knilch (Romney) an uns vorbei gehen! Möge die ganze Welt ihn möglichst bald vergessen haben! Friede seiner hohlen Gesten! Romney als Präsidenten des immer noch wichtigsten Staates der Erde zu wählen, braucht gleich viel Gottvertrauen, wie den Würger von Boston um eine Nackenmassage zu bitten...
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  • Dienstag, 23.10.2012 – 05:15 Uhr
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Fläche: 9.632.000 km²

Bevölkerung: 310,384 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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