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Rede in West Point: Obama definiert Führungsanspruch der USA neu

US-Präsident Barack Obama: Militärschläge müssen "berechtigt und effektiv" sein Zur Großansicht
AP/dpa

US-Präsident Barack Obama: Militärschläge müssen "berechtigt und effektiv" sein

Präsident Obama will das Militär nur noch einsetzen, wenn die Sicherheit der USA direkt bedroht ist. Große Militäreinsätze wie in Afghanistan hält er für nicht mehr zeitgemäß - die Weltmacht will künftig mit Geld regieren.

West Point - US-Präsident Barack Obama hat den Status der USA als Weltmacht verteidigt: "Amerika muss auf der Weltbühne immer führen. Wenn wir es nicht tun, tut es kein anderer", sagte Obama bei seiner Rede vor dem Abschlussjahrgang der Militärakademie West Point im US-Bundesstaat New York.

Sein Land werde auch künftig allein in den Krieg ziehen, wenn die "Kerninteressen der USA bedroht" seien, insbesondere die Sicherheit der Vereinigten Staaten. Allerdings mahnte er auch, in anderen Fällen nur gemeinsam mit den Verbündeten zu handeln.

Wenn Probleme keine direkte Bedrohung für die USA seien, dann müsse die Schwelle für Militäroperationen höher liegen. Zudem müssten verschiedene Mittel angewendet werden, etwa Diplomatie und Entwicklungshilfe, Sanktionen oder Appelle. Multilaterale Militärschläge müssten "berechtigt, notwendig und effektiv" sein.

Große Militäreinsätze gegen Terror "naiv und unhaltbar"

Konkret kündigte Obama stärkere Unterstützung seines Landes für syrische Oppositionsgruppen in ihrem Kampf gegen Diktator Baschar al-Assad an. Auch Syriens Nachbarländern wie Jordanien oder der Türkei versprach Obama bei der Aufnahme von Flüchtlingen oder dem Kampf gegen Terroristen Hilfe.

Die größte Bedrohung der USA seien heute dezentral organisierte Gruppen und Extremisten. Große Militäreinsätze wie der in Afghanistan seien daher nicht mehr zeitgemäß: "Eine Strategie, die bedeutet, in jedes Land einzumarschieren, das Terrornetzwerke beherbergt, ist naiv und unhaltbar." Sein Außenminister John Kerry hatte zuvor bereits einen milliardenschweren Fonds angekündigt, mit dem die USA anderen Ländern beim Kampf gegen den Terror helfen wollen.

Am Dienstag hatte Obama bereits einen Plan für den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan vorgestellt. Zunächst sollen knapp 10.000 Soldaten der Weltmacht dort bleiben, bis Ende 2016 soll der Rückzug abgeschlossen sein.

Als Beispiel für multilaterale Kooperation nannte Obama den Kampf gegen den Klimawandel, den er eine "Bedrohung der nationalen Sicherheit" nannte. Er werde sicherstellen, dass die USA 2015 "an der Spitze" der Bewegung stehen werden, die ein globales Abkommen zur "Rettung des Planeten" aushandelt.

ade/dpa

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insgesamt 101 Beiträge
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1. Warten auf die Taten
hobbyleser 28.05.2014
Die Welt wartet gespannt auf die Taten...
2.
leserbrief123 28.05.2014
...werden oft auch einfach als "Volk" bezeichnet.
3. Ähm... moment mal...
ullibulli09 28.05.2014
waren es nicht die USA, die Taliban & Co mit Geld und Waffen erst zu dem gemacht haben was sie heute sind?
4. Bin mal gespannt
Walther Kempinski 28.05.2014
Bin mal gespannt, welches Haar in der Suppe die Linken und Pseudo-Pazifisten nun entdecken werden. Im Prinzip klingt das ja eigentlich recht vernünftig (bis auf die Tatsache, dass das viele Geld in den jeweiligen Ländern versickern und direkt oder indirekt den Terroristen/Diktatoren zugute kommen wird).
5. Leider stimmt die Aussage....
joG 28.05.2014
....dass keiner führt noch Verantwortung nimmt in internationaler Sicherheit und Schutz von Bevölkerungen, wenn die USA dies nicht tut. Das hat man immer wieder gesehen und in letzter Zeit laufend. Nicht einmal in Europa bzw in Europas Nachbarschaft ist die EU gewillt Krieg, Bürgerkrieg noch Massenmord zu verhindern. Selbst wo die EU die Krise auslöste, wie dies in der Ukraine der Fall war, macht man nichts.
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